29.08.2024
Warum bei Sonnenschein im Keller sitzen nicht die beste Lösung ist: Tailored Safety Solutions
Nur mit Sonne auf der Haut kann der menschliche Körper lebenswichtiges Vitamin D bilden. Doch drohen ohne Schutzmaßnahmen ernste Gefahren, die aber der Mensch mit unterschiedlichen, individuell an Konstitution und Umgebung angepassten Schutzmaßnahmen bannt. Solche Sicherheitslösungen benötigen auch Roboter, die immer weiter in die menschliche Arbeits- und Lebenswelt vordringen. Sie kommen in den vielfältigsten Umgebungen von Intralogistik bis Service zum Einsatz und unterscheiden sich zunehmend in Größe, Gewicht und Geschwindigkeit. Um zu passender und angemessener Maschinensicherheit zu kommen, setzt SICK den gesetzlich geforderten Prozess zur Risikobeurteilung so effizient wie möglich um. Das umfassende Safety-Portfolio ermöglicht die Realisierung einer stets wirtschaftlich optimalen Lösung.
Der sicheren Einordnung eines Risikos geht die genaue Analyse der Gefährdung voraus. Das gilt immer und für alle Bereiche des menschlichen Lebens. So wäre bei der Risikobeurteilung von Sonneneinstrahlung auf die menschliche Haut das Sicherste, im Keller sitzend UV-Strahlung zu meiden. Doch da Menschen ohne Sonnenlicht erst recht Gefahr laufen ernsthaft zu erkranken, wägen sie das Risiko ab und haben eine Vielzahl von Lösungsstrategien entwickelt: Je nach Strahlungsstärke tragen sie wahlweise langärmlige helle Kleidung, halten sich im Schatten auf und/oder benutzen Sonnencreme mit passendem UV-Filter.
Skalierbarkeit mit umfassendem Portfolio
Eine solche Maßnahmen-Skalierung bei der Wahl des richtigen Schutzes in Abhängigkeit bestimmter Umgebungsfaktoren führt auch bei Safety-Lösungen in der industriellen und serviceorientierten Arbeitswelt zum Erfolg. Skalierbarkeit bedeutet bei SICK, dass die Sicherheitslösung exakt zur identifizierten Gefährdung passt und das Portfolio die vielfältigen Anwendungsfälle adäquat bedienen kann. Das Angebot reicht von Produkten, Systemen und Services mit einem sehr hohen Risikominderungspotenzial von Performance Level e (Pl e) (Sicherheitslichtvorhänge) und Pl d (Sicherheitslaserscanner), bis hin zu Lösungen, die risikoärmere Gefährdungen mit einem Pl c (sichere Mehrstrahlscanner) oder gar Pl b (sichere Distanzsensoren) absichern können. Darüber hinaus lassen sich die einzelnen Komponenten auch in eine Systemlösung überführen, um kunden- und applikationsspezifische Anforderungen passend abzusichern (Objektdetektionssystem AOS).
Das vorausgehende Risk Assessment startet mit der Festlegung der Grenzen der Maschinenfunktionen und der Identifikation von Gefährdungen. Die anschließende Risikoeinschätzung und Risikobewertung folgt der Faustformel: Risiko ist gleich Schadensausmaß mal Eintrittswahrscheinlichkeit. Dabei ergibt sich je nach individueller Applikation entweder ein hohes oder niedriges Risiko und führt zur Einordnung in den erforderlichen Performance Level (PL r) gemäß ISO 13849-1.
Passgenaue Lösungen nach tiefgehender Analyse
Grundsätzlich empfiehlt SICK beispielsweise als Lösung für zuverlässigen Kollisions- und Personenschutz beim Einsatz schwerer mobiler Roboter mit PL d den nanoScan3 mit geringem Platzbedarf sowie den robusten microScan3. Doch ob in der Applikation mit einem AGV, einem AGC oder AMR wirklich immer eine Lösung für PL d notwendig ist, entscheidet erst die tiefergehende Analyse im individuellen Fall: Handelt es sich um einen zugangsbeschränkten automatisierten Bereich, in dem sich ausschließlich geschultes Personal aufhält? Wie schnell fährt das Fahrzeug, wie schwer (beladen) ist es und wie lange ist der Bremsweg? Neben der Beantwortung dieser Fragen wird das Expertenteam aus Anwender, AGV-Hersteller und SICK Safety-Experten zudem untersuchen, wie sich das Risiko auf die Schwere der Verletzung auswirken könnte, wie häufig oder wie lange das Risiko auftritt und welche Möglichkeiten es gibt, diese zu vermeiden.
