Teilereinigung

Höchste Präzision und Qualität in höchster Lage

| Autor: Anne Richter

Seit 25 Jahren entstehen bei der Distec AG «Ideen in Metall und Kunststoff» mit höchster Präzision und Qualität. Hier eine Auswahl an Dreh- und Frästeilen.
Bildergalerie: 1 Bild
Seit 25 Jahren entstehen bei der Distec AG «Ideen in Metall und Kunststoff» mit höchster Präzision und Qualität. Hier eine Auswahl an Dreh- und Frästeilen. (Bild: Anne Richter, SMM)

Vielseitigkeit, höchste Präzision und Qualität sind die Leitlinien der Distec AG. Das Unternehmen aus Disentis fertigt Dreh- und Frästeile, montiert ganze Baugruppen und ist in der Stanz- und Biegetechnik aktiv. Reinigungsösungen von Walter Meier unterstützen das Unternehmen, seine Qualitätsziele zu erreichen.

Disentis ist den meisten vor allem als Feriengebiet bekannt. Umrahmt von der Bündner Bergwelt, die zum Wandern und Skifahren einlädt, lockt der Ort viele Touristen an. Kein Wunder, ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Doch der grösste Arbeitgeber – nicht nur in Disentis, sondern auch in der gesamten Surselva – ist mit 88 Mitarbeitern die Distec AG, ein Industriebetrieb der auf die Verarbeitung von Metall und Kunststoff spezialisiert ist.

Besondere Anforderungen an die Personalpolitik

Doch ein wichtiger oder vielleicht der wichtigste Qualitätsfaktor bei der Distec AG ist nicht die Technik. Entscheidend für das Unternehmen sind die Mitarbeiter und deren Ausbildung. Aufgrund der abgeschiedenen Lage des Unternehmens ergeben sich hier zusätzlich verschiedene Vor- und Nachteile. «Auf der einen Seite haben wir hier nicht die Personalauswahl wie Unternehmen im Flachland, dafür aber auch eine sehr geringe Fluktuation», erklärt Geschäftsführer Loris Marsura. Auch deshalb setzt das Unternehmen vor allem auf eigene Ausbildung. «Aufgrund unserer Situation müssen wir selber ausbilden. Ausbildung sehen wir nicht als Kosten, sondern als Investition», fasst L. Marsura zusammen und ergänzt: «Wir haben in der letzten Zeit sehr in die Lehrwerkstatt investiert. Unsere Lehrlinge arbeiten sogar an einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum.» Momentan sind bei der Distec AG 15 Lehrlinge in Ausbildung, angestrebt sind 20 Lehrlinge.

Ursprung in der Ausbildung Jugendlicher

In der Ausbildung liegen auch die Wurzeln der Distec AG. Um der Abwanderung von Jugendlichen aus dem Bündner Oberland entgegenzuwirken, gründete Landis & Gyr im Jahre 1966/67 das Aussenwerk Disentis und rief eine Lehrwerkstatt für Werkzeugmacher ins Leben. Später wurde auch die Stromspulenfabrikation nach Disentis verlagert und eine feinmechanische Abteilung gegründet. Im Jahr 1988 sollte der Standort Disentis entweder verkauft oder geschlossen werden. Durch den Kauf des Werkes durch die RH-Group Holding konnte das Werk weitergeführt und die Arbeitsplätze gesichert werden und auf den 1.1.1989 wurde die Firma Distec AG gegründet und in diesem Jahr feiert das 1150 Meter hoch gelegene Unternehmen sein 25-Jahr-Jubiläum.

Vielseitigkeit und Präzision

Die Distec AG steht als klassisches Zuliefer­unternehmen vor allem für Vielseitigkeit und Präzision. Stanz- und Biegeteile gehören genauso zum Produktportfolio wie Dreh- und Frästeile sowie ganze Komponenten und Baugruppen mit Reinheitsanforderungen oder auch Prototypen. Das Unternehmen beliefert Branchen mit hohen Präzisions- und Qualitätsanforderungen wie die Luft- und Raumfahrt, Medizin- und Labortechnik, die Automobilindustrie, Elektroindustrie sowie den allgemeinen Maschinenbau.

Qualitätsfaktor Reinigung

Neben einer guten Ausbildung der Mitarbeiter und entsprechendem Maschinenpark ist die Teilereinigung ein wichtiger Qualitätsfaktor bei der Distec AG. Deswegen hat das Unternehmen in zwei neue Reinigungsanlagen für ganz unterschiedliche Reinigungsaufgaben investiert. «Hier war uns wichtig, die richtige Lösung für unsere Bedürfnisse zu finden», erklärt L. Marsura und hat mit Walter Meier Fertigungslösungen einen Partner gefunden. «Von Anfang an haben die Mitarbeiter bei Walter Meier unsere Bedürfnisse verstanden und die Lösungen entsprechend angepasst», berichtet L. Marsura zufrieden.

Entfetten von Stanzteilen

Die neue Teilereinigungsmaschine des italienischen Herstellers Ilsa wird für die Reinigung von Stanzteilen eingesetzt. Die Bauteile kommen verschmutzt mit Öl aus den Stanzmaschinen und müssen entfettet werden. Sie arbeitet unter Vakuum und wird mit Dowclene 1601, einem nicht chlorierten, auf modifizierten Alkoholen basierenden Lösemittel, betrieben. Um den unterschiedlichen Reinheitsanforderungen gerecht zu werden, können die Verfahrensschritte Spritzreinigung, Tauchreinigung, Ultraschall, Druckumfluten Dampf­entfetten und Trocknen sowie die Dreh- und Schwenkbewegungen des Reinigungsbehältnisses über hinterlegte Programme angewählt werden. «Die Ilsa unterscheidet sich im Wesentlichen in ihrer Kompaktheit und in ihrem Preis- Leistungs-Verhältnis von Konkurrenz-Anlagen», erklärt L. Marsura. Entscheidend ist gewesen, dass die Maschine für die Platzverhältnisse und Anforderungen perfekt war. «Das hat Walter Meier sofort verstanden», ergänzt L. Marsura.

Reinigung mit modifiziertem Alkohol

Die neue Waschanlage hat eine alte Anlage ersetzt, die noch auf Basis von Trichlor gearbeitet hat. Trichlor gilt als giftiger und krebserregender Stoff. So war eine Bedingung, eine umweltfreundliche Lösung zu finden. Da lag die Lösung mit der IK 20 von Ilsa und modifiziertem Alkohol auf der Hand. Damit können alle bei der Distec AG eingesetzten Materialien wie Stahl, Kupfer, Messing, Aluminium oder Titan gereinigt werden. Ausserdem kann der Reinigungsprozess an die Erfordernisse der jeweiligen Bauteile angepasst werden. Auch eine Wiederaufbereitung des Öls ist möglich. Allerdings erfordert das den Einsatz von nur einer Ölsorte. Bei der Distec AG kommen mit den unterschiedlichen Materialien auch unterschiedliche Öle zum Einsatz, so dass diese Möglichkeit nicht genutzt werden kann.

Doppelter Durchsatz

Zusätzlich ermöglicht die neue Anlage einen doppelt so hohen Durchsatz wie die Vorgängermaschine. Momentan werden in dieser Anlage bei der Distec