Werkzeugmanager

Das gleiche Gespür wie für den Kleiderschrank

| Redakteur: Anne Richter

BWB-Geschäftsführer Daniel Bührer (li.) hat Claudio Tettamanti von der Tecnopinz SA von seinem Werkzeugmanager Deposyta überzeugt.
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BWB-Geschäftsführer Daniel Bührer (li.) hat Claudio Tettamanti von der Tecnopinz SA von seinem Werkzeugmanager Deposyta überzeugt. (Bild: BWB)

Die Tecnopinz SA im Tessiner Mezzovico setzt bei ihrem Lager auf den Werkzeug-Toolmanager von Deposyta. Die in zweiter Generation geführte Unternehmung, die auf die Entwicklung und Herstellung hochpräziser Spannsysteme spezialisiert ist, hat genug von zeitintensivem Suchen nach geeigneten Werkzeugen, Schrauben und sonstigen Hilfsmitteln während der kostensensitiven Produktion für ihre Kunden.

Die Brüder Nicola und Claudio Tettamanti sind junge Unternehmer, die sich für die Führung ihrer Unternehmung mit 40 Mitarbeitern, die sie von ihrem Vater Enrico 2010 übernommen haben, eine klare Maxime gesetzt haben: «Die Welt besteht aus Ungenauigkeiten, wähle die geringste.» Diesen Leitsatz setzen sie auch in der Entwicklung und Produktion der präzisen Spannsysteme-Teile ein, die sie für Kunden produzieren. Gestört hat Claudio Tettamanti beim Produzieren schon länger ein scheinbares Detail: Nämlich herumliegende Werkzeuge, fehlende Bohrer und nicht auffindbares Verbrauchsmaterial, das eigentlich vorhanden sein sollte. «Meine Mitarbeiter sind konzentriert an der Arbeit, brauchen ein neues Werkzeug für die Maschine, nehmen das eine weg, legen es auf die Werkbank und spannen das nächste ein», sagt Tettamanti. Jede Arbeit benötige andere Werkzeuge, da die Losgrössen in ihrem Umfeld eher klein seien. «Ein Arbeiter sucht ein Werkzeug, der andere findet es nicht – ein unhaltbarer Zustand», fand Tettamanti. «Diese Kosten sind nicht transparent ausgewiesen und doch sind sie massiv und somit ein Kostenfaktor in der Produktion.» Eine Lösung musste her, getreu der Maxime, die geringste Ungenauigkeit zu erreichen. Tettamanti suchte nach einem Storagesystem. «Ich habe viele Systeme auf dem Markt geprüft. Es gibt einige Paternoster-Systeme, die jedoch zu gross waren oder nur für bestimmte Werkzeuge ausgelegt.»

Visuelle Erkennung

Durch Zufall erwähnte Claudio Tettamanti sein Problem bei Daniel Bührer, Geschäftsführer der BWB Werkzeugmaschinen AG, der jüngst mit dem Deposyta-Werkzeugmanager ein modulares System in sein Produktportfolio aufgenommen hat. Claudio Tettamanti überzeugten die ersten Informationen von Bührer: «Es schien wie für uns gemacht: Solide gebaut, Werkstatt-tauglich und modular bestückbar», so Tettamanti. Ein Besuch beim Hersteller HEN s.r.l. in Modena räumte sämtliche Zweifel aus. «Die einfache Bedienung über den Touchscreen und die beweglichen Kassetten, die für jede Grösse von Werkzeug bis zum Schleifpapier ein ideales Fach bieten kann, ist bestechend», erklärt Bührer. Tettamanti hatte seinen Werkzeug-Manager gefunden. Allerdings wollte er zwingend ein Bild der eingelagerten Teile im System hinterlegen. «Das Bild zu hinterlegen, war ein absolutes Killer-Kriterium», sagte Claudio Tettamanti deutlich. «Die visuelle Unterstützung ist wichtig. Ich suche ein Teil und will auf den ersten Blick abschätzen können, ob das Teil in Form, Beschichtung und Grösse das Gewünschte ist. Die technischen Details kann ich nachlesen, da sie im System hinterlegt sind.» Die Teile in einem externen Gerät zu fotografieren und einzulesen, war eine zu aufwendige Lösung, Tettamanti ist Praktiker und wollte es direkt im Barcodescanner integrieren. «Eine schnellere Variante gibt es nicht», sagt er.

