27.03.2025

Mensch-Roboter-Kollaboration: die fünf grössten Herausforderungen

Moderne kollaborative Roboter ermöglichen die effiziente Automatisierung von Produktionsprozessen, die so bis vor Kurzem noch undenkbar war. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Roboter und Mensch werden auch flexible und komplexe Teilschritte mit hoher Produktivität umgesetzt. Dafür sind jedoch dynamische Sicherheitslösungen und Konzepte nötig, um die Herausforderungen der Absicherung der Interaktion zwischen Menschen und Robotik zu überwinden. Insbesondere bei der direkten Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK), wenn also beide zur gleichen Zeit im gleichen Arbeitsraum aktiv sind, hat Sicherheit oberste Priorität. Dafür bietet das umfassende Sensor-Portfolio von SICK innovative und intelligente Lösungen mit Sensortechnologien für Robot Vision, Safe Robotics, End-of-Arm Tooling und Position Feedback. Wir haben die fünf grössten Challenges der MRK identifiziert und stellen eine zukunftsweisende, neue Safety-Lösung vor.

Viele Industriebranchen sehen sich zunehmend vor ein Dilemma gestellt: Einerseits herrscht Fachkräftemangel, andererseits müssen Produktionskapazitäten ausgeweitet und Fertigungsqualität sichergestellt werden. Eine Vollautomatisierung mit kompletter Prozessumstellung ist jedoch nicht immer sinnvoll und wirtschaftlich. In vielen Fällen bietet sich eine schrittweise Automatisierung von Teilprozessen zur Problemlösung an. Dabei werden Handarbeitsplätze mit kollaborativen Robotern partiell automatisiert oder in Hybrid-Arbeitsplätze umgewandelt. Aufgrund der vielen Vorteile der Teilautomatisierung nimmt die Entwicklung der Mensch-Roboter-Kollaboration weiter Fahrt auf. Doch wenn Mensch und Roboter immer enger zusammenarbeiten, verändern sich auch die Anforderungen an die Sicherheit.

Stand der Technik in der Mensch-Roboter-Kollaboration

Cobots haben den Robotermarkt revolutioniert: Die Einfachheit der Integration und Programmierung ermöglicht mittlerweile in der Regel eine problemlose Umsetzung von Robotikanwendungen. Gleichzeitig sind Cobots sicher: Durch bereits integrierte Sicherheitsfunktionen, wie sicherer Kraft- und Geschwindigkeitsüberwachung, und einem kollaborativen Design des Roboterarms ohne scharfe Ecken und Kanten eignen sie sich ideal für die enge Zusammenarbeit mit dem Menschen. Was allerdings Probleme bereitet, ist der Werkzeug-, bzw. Werkstückbereich, der durch die inhärenten Cobot-Schutzmassnahmen in vielen Fällen nicht automatisch mit abgesichert ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat die echte, sichere, effiziente und produktive Mensch-Roboter-Kollaboration bis heute nicht den erwarteten Durchbruch erreicht. Denn um MRK-Anwendungen sicher betreiben zu können, dürfen bestimmte Druck-Grenzwerte an potenziellen Quetschstellen nicht überschritten werden. Sind die Kontaktflächen klein, z.B. an Werkzeug- oder Werkstückkanten, können diese Grenzwerte – wenn überhaupt – nur durch eine drastische Einschränkung der Robotergeschwindigkeit eingehalten werden. Zusätzlich können teure kollaborative Werkzeuge notwendig sein. MRK-Anwendungen sind damit sehr häufig weder ausreichend effizient und sicher umzusetzen noch produktiv zu betreiben. Viele Betreiber scheuen diese Einschränkungen, verzichten auf den MRK-Anspruch und sichern die Anwendung ganz klassisch z.B. mittels Einzäunungen oder Sicherheits-Laserscanner ab. Ausserdem stellt sich die Frage nach der Akzeptanz beim Bedienpersonal, also denjenigen, die tagtäglich mit dem Roboter in enger Kollaboration sind. Alle heute verfügbaren Absicherungsmassnahmen greifen erst, wenn es bereits zu einer Berührung oder Quetschung gekommen ist. Es liegt auf der Hand, dass sich Menschen dabei unbehaglich fühlen und der Sicherheitsapplikation kein volles Vertrauen entgegenbringen.

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