Siams 2016

Triple μ: Garantierter Rundlauf unter 3 μ

| Redakteur: Anne Richter

Jetsleeve: das Werkzeugsystem, bei dem das Kühlmedium über Düsenbohrungen geführt wird, die in zwei Lochkreisen mit unterschiedlichen Winkeln in der Stirnseite der Düsenhülse angebracht sind.
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Jetsleeve: das Werkzeugsystem, bei dem das Kühlmedium über Düsenbohrungen geführt wird, die in zwei Lochkreisen mit unterschiedlichen Winkeln in der Stirnseite der Düsenhülse angebracht sind. (Bild: Brütsch / Rüegger)

Diebold-«Goldring»-Werkzeuge erleben derzeit eine Renaissance. Ihre Entstehungsgeschichte geht zurück in die Zeit, als man noch die Werkzeughalter manuell in die Spindel der Maschine eingewechselt hat. Diese unter der Norm DIN 2080 bekannten Werkzeugaufnahmen konnten über einen Anzugsbolzen schon automatisch gespannt werden; diese Lösung war der Einstieg in die moderne CNC-Bearbeitung mit automatischem Werkzeugwechsel.

Um die Maschinenspindel zu schonen, hatten diese Werkzeugaufnahmen einen Kantenschutzring, der bei Diebold aus Messing hergestellt wurde, der im Gegensatz zu (deutlich günstigeren) Kunststoffringen nie in der Spindel hängenblieb. Wenn ein Kunststoffring in der Zange des Zugsystems hängenbleibt, ist eine stundenlange Fummelei die Folge, um den Ring aus der Zange des Werkzeugspanners zu entfernen. Und das Ganze mit dem Risiko, bei nicht sachgemässem Zusammenbau das Einstellmass der Zange und damit das gesamte Werkzeug-Einzugssystem falsch einzustellen. Weil der Goldring in seiner langen Geschichte aber nie zu einem Fehler geführt hatte, waren die Werkzeughalter mit diesem Alleinstellungsmerkmal bei den Anwendern schnell bekannt und bewiesen stets ihre Zuverlässigkeit. Die aussergewöhnliche Genauigkeit der Diebold-Produkte ist bis heute eine Selbstverständlichkeit und machte die Diebold-Kunden zu stets zufriedenen Anwendern. Heute sind gleich drei Produktlinien am Markt, die wieder am Goldring zu erkennen sind: Jetsleeve, Ultragrip und Centrogrip, wobei alle drei in einer ganz anderen Genauigkeitsklasse angesiedelt sind wie damals die «braven» DIN-2080-Werkzeuge.

Jetsleeve – einmalig und patentiert

Jetsleeve ist das weltweit einmalige und patentierte Werkzeugsystem, bei dem das Kühlmedium über Düsenbohrungen geführt wird, die in zwei Lochkreisen mit unterschiedlichen Winkeln in der Stirnseite der Düsenhülse angebracht sind. Jetsleeve ist ein echtes Green-Tech-Produkt, das viele Vorteile in sich vereinigt. Jetsleeve-Werkzeughalter sind Schrumpfaufnahmen, die das Kühlmittel unter Hochdruck direkt an die gewünschte Position der Schneide leiten.

Somit steht jederzeit Kühlung und Schmierung an der Schneide zur Verfügung. Sobald die Späne brechen, werden sie von der Schneide weggeschleudert und ein Überfahren des Spans ist ausgeschlossen. Und das Ganze funktioniert mit Kühlmittel, mit MMS oder bei Trockenbearbeitung nur mit Luft. Hier wurde konstruktiv der physikalische Venturi-Effekt umgesetzt. Auch unter Rotation bis 50 000 min–1 wird die Luft am Werkzeugschaft so konzentriert, dass ein Vakuum entsteht, welches das jeweilige Medium sicher am Werkzeug hält und zur Schneide führt. Dadurch ist nicht nur maximal mögliche Kühlung und Schmierung sichergestellt, sondern gleichzeitig auch die Tür für den Einsatz von Minimalmengenschmierung geöffnet. Selbst minimale Anteile von Kühl- und Schmiermittel im MMS erreichen in vollem Umfang die Werkzeugschneide.

Fräsen tiefer Kavitäten und Rippen möglich

Es gibt heute im Formenbau viele Prozesse, die nur mit Hilfe von Jetsleeve-Technologie durch Fräsen herstellbar sind. Bisher mussten diese Teile und deren Konturen durch Erodieren mit dem Umweg über die Herstellung von Elektroden produziert werden. Folglich war ein Umspannen des Werkstücks auf eine Maschine mit anderer Technologie notwendig. Heute können tiefe Kavitäten, Rippen oder andere filigrane Konturen mit Jetsleeve fertiggefräst werden, und das bei enormer Kosteneinsparung gegenüber früherer Technologie. Die Werkzeugkosten, die Kosten für Stillstandszeiten der Maschine, wenn öfter Werkzeugwechsel notwendig werden, Wiedereinstieg ins Fräsprogramm, notwendige Nacharbeiten durch Polieren von Übergängen und nicht zuletzt weniger Kosten für die Schmierstoffaufbereitung führen zu erheblichen Einsparungen im Prozess und ermöglichen wesentlich höhere Maschinenverfügbarkeit. So kann die Standzeit der Werkzeuge um bis zu 300 Prozent gesteigert werden, die weichen Kosten wie vorher genannt machen aber ein Vielfaches dieses Einsparpotenzials aus. Für den Rundlauf aller Diebold-Goldring-Jetsleeve-Aufnahmen wird unter 3 μ garantiert.

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