Der Hersteller HEN arbeitete lösungsorientiert und präsentierte innert Kürze einen Prototyp des bildgebenden Barcodescanners. «Das eingelesene Bild war im Vollformat auf dem ganzen Screen zu sehen. Meine anfängliche Skepsis über die Bildqualität hat HEN schnell entkräftet und eine kleinere Bildgrösse gewählt, die für unseren Zweck vollauf reichte, die dafür aber ohne zeitliche Verzögerung auf dem Screen geladen wird.» Tettamanti gab die Bestellung bei BWB auf und machte sich an die Vorbereitung innerhalb von Tecnopinz. «Ich war schon gespannt, ob die Mitarbeiter das neue Gerät akzeptieren würden im täglichen Arbeitsablauf. Bis dato waren sie sich eine herkömmliche Lösung gewöhnt: Farbige Plastikboxen im Lagergestell, sauber angeschrieben. Diese Lösung ist jedoch etwas völlig Neuartiges – auch im Handling.»

Zu 80 Prozent gefüllt

Mit Hilfe des Werkstattchefs bereitete Tettamanti die Überführung der Teile in den Werkzeugmanager vor. Sie definierten Benutzer und verteilten Rechte für die einzelnen Abteilungen, so dass sie nur auf gewisse Teile zugreifen dürfen. Als der Deposyta-Werkzeugmanager im September 2014 in Mezzovico eintraf und inmitten der Werkhalle für alle gut zugänglich platziert wurde, war Tecnopinz gut gerüstet für das neuartige System. Nach einem Monat waren bereits zwei Abteilungen versorgt und arbeiteten problemlos mit dem neuen System. Die weiteren Abteilungen wurden nacheinander im System eingeführt. «Es ging ohne Nebengeräusche über die Bühne – die Akzeptanz war von Seiten der Mitarbeiter sofort da», lobte Tettamanti. Der Werkzeugmanager wurde nicht direkt mit dem ERP-System von Tecnopinz gekoppelt, obwohl das möglich wäre, wie Bührer sagt. «Wir haben im Deposyta Mindestmengen definiert für die wichtigsten Teile und werden automatisch benachrichtigt, wenn etwas ausgeht und wir für Nachschub sorgen müssen», so Tettamanti. Da der Werkstattchef auch den Einkauf der Werkzeuge erledigt, sei dies ein idealer Ablauf.

Mittlerweile ist der Deposyta-Werkzeugmanager ein fixer Bestandteil der Arbeitswelt von Tecnopinz und läuft störungsfrei. Rund 1430 Artikel sind eingelagert mit mehreren tausend Einzelteilen und der Werkzeugmanager ist damit zu 80 Prozent gefüllt. «Wir benutzen den Werkzeugmanager intensiv», so Claudio Tettamanti, «und haben rund 2000 Bewegungen in einem Monat zu verzeichnen. Bei jeder Bewegung sehen wir auch, wer sie ausgelöst hat, und wissen daher, wo sich die Teile befinden, die dem Werkzeugmanager entnommen wurden.» Durch die Glasscheibe gleich neben dem Eingabeterminal sieht der Benutzer die Kassetten und das Liftsystem und konzentriert sich auf die Ein- und Ausgabe seiner Teile. «Ein nicht zu unterschätzender Faktor», sagt Tettamanti. «Die Mitarbeiter bleiben direkt am System stehen und diskutieren nicht mit einem Mitarbeiter daneben über etwas Anderes.» Das System lässt es zu, dass der Mitarbeiter alle gewünschten Teile nacheinander eingibt, ohne darauf zu warten, dass ein Teil ausgegeben wird, bevor er das nächste anfordert.

Hohe Ansprüche erfüllt

Auch wenn Claudio Tettamanti gegenüber dem auf Windows basierenden System skeptisch war, ist er heute vom Deposyta-Werkzeugmanager überzeugt. «Wir sind zu 98 Prozent zufrieden mit dem System», stellt er eine gute Note aus. Auch wenn es je nach Position des eingelagerten Teiles bis zu 30 Sekunden dauern kann, bis das Teil der Schublade entnommen werden kann: «Der Werkzeugmanager ist ein mechanisches System und daher ist die Geschwindigkeit limitiert», erklärt Bührer. Er ist jedoch zuversichtlich, dass solche Ansprüche auch vom Hersteller HEN in Zukunft adressiert werden. «Ich erlebe sie als innovativ und lösungsorientiert, wie sie mit der Kamera bereits bewiesen haben.» Für die Gebrüder Tettamanti passt der Deposyta-Werkzeugmanager in ihre moderne Herstellungsweise und in ihre Philosophie: «Die Welt besteht aus Ungenauigkeiten, wähle die geringste.» <<

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