ExoMars: Europa und die Schweiz machen nächsten Schritt zum roten Planeten

ESA startete die erste von zwei Missionen zum Mars

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Ziele von «ExoMars 2018»

Die zweite Mission des ExoMars-Programms, die in zwei Jahren starten soll, soll dann einen europäischen Rover auf der Marsoberfläche landen, der präzise wissenschaftliche Instrumente mitführen wird, um nach Leben auf dem Mars zu suchen. Diese Mission wird von den Erfahrungen der 2016 Mission profitieren, v.a. in den Bereichen der Landenavigation, der Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Marsatmosphäre, der Kommunikationsinfrastruktur und des Missionsbetriebs.

Schweizer Beiträge

Nebst der obengenannten Entwicklung des CaSSIS-Instruments durch eine Zusammenarbeit zwischen akademischen und industriellen Akteuren in der Schweiz gibt es auch wertvolle Beiträge von Schweizer Firmen an die Entwicklung von TGO selbst. So wurde der Haupt-Trennmechanismus zwischen TGO und Schiaparelli, der ein kritisches Element für das Erreichen eines Missionserfolgs darstellt, von der Firma Ruag Space in Zürich entwickelt. Der Ruag-Standort Nyon lieferte Schleifringe für die Drehmechanismen der Sonnenpaneele des TGO. Weiter bauten die Firmen Apco Technologies in Aigle mechanische Bodenunterstützungsausrüstung (wie z.B. spezielle Transportcontainer). Die Firma Clemessy in Basel steuerte elektrische Komponenten für die Bodentestanlagen bei, während das KMU Adelsy in Riazzino zur konzeptionellen Entwicklung des bordeigenen Datenverarbeitungssystems beitrug. Weitere Schweizer Beiträge an das ExoMars-Programm sind auch für die 2018 Mission geplant.

Video des Starts

Missionsverlauf

Die ExoMars-Mission 2016 soll am 14. März von einer russischen Proton-Trägerrakete in Baikonur, Kasachstan, gestartet und in eine sieben-monatige Flugbahn zum Mars eingeschossen werden. Kurz vor dem Eintreffen bei Mars am 16. Oktober wird Schiaparelli von TGO abgetrennt. Drei Tage später soll die Landeeinheit in die Marsatmosphäre eintreten und auf der Oberfläche aufsetzen. TGO wird durch mehrere Bahnmanöver in eine Umlaufbahn um den Mars einschwenken und im Dezember mit der wissenschaftlichen Mission beginnen. Gleichzeitig wird der Satellit auch seine Funktion als Datenrelaisstation für die Rover der Nasa beginnen, welche er dann auch für die ExoMars-2018-Mission wahrnehmen wird.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat mehr als 70 Satelliten entwickelt und führt zurzeit 18 Missionen durch, darunter «Rosetta» und «MarsExpress». Unter Führung der ESA wurden auch das neue Europäische Satellitennavigationssystem Galileo, diverse Umweltüberwachungssatelliten sowie die Trägerraketen «Ariane» und «Vega» entwickelt. Die Schweiz beteiligt sich jährlich mit rund 140 Millionen Euro an der ESA, deren Gesamtbudget für 2016 sich auf 5,3 Milliarden Euro beläuft. Dank dieser Beteiligung können Schweizer Forschungsinstitute und die Raumfahrtindustrie ihre ausgezeichneten wissenschaftlichen und technologischen Kompetenzen nutzen und weiter vertiefen und erhalten einen wettbewerbsfähigen Zugang zu internationalen Projekten und Märkten.

Seit 2012 präsidiert die Schweiz, gemeinsam mit Luxemburg, erfolgreich den ESA-Rat auf Ministerebene. Diese Co-Präsidentschaft dauert noch bis zur nächsten Ministerratstagung, welche im Dezember 2016 in Luzern stattfindet. <<

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