Steigende Kapazitätsauslastung und Exporte

MEM-Industrie steht vor dem Turnaround

| Redakteur: Sergio Caré

Die Kapazitätsauslastung der Schweizer MEM-Industrie soll im Jahr 2016 steigen, sagt die Swissmem
Bildergalerie: 1 Bild
Die Kapazitätsauslastung der Schweizer MEM-Industrie soll im Jahr 2016 steigen, sagt die Swissmem (Bild: Swissmem)

Nach einem wirtschaftlich schwarzen Jahr 2015 deutet ein leichter Anstieg des Auftragseinganges im ersten Quartal 2016 (+0,9 Prozent) darauf hin, dass die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) die Talsohle durchschritten hat. Allerdings zeigt der gleichzeitige Umsatzrückgang um 8,8 Prozent deutlich, dass die Lage in der MEM-Branche nach wie vor angespannt ist.

Nach einem wirtschaftlich schwarzen Jahr 2015 deutet ein leichter Anstieg des Auftragseinganges im ersten Quartal 2016 (+0,9 Prozent) darauf hin, dass die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) die Talsohle durchschritten hat. Doch der gleichzeitige Umsatzrückgang um 8,8 Prozent zeigt deutlich: Die Lage ist nach wie vor angespannt.

Kapazitätsauslastung steigt wieder

Nach fünf Quartalen mit rückläufigen Bestellungseingängen nahmen die Aufträge in der MEM-Industrie erstmals wieder leicht zu. Sie wuchsen im ersten Quartal 2016 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 0,9 Prozent. Diese Zunahme gründet auf einer Belebung der Auslandsnachfrage. Aufgrund des schwachen Auftragseinganges im letzten Jahr gingen hingegen die Umsätze in der MEM-Branche erwartungsgemäss weiter zurück. Im Vergleich zum Vorjahresquartal reduzierten sie sich im ersten Quartal 2016 um 8,8 Prozent. Damit sank der Indexstand bei den Umsätzen auf den tiefsten Wert der letzten zehn Jahre ab.

Die Kapazitätsauslastung in der MEM-Branche reduzierte sich auf 86,5 Prozent, blieb aber über dem langjährigen Durchschnitt von 86,3 Prozent. Bei der jüngsten Erhebung durch das KOF erhöhte sie sich gar wieder.

Zunahme der Exporte in die EU

Der Rückgang bei den Exporten hat sich im Vergleich zum letzten Jahr verlangsamt. Gemäss den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung sanken sie im ersten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch um 1,7 Prozent (Exportrückgang 2015 insgesamt: –4,6 Prozent) und erreichten einen Warenwert von CHF 15,6 Milliarden. In den einzelnen Produktbereichen entwickelten sich die Ausfuhren unterschiedlich. Im Maschinenbau reduzierten sie sich um 1,7 Prozent, bei den Metallen um 1,2 Prozent und in der Elektrotechnik/Elektronik um 2,9 Prozent. Hingegen stiegen sie bei den Präzisionsinstrumenten um 0,9 Prozent. Geografisch betrachtet wächst der Absatzmarkt in den USA weiterhin am dynamischsten (+2,7 Prozent). Es fällt auf, dass die Exporte auch in die EU wieder angestiegen sind (+1,0 Prozent). Die moderate Erholung der europäischen Konjunktur sowie die Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro dürften die Gründe dafür sein.

Trendwende im zweiten Halbjahr?

Die Geschäftszahlen der MEM-Industrie zeigen, dass die Folgen des Währungsschocks noch nicht ausgestanden sind. Die Unternehmen stehen nach wie vor unter grossem Druck. Auch bei der Beschäftigung werden die Konsequenzen des teuren Schweizer Frankens deutlicher sichtbar. Im 1. Quartal 2016 arbeiteten 319 400 Mitarbeiter in den Schweizer MEM-Betrieben. Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses gingen gemäss den Zahlen des BfS 10 800 Stellen verloren.

Ergänzendes zum Thema
 
Rasche Ratifizierung des Kroatien-Protokolls gefordert
Für die langfristig positive Entwicklung des Werk- und Denkplatzes Schweiz ist eine rasche Ratifizierung des Kroatien-Protokolls von sehr grosser Bedeutung. Nur so kann die Vollassoziierung an das EU-Forschungsprogramm «Horizon 2020» zurückgewonnen werden.

Immerhin nährt die positive Entwicklung beim Auftragseingang die Hoffnung, dass der Tiefpunkt erreicht ist. Voraussetzungen dafür sind, dass der Schweizer Franken nicht wieder erstarkt und der Export nach Europa ansteigt. Die Erwartungen der MEM-Industrie sind weiterhin verhalten und die Unsicherheiten (u. a. BREXIT, Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative) erheblich. In der jüngsten Umfrage rechnen 36 Prozent der Firmen in den kommenden zwölf Monaten mit einem höheren Auftragseingang aus dem Ausland. Hingegen befürchten nur gerade 17 Prozent eine Verschlechterung bei den Bestellungen. sc SMM

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44080664 / Konjunktur & Bilanzen)

Eine kurze Frage...

Bitte beantworten Sie uns eine kurze Frage, bevor Sie den Artikel lesen. Ihre Antwort hilft uns dabei, unsere Inhalte zu verbessern.

Wie wichtig ist additive Fertigung für Ihre berufliche Praxis?