Dinge und Menschen

19.09.2014

Die Maschinenbaubranche gilt nicht gerade als Frauendomäne. Nur wenige Frauen entscheiden sich, einen technischen Beruf zu ergreifen. Da hilft auch keine Frauenquote. Doch vielleicht kann es hilfreich sein, die Erkenntnisse der Hirnforschung zu nutzen - ganz ohne amtliches Dekret

Die deutsche Bundesregierung hat sich sehr viel vorgenommen. Ab 2016 soll der Frauenanteil in den Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen mindestens 30 Prozent betragen. Auch in der Schweiz wird das Thema diskutiert. Doch soll wirklich per Dekret eine Führungsquote eingeführt werden, auch wenn keine Basis vorhanden ist? Wenn weibliche Polymechanikerlehrlinge so selten sind, dass sie Unternehmen eine separate Pressemitteilung wert sind, woher sollen dann 30 Prozent weibliche Führungskräfte kommen? Ist es nicht sinnvoller, an der Basis zu beginnen und zu überlegen, wie mehr Frauen motiviert werden können, technische Berufe zu ergreifen? Hier könnte die Hirnforschung helfen. Die Erkenntnisse zeigen, dass Männer sich mehr für Dinge interessieren und Frauen sich mehr für Menschen und danach den Beruf auswählen: Männer lernen was mit Dingen, z. B. Maschinenbau, und Frauen was mit Menschen und studieren z. B. Kommunikation. Hinterher stellen die Männer erstaunt fest, dass sie mit Menschen kommunizieren müssen, um Maschinen zu verkaufen oder zu verbessern, und die Frauen müssen plötzlich technische Inhalte kommunizieren. Dem bösen Erwachen kann vorgebeugt werden, wenn Berufe in ihren vielen Aspekten dargestellt werden. Vielleicht können dann auch mehr Frauen für technische Berufe gewonnen werden; wenn gezeigt wird, dass es nicht nur um Dinge, sondern auch um Menschen geht.