Der Fünfer und das Weggli

29.04.2015

Viele Unternehmen sind stolz auf ihre Traditionen. Gleichzeitig zeigen sie auf, wie innovativ sie sind. Doch wie passt das zusammen: Tradition und Innovation? Es passt, und zwar wie der Fünfer und das Weggli.

Es gibt kein Firmenjubiläum, bei dem nicht auf die traditionsreiche Geschichte des Unternehmens verwiesen wird. Stolz wird über vergangene Erfolge und gemeisterte Krisen berichtet; seien es 10, 20, 50 oder sogar 100 Jahre. Die Unternehmen wollen damit Langlebigkeit, Verlässlichkeit und Bodenständigkeit zeigen. Wertvolle Werte in einer schnelllebigen Zeit. Nur leider ist mit den Erfolgen von gestern im Heute und Morgen kein Geschäft zu machen. Dafür benötigt es Innovationen, Innovationen, die dem Kunden einen Mehrwert bieten, Innovationen, mit denen der Kunde Geld verdienen kann. Deshalb muss jedes Unternehmen - mit oder ohne Traditionen - auch innovativ sein. Und hier fängt das Problem an. Denn Traditionen können Innovationen im Wege stehen, Sprüche wie «das haben wir schon immer so gemacht» stehen vielleicht für gute Arbeit in der Vergangenheit, aber nicht zwangsläufig für Erfolg in der Zukunft. Wer in der Zukunft erfolgreich sein will, muss sich unter Umständen auch von lieb gewordenen Traditionen verabschieden. Tradition und Innovation, das ist wie der Fünfer und das Weggli, am liebsten hätten man beides, doch ist das eine Voraussetzung für das andere. Man möchte das Weggli haben, aber den Fünfer nicht rausrücken. Aber es braucht den Fünfer, um das Weggli zu kaufen, oder vielleicht ganz etwas anderes. Der Fünfer gibt die Freiheit und die Basis genau wie die Tradition.