80 Jahre Blaser Swisslube

Von Schuhcreme zum Kühlschmierstoff

| Redakteur: Anne Richter

Mit dem optimal abgestimmten flüssigen Werkzeug von Blaser Swisslube konnten mit dem gleichen Werkzeug 11 anstelle von 5 Taschen des Fahrwerkteils aus einer Titanlegierung gefräst werden.
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Mit dem optimal abgestimmten flüssigen Werkzeug von Blaser Swisslube konnten mit dem gleichen Werkzeug 11 anstelle von 5 Taschen des Fahrwerkteils aus einer Titanlegierung gefräst werden. (Bild: Blaser Swisslube)

In diesem Jahr begeht Blaser Swisslube sein 80 jähriges Jubiläum. In dieser Zeit hat sich das Unternehmen von einem Kleinbetrieb für Schuhcreme zu einem Global Player für Kühlschmierstoffe entwickelt. Im hauseigenen Technologie Center wird der Fokus voll auf Forschung und Entwicklung gelegt.

Das erste Erfolgsprodukt der damaligen Blaser+Co. AG war der Blaha-Glanz, eine wasserabstossende Schuhcreme, welche auf den umliegenden Bauernhöfen verkauft wurde. Willy Blaser legte im Krisenjahr 1936 den Grundstein zur heutigen Unternehmensgruppe. Als 20-Jähriger, selbst ohne Anstellung in seinem erlernten Beruf als Maler, gründete er in seinem Elternhaus eine Einzelfirma für die Fabrikation von Schmiermitteln und chemisch-technischen Produkten speziell für die Landwirtschaft. Durchhaltevermögen war aufgrund des Rohstoffmangels in den Kriegsjahren angesagt. Der eigentliche Aufschwung begann nach dem Krieg. Der Kundenkreis erweiterte sich: Neben den Landwirten kamen mechanische Werkstätten, das Bau-, Holz- und Metallbearbeitungsgewerbe und die ersten Industriebetriebe dazu. «Mit dem gleichen Pioniergeist wie zur Gründungszeit wurde unablässig am Weiterausbau der Firma gearbeitet, die Fabrikationsanlagen erweitert, modernisiert, die Forschung und Entwicklung aufgebaut», erzählt der Enkel und heutige Geschäftsführer Marc Blaser.

Schritt für Schritt zum Global Player

Im Jahr 1974 übernahm Peter Blaser (Verwaltungsratspräsident seit 2010) in zweiter Generation das Zepter der Firma. Als Maschineningenieur hat er den Schritt in die Metallbearbeitung initiiert sowie mit dem Aufbau des Vertriebsnetzes in Europa und Übersee begonnen. Aufgrund der internationalen Ausrichtung wurde auch der Firmenname zu Blaser Swisslube angepasst. 1981 wurde in den USA die Blaser Swisslube Inc. in Goshen, New York, gegründet. 1995 und 1996 folgten die Tochtergesellschaften in Deutschland, Tschechien sowie Japan. Heute ist Blaser mit eigenen Tochtergesellschaften und Vertretungen in rund 60 Ländern nahe beim Kunden und beschäftigt weltweit rund 600 Mitarbeiter, davon mehr als 300 in der Schweiz.

Vom Kühlschmierstoff zum flüssigen Werkzeug

Das Unternehmen hat sein Know-how in Sachen Kühlschmierstoff stetig weiterentwickelt. Hierzu wurde das Forschungs- und Entwicklungslabor, mittlerweile das grösste in der Branche, ausgebaut und perfektioniert. Auf einer Fläche von rund 3500 m2 tüfteln rund 70 Chemiker, Mikrobiologen und Laboranten an Kühl- und Schmierstoffen von bester Qualität und analysieren Kühlschmierstoffproben von Kunden aus aller Welt. Um in Sachen Zerspanung dem Kunden einen effektiven Mehrwert zu bieten, wurde im Jahr 2009 das hauseigene Technologie Center eingeweiht. «Auf den Bearbeitungscentern der neusten Generation werden seither die Zerspanungsoperationen der Kunden praxisnah abgebildet sowie die neuentwickelten Kühlschmierstoffe strengen Tests unterzogen. Für uns ist das ein Technologievorsprung, den wir weiter ausbauen wollen», erklärt Marc Blaser und ergänzt: «Die Faktoren Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Bearbeitungsqualität hängen in hohem Masse von der Wahl und der Qualität des Kühlschmierstoffes und vom Know-how der Zerspanungsspezialisten ab. Durch die gebündelte Fachkompetenz aus einer Hand, wird unsere Kühlschmierstofflösung zu einer genau auf die Bedürfnisse des Partners zugeschnittenen Lösung – zum flüssigen Werkzeug.»

Verdoppelung der Werkzeugstandmenge

In einem kürzlich umgesetzten Projekt optimierten die Blaser-Experten im Technologie Center die Werkzeugstandmenge eindrücklich. Ein renommierter Partner fungiert als internationaler Zulieferer und stellt aus einer hochfesten Titanlegierung Fahrwerksteile her. Im topmodernen Technologie Center in Hasle-Rüegsau wurde eine Testreihe gestartet, mit dem Ziel die Werkzeugstandmenge bei der Taschenbearbeitung zu optimieren. Die Spezialisten bei Blaser haben die Situation des Partners auf der DMU 65 Monoblock nachgestellt und mittels einer trochoidalen Frässtrategie umfassende Versuche gestartet. Dabei wurde ein konventioneller Kühlschmierstoff der früheren Generation mit einer optimal auf die Bedürfnisse des Partners zugeschnittenen Kühlschmierstofflösung verglichen. Die Testreihe wurde bis zu einer Verschleissmarkenbreite von 0.30 mm gefahren. Die Ergebnisse waren hervorragend: Mit dem optimal abgestimmten flüssigen Werkzeug von Blaser Swisslube konnten mit dem gleichen Werkzeug 11 anstelle von 5 Taschen gefräst werden, bis der Werkzeugverschleiss einen Abbruch der Bearbeitung notwendig machte. Das erzielte Resultat wurde in mehreren Testreihen bestätigt und entspricht einer Verdoppelung der Werkzeugstandmenge. «Der Partner und auch wir bei Blaser Swisslube sind sehr zufrieden mit den erzielten Ergebnissen. Verbesserungen hinsichtlich der Zykluszeit wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beleuchtet. Auch in diesem Bereich sind wir sehr gerne bereit, mit unserem Partner weiter zu optimieren», erklärt Marc Blaser abschliessend. -ari SMM

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