ERP: integrierte Gesamtlösung Technologiesprung dank Gesamtlösung

Redakteur: Luca Meister

Was sich als textiles Rohprodukt den Weg durch eine Santex-Anlage bahnt, ist für Höheres bestimmt: Die Maschinen für Textilveredelung sind weltweit im Einsatz und sorgen dafür, dass Stoffe bügelfrei, atmungsaktiv und wetterfest sind, UV-Schutz bieten und noch vieles mehr. Verschiedenste Anwendungsgebiete und dynamische Märkte stellen das Unternehmen vor grosse Herausforderungen. Damit das Unternehmen allen Anforderungen standhält, werden die Geschäftsprozesse mit «PSIpenta» koordiniert.

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Damit Santex allen Anforderungen der dynamischen Märkte standhält, werden die Geschäftsprozesse nun mit Software von «PSIpenta» koordiniert.
Damit Santex allen Anforderungen der dynamischen Märkte standhält, werden die Geschäftsprozesse nun mit Software von «PSIpenta» koordiniert.
(Bild: PSI)

Veredelte Textilien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Sie finden Anwendung im Wohnbereich, bei funktionaler und modischer Bekleidung, als Verbandsstoffe in der Medizin, bei der Herstellung von Sportgeräten sowie Fahr- und Flugzeugen und bei Einsätzen, die Schutzbekleidung erfordern. Je nach Verwendung werden unterschiedliche Eigenschaften benötigt. Diese werden beispielsweise durch das Anbringen von Beschichtungen oder durch die Verbindung verschiedener Materialien erreicht.

Auf dieses Verfahren der Textilveredelung hat sich die Santex AG spezialisiert, die seit 1982 Maschinen für die Veredelung von Maschenware in alle Textilmärkte der Welt exportiert. Entwickelt werden die Anlagen inklusive Elektronik und Software in Tobel (TG), wo auch die Beschaffung der benötigten Komponenten erfolgt bis hin zur Montage mit Endkontrolle und Testläufen. Das Unternehmen gehört heute zur internationalen Santex Gruppe.

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Ausgangslage

Kurz vor dem Jahrtausendwechsel sah sich die Santex AG, wie viele andere Unternehmen, mit tiefgreifenden technologischen Veränderungen im IT-Umfeld konfrontiert. Der Trend hin zu windowsbasierten Systemen hatte auch Auswirkungen auf das bisher beim Maschinenbauer eingesetzte ERP-System. So entschied das Management 1997, eine moderne Gesamtlösung für sämtliche Unternehmensbereiche zu evaluieren.

Zielsetzung

Von der Einführung eines neuen Gesamtsystems erhoffte man sich einiges. Zum einen sollten mit einer durchgängig nutzbaren Lösung alle Firmenbereiche auf denselben Artikelstamm zugreifen können. Zum anderen sollte ein System gefunden werden, das zur Optimierung der Unternehmensprozesse einen wichtigen Beitrag leisten konnte. Hintergrund waren die komplexen Auftragsstrukturen beim Anlagenbau mit Laufzeiten von drei bis vier Monaten und Auftragswerten in Millionenhöhe. Ziel war es, mit einer integrierten Lösung alle Bereiche abzudecken; vom Engineering über die Beschaffung und Produktion bis hin zur Montage und Demontage der Anlage im Werk, inklusive anschliessendem Transport und Aufbau vor Ort beim Kunden. Ganz wichtig dabei war das Handling von Ersatzteilen, da die Anlagen aufgrund ihrer hohen Qualität nicht selten mehr als 20 Jahre im Einsatz stehen.

Hinzu kam der bereits erwähnte Technologiewechsel. Mit der neuen Software galt es gleichzeitig auch, technologisch den Sprung in die Neuzeit zu schaffen.

Lösungskonzept

Mit «PSIpenta» entschied sich Santex für eine umfassende Industrielösung. Die Erfahrung und das Know-how des Anbieters waren einer der Gründe, weshalb die Wahl auf das deutsche Softwareprodukt fiel. Im Vordergrund stand jedoch zuerst einmal die Integration der bisherigen Teilanwendungen der Schwesterbetriebe. Dies gelang problemlos, brachte die neue Lösung doch eine umfassende Funktionalität sowie ausreichende Flexibilität mit. Um allen Anforderungen zu entsprechen, war kaum ein Eingriff in die Standardversion nötig, wie Thomas Thiemann, Projektleiter bei der Santex AG, berichtet: «Wir setzten von Anfang an auf den Standard. Lediglich ein Datenfeld mussten wir zusätzlich programmieren lassen. Alle anderen Informationen fanden in bereits dafür vorgesehenen Feldern oder in den frei verfügbaren Datenfeldern Platz.»

Um den Anwendern das Arbeiten mit der neuen Lösung zu erleichtern, wurden die Benutzerfenster zum Teil vereinfacht. So können sich die Benutzer auf das Wesentliche konzentrieren. Bewusst hatte man mit PSIpenta eine Lösung gewählt, die vom Funktionsumfang eher grosszügig ausgelegt ist. Im Hinblick auf etwaige Veränderungen im und um das Unternehmen sind die Ostschweizer damit für alle Eventualitäten bestens gewappnet. Trotz der umfassenden Funktionalität hält sich die Komplexität der Software in Grenzen. So jedenfalls die Erfahrung von Th. Thiemann, der das System bestens im Griff hat: «Nach der Schulung durch den Anbieter haben wir intern die Benutzerschulung übernommen und ausreichend Know-how aufgebaut, um das System heute praktisch in Eigenregie zu verwalten. Das geht so weit, dass ich mich nur noch im ‹Nebenjob› um das ERP-System kümmere und mich auf andere Aufgaben konzentrieren kann.» Sein Geheimnis: Das in PSIpenta eingeflossene Wissen ist perfekt auf die Industrie abgestimmt; warum also ein funktionierendes System gross verändern? Eingesetzt wird das ERP-System in den Bereichen Vertrieb, Beschaffung, Produktion, Montage sowie für die Lagerbewirtschaftung. Seit 2010 übernimmt eine Schnittstelle den Abgleich zwischen CAD-Daten und ERP-Stücklisten. Für die Zeiterfassung wird ein integriertes Modul der Softwarelösung verwendet. Eine weitere Schnittstelle versorgt das separate Buchhaltungsprogramm mit aktuellen Daten.

Fazit

Die Umstellung auf das neue ERP-System kam zum richtigen Zeitpunkt und verschaffte der Santex AG den gewünschten Technologiesprung. Als integrierte Gesamtlösung ist PSIpenta heute aus dem Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Für Th. Thiemann liegen die Vorteile gegenüber dem Vorgängersystem klar auf der Hand: eine durchgängige Prozessunterstützung, die zentrale Datenhaltung, bessere Reportingmöglichkeiten und weniger Aufwand beim Unterhalt. Dies führte z. B. dazu, dass der Lagerwert um zwei Drittel reduziert werden konnte, ohne dass die Lieferfristen dadurch spürbar verlängert worden wären. Mit der Einführung von PSIpenta kann der Projektleiter auf ein erfolgreiches Projekt zurückblicken. Eine der Erfahrungen, die er dabei gemacht hat, ist die Auswirkung eines solchen Vorhabens auf die Unternehmensorganisation und die involvierten Mitarbeitenden. Damit verbunden rät er allen, die vor der Implementierung eines ERP-Systems stehen, Kader- und Führungskräfte von Anfang an ins Boot zu nehmen. Nur so stehe im Bedarfsfall auch die notwendige Entscheidungskompetenz zur Verfügung. <<

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