10.07.2024
Zukunftsweisende Outdoor-Anwendung – automatisierter Gabelstapler übernimmt Materialhandling
Bei Ostendorf Kunststoffe GmbH unterstützen jetzt automatisierte Stapler die Logistikkette und übernehmen mühsame, repetitive und unattraktive Aufgaben im Aussenbereich. Dabei stand man anfangs vor der Herausforderung, den sicheren und effizienten autonomen Betrieb im Outdoor-Bereich zu ermöglichen. Doch die erfolgreiche Umsetzung mit einem durchdachten Sensorikkonzept gelang dank der Zusammenarbeit von drei ausgewiesenen Spezialisten für Industrieautomatisierung: dem Staplerexperten Linde Materialhandling, dem erfahrenen Automatisierer Götting und dem Marktführer für Industriesensorik SICK.
Der Trend zur Automatisierung von Flurfördergeräten im Außenbereich nimmt weiter Fahrt auf. Gründe sind nicht nur die gestiegenen Anforderungen an Produktivität und Sicherheit, sondern vor allem der gravierende Fachkräftemangel. Als einer der Pioniere der Branche hat die Götting KG vorausschauend schon vor über zwei Jahrzehnten mit der Gründung eines innovativen Geschäftsbereichs, der Abteilung „FOX“, ihr Angebotsspektrum um die Automatisierung von Seriennutzfahrzeugen erweitert. Doch erst mit der momentanen gravierenden Zuspitzung der Personalsituation in den produzierenden Branchen ist die Nachfrage auf das jetzige hohe Niveau geklettert, erläutert Felix Weiß, Leiter Flurförderzeuge, Götting: „Wir haben mittlerweile eine geradezu dramatische Personalknappheit in den Unternehmen. Besonders in der Lagerlogistik fehlen Staplerfahrer, da deren Aufgabengebiet in der Regel wenig anspruchsvoll und stark repetitiv ist. Darüber hinaus erscheint der Schichtbetrieb wenig attraktiv. Eine Lösung des Problems bietet die Automatisierung von Staplern auch im Außenbereich, sie generiert einen schnellen Benefit und verhilft in letzter Konsequenz den Unternehmen im harten Wettbewerb zu bestehen.“
Zukunftsfähig dank Automatisierung
Um zukunftsfähig zu bleiben, setzt deshalb auch die Ostendorf Kunststoffe GmbH auf fahrerlose Transportsysteme. Seit mehr als 50 Jahren zählt das Unternehmen zu den führenden Herstellern von Abwasserrohrsystemen in Deutschland und will diese Marktposition mit kontinuierlichen Investitionen in die Automatisierung seines Materialflusses weiter ausbauen.
Auf dem Werksgelände in Vechta übernehmen seit kurzem automatisierte Stapler das Handling und den Transport des Materials. Dazu wurde ein Linde E20 LI-Ion Gabelstapler mit Sensorik von SICK so umgerüstet, dass er Lastenhandling und Transport selbständig ohne Benutzerinteraktion nach einer definierbaren Prioritätenliste ausführen kann. Das AGV arbeitet ohne Leitsteuerung und erstellt sich seine Transportaufträge selbstständig über Sensormeldungen an die Fördertechnik. Zunächst wird kartonierte Ware auf EU-Standardpaletten über Rollen- und Kettenförderer vor den Produktionshallen bereitgestellt. Die automatisierten Gabelstapler holen die beladenen Paletten dort selbstständig ab. Sie transportieren das Material im Outdoor-Bereich auf vordefinierten Routen zum Zwischenlager und übergeben es zur Einlagerung an die Fördertechnik. In der aktuellen Ausbaustufe verbindet das AGV drei Quellen mit einer Senke, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Die Erweiterung der Anlage um eine Quelle und zwei Senken ist in der Umsetzung.
