Das hat gesessen!

04.02.2015

Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Euromindestkurs von 1,20 aufzuheben, hat die Schweizer Wirtschaft und Politik ins Mark getroffen.

Hat man sich doch gerade erst auf den Mindestkurs ausgerichtet, muss man schon wieder über die Bücher. Besonders hart trifft es die exportorientierte MEM-Industrie.

Aber sind wir doch ehrlich: Dass dieser Entscheid einmal kommen musste, war klar. Dass er so überraschend kam, jedoch nicht. Nun ist es an der Zeit, sich mit den realen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Dabei auf eine Erholung des Euros zu hoffen, wäre fatal. Nach dem Entscheid der EZB, bis 2016 die Geldmenge um 1,14 Billionen Euro auszuweiten, bleibt der Druck auf den Schweizer Franken bestehen. Die Grossbank HSBC rechnet bis Ende Jahr mit einer weiteren Aufwertung des CHF, konkret mit einem Eurokurs von 96 Rappen.

Die Geschichte mit dem Euro ist nicht neu. Als Bundesrat Johann Schneider-Ammann noch Swissmem-Präsident war, warnte er von einem Eurokurs unter 1,50. In der Zwischenzeit fiel der Eurokurs weiter und heute sind wir auf Paritätsniveau. Und wie man sieht, den Werkplatz Schweiz gibt es immer noch. Die Luft wird dünner, das steht fest, und die zu ergreifenden Massnahmen vermutlich auch schmerzhafter für die Betroffenen. Dennoch, die Vergangenheit hat gezeigt, wie anpassungsfähig die Schweizer Unternehmer sind und wie gut sie sich harten Herausforderungen stellen. Das werden sie auch jetzt tun. Vielleicht wird man einmal sagen, es gab einen Werkplatz Schweiz vor dem Euromindestkurs und einen Werkplatz Schweiz nach dem Euromindestkurs. Aber einen Werkplatz Schweiz wird es immer geben.