Aussichten 2015

09.12.2014

Die aktuelle Grosswetterlage für die MEM-Industrie Schweiz ist durchzogen. Bei einigen Unternehmen sind die Auftragsbücher prall gefüllt, andere machen Kurzarbeit. Die unsichere politische Lage im Osten macht die Situation nicht besser.

Lichtblicke sind dagegen die stark gesunkenen Energiepreise als auch die anziehende Konjunktur in den USA. Für die Schweiz sind die Prognosen für das nächste Jahr verhalten bis vorsichtig optimistisch.
Früher war der Wirtschafts-Motor einzig und allein die USA. Wenn der brummte, dann brummte es überall. Man musste demnach nur den USA den Puls fühlen. Heute sieht die Sache massiv komplexer aus. Es gibt mehrere starke Player im Markt. Allen voran USA und China. Vergessen geht manchmal das starke Zentral-Europa rund um Deutschland. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft prognostiziert für 2015 für den wichtigsten Schweizer Handelspartner Deutschland ein BIP-Wachstum von 1.9 %. Für die USA werden 3 % vorhergesagt. Das wären befriedigende Voraussetzungen für die Schweizer Exportwirtschaft. Unsere SMM-Umfrage bei Schweizer Zuliefer-unternehmen der MEM-Industrie in SMM 23/2014 zeichnet dem gegenüber ein zurückhaltenderes Bild. Unsere SMM-Umfrage widerspricht - auf den ersten Blick - auch dem jüngsten KOF-Konjunktur-Barometer der ETH, dort heisst es: Die Schweizer Konjunktur dürfte sich in den kommenden Monaten freundlich entwickeln. Das hört sich auf den ersten Blick widersprüchlich an, ist es aber nicht. Denn das KOF-Konjunktur-Barometer berücksichtigt alle Wirtschaftszweige, die MEM-Industrie macht nur einen Bruchteil (ca. 18 %) davon aus, der laut KOF als einziger Wirtschaftssektor ins Negative tendiert. Ein wichtiger Grund für diese eher verhaltene Prognose ist nach wie vor der starke Schweizer Franken. Meine gewagte Prognose: Alles zusammengenommen wird 2015 sehr ähnlich wie 2014 verlaufen.