16.05.2024

VOC-Messung zur Optimierung der Betriebskosten bei der Produktion von Schleifmitteln

Hermes Schleifmittel aus Bad St. Leonhard im österreichischen Kärnten produziert Präzisionsschleifmittel für die Industrie. Als lösemittelverarbeitender Betrieb nimmt die Abgasreinigung aus Sicht des betrieblichen Umweltschutzes dabei einen hohen Stellenwert ein. Die optimale (Nach-) Verbrennung der in der Produktion verwendeten Kohlenwasserstoffe ist somit ein wahrlich heisses Thema, das eng mit den anfallenden Energiekosten verknüpft ist. Eine massgeschneiderte Messtechnik-Analysenlösung für die VOC-Messung (VOC = volatile organic components) war der Schlüssel zur Ausschöpfung erheblicher Energie-Einsparungspotenziale.

Geht es um die Bearbeitung von Oberflächen aller Art, sind Schleifmittel nicht wegzudenken. Viele von uns verwenden sie – zum Beispiel in Form von klassischem Schleifpapier – beinahe täglich. Aber wer denkt da schon intensiv über ihre Fertigung nach? Die Spezialisten der Hermes Schleifmittel GmbH machen das. Die Herstellung von Schleifmitteln ist nämlich gar nicht so einfach – vor allem wenn es sich um Industrieanwendungen handelt. Die Unternehmensgruppe Hermes produziert über 1.500 Werkzeugvarianten, wie Schleifbänder, Blattscheiben, Rollen oder Blätter, die beispielweise bei der Präzisionsbearbeitung in der Medizintechnik oder der Motoren- und Getriebeindustrie Verwendung finden.

Der Herstellungsprozess von Schleifmitteln

Die 1,62 Meter breiten Schleifbänder werden als „Endlosrollen“ produziert. Ausgangsprodukt sind Papierrollen, die zuerst durch eine Stempelmaschine laufen, um auf der Rückseite alle erforderlichen Produktspezifikationen aufzudrucken. Danach wird das Band durch eine Grundiermaschine geführt, die den Leim aufträgt. Der nächste Arbeitsschritt erfolgt in der Streumaschine. Dort wird das Schleifkorn elektrostatisch aufgeladen, dass dadurch in der vorgegebenen Menge und Verteilung auf das mit dem Leim präparierte Band aufgetragen wird. „Ein Arbeitsprozess, der ein besonders hohes Maß an Genauigkeit erfordert“, erläutert Michael Hartl, Leitung Elektrotechnik bei Hermes Schleifmittel. „Die Streuung und die Körnung sind entscheidend für das Schleifergebnis.“

Ab in den Ofen

„Wurde das Korn aufgebracht, kommt das Band in den ersten Trocknungsofen. Dort wird es in Schlaufen aufgehängt durch den Ofen geführt“, erklärt Hartl. Im nächsten Arbeitsschritt kommt ein Deckleim auf das Band, der eine Verschleißschicht bildet und das Schleifmittel länger haltbar macht. Dann wird das Band in einem weiteren Ofen getrocknet und schließlich auf eine „Jumbo-Rolle“ gewickelt. Im Zuge der Trocknung werden aus den verwendeten Rohrstoffen die Lösemittel ausgetrieben. Für diese Gase gelten in Österreich strenge Auflagen zur Emissionsbegrenzung. Daher muss die Abluft einer Reinigung unterzogen werden. Bei Hermes Schleifmittel in Bad St. Leonhard wurde dafür in eine moderne RTO-Anlage investiert. Die „Regenerative Nachverbrennung“ (engl. Regenerative thermal oxidation, RTO) ist ein Verfahren zur thermischen Abgasreinigung und wird bevorzugt zur Minderung von Kohlenwasserstoffemisionen eingesetzt. Die dabei entstehende Abwärme wird bei Hermes unter anderem für die Beheizung der Firmengebäude eingesetzt und ergänzt die vorhandene Hackschnitzel-Heizung.

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