Lohnfertigung

Technische Möglichkeiten, die inspirieren

| Redakteur: Luca Meister

Die Firma WERNER Fercher AG hat in eine Plasmaschneidanlage aus der MG-Baureihe investiert. Ausgestattet ist sie mit einem R5-Plasma-Rotator, einem 2D-Autogenbrenner und einem vollautomatischen Bohrsupport. Die Arbeitsfläche der Anlage ist 7500 x 3500 mm.
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Die Firma WERNER Fercher AG hat in eine Plasmaschneidanlage aus der MG-Baureihe investiert. Ausgestattet ist sie mit einem R5-Plasma-Rotator, einem 2D-Autogenbrenner und einem vollautomatischen Bohrsupport. Die Arbeitsfläche der Anlage ist 7500 x 3500 mm. (Bild: Fercher)

Die Werner Fercher AG in Lalden bei Visp ist für sorgfältige und individuelle Stahl- und Metallbauarbeiten bekannt. Durch eine multifunktionale Schneidlösung vom Spezialisten für automatisiertes Plasmaschneiden gewinnt die Firma in ihrer Produktion an Geschwindigkeit und Flexibilität.

Das Warten auf kurzfristige Lieferungen von Job-Shop-Centern wurde der Walliser Werner Fercher AG zunehmend zum Problem. Deswegen hat das Stahl- und Metallbauunternehmen seit wenigen Wochen eine neue multifunktionale Plasmaschneidanlage des Herstellers Microstep in Betrieb genommen. Nach intensiver Recherche entschied sich der Führungszirkel für den Alleskönner von Microstep, ein «MG»-Schneidsystem zum Plasmaschneiden, Fasenschneiden, Brennschneiden sowie Bohren, Gewinden und Senken. Bislang kam ausser einer kleinen Schneidanlage entweder die Blechschere zum Einsatz oder Bauteile wurden zugekauft.

Konfiguriert wurde die neue Schneidanlage für das Plasmaschneiden, Fasenschneiden bis 50°, Autogenschneiden und auch Bohren, Gewinden und Senken. «Die Maschine ist supergut, wir brauchen aber noch mehr Erfahrungswerte. Damit haben wir aber auch gerechnet. Wir haben allerdings derzeit sehr viel zu tun, da können wir nur wenig Probestücke machen», erklärt Willy Walker-Fercher. Ausschliesslich Baustahl wird verarbeitet – zumeist in einer Materialstärke von 10 bis 35 Millimeter. Vereinzelt habe man laut dem technischen Geschäftsleiter 60er-Platten oder fünf Millimeter starkes Riffelblech geschnitten. «Die Maschine ist jeden Tag im Einsatz, zumindest für ein paar Stunden. Bislang aber nur für den Eigengebrauch. Wir haben auch schon kleinere Lohnaufträge erfüllt, das ist künftig verstärkt angedacht.»

Der Markt verlangt kurzfristige Lösungen

In der Geschäftsleitung sind die beiden Schwiegersöhne Willy Walker-Fercher und Jean-Marc Schnyder-Fercher sowie Stefan Ritz, alles langjährige Mitarbeiter. Im Laufe der Jahre hat sich der Betrieb grosses Renommee bei seinen Kunden erworben für intelligente und individuelle Lösungen, für Termintreue und fachgerechte Montagearbeiten. Für diese Standards investierte das Unternehmen beständig in Werkstatt, Montagehalle und Personal. Aus diesem Grund wurde der Wunsch nach einer neuen Schneidlösung in den vergangenen Jahren lauter. Willy Walker-Fercher fährt fort: «Wir hatten eine kleine Schneidanlage. Mit dieser oder der Blechschere haben wir bis 20 Millimeter geschnitten. Vieles haben wir auswärts schneiden lassen. Das ist alles sehr teuer, ausserdem fehlt die Flexibilität». Der Markt verlange nach kurzfristigen Lösungen, Wartezeiten seien nicht gefragt. «Wir haben sogar Aufträge verloren, weil wir nicht schnell genug liefern konnten.»

Mit dem neuen System zum universellen Schneiden und Bohren gehört dieses Problem der Vergangenheit an. Bis die Entscheidung für die Plasma-Brennschneidmaschine fiel, nahm sich der Metallbauer in aller Ruhe Zeit, Informationen einzuholen und abzuwägen. Über Jahre habe man sich für eine neue Anlage interessiert, nun wurde die Konfiguration der Maschine definiert. Mit den Anforderungen im Hinterkopf wurden Ausstellungen besucht, Gespräche mit Stahlbauern geführt, Angebote eingeholt und mit Herstellern gesprochen – später auch Vorführmaschinen besichtigt.

Nach der intensiven Planungsphase steht seit wenigen Wochen eine multifunktionale Schneidmaschine inklusive Plasma-, Autogen- und Bohrtechnik im Haus. «Die Entscheidung war keine Preisfrage: Wir haben uns vom guten Ruf des Supports von Microstep und von den technischen Möglichkeiten der Anlage inspirieren lassen», resümiert Walker-Fercher.

Die technischen Details im Überblick

Die MG-Plasmaschneidanlage wurde für langlebiges und präzises Arbeiten mit vielfältigen Bearbeitungsoptionen entwickelt. Die Ausführung bei der Werner Fercher AG wurde ausser der Plasmaschneidtechnik um eine Technologie zum autogenen Brennschneiden für höhere Materialstärken ergänzt. Hierfür wurde ein vollautomatischer Maschinenschneidbrenner «Rhöna-Fit+» von GCE integriert. Plasma- und Autogenschnitte können auf einer Arbeitsfläche von 7500 mal 3500 Millimeter durchgeführt werden. Die Maschinensteuerung erfolgt über das Microstep-System «iMSNC» via 24-Zoll-Touchscreen.

Die «MG-PrBA 7501.35» ist mit einem vollautomatischen, endlosdrehenden «R5»-Rotator ausgestattet. Durch einen spiralverzahnten Drehkranz wird dabei ein hochpräziser und sanfter Bewegungsablauf erzielt. In Verbindung mit der Plasmaquelle «HiFocus 360i neo» von Kjellberg Finsterwalde ermöglicht der Plasma-Rotator Fasenschnitte zum Beispiel zur Schweissnahtvorbereitung bis 50 Grad. Serienmässig zum R5-Rotator gehört auch die intelligente, vollautomatische und patentierte Kalibriereinheit. Diese sorgt dauerhaft für präzise Ergebnisse und eine hohe Reproduzierbarkeit der zu fertigenden Teile.

Eine am Portal integrierte Bohrspindel mit einer Leistung von 26,8 Kilowatt ermöglicht Bohren bis Durchmesser 40 Millimeter und Gewinden bis M33. Ein Werkzeugmagazin für acht Werkzeuge (Pick-up-System) für die Hochleistungsspindel spart Umrüstzeiten und sorgt für schnellen Betrieb dank automatischem Werkzeugwechsel. Der CNC-Brennschneidtisch wurde kundenindividuell für den Bohreinsatz verstärkt. Die Konstruktion wurde für erhöhte Belastung beim Bohren, Gewinden und Senken konzipiert. -mei- SMM

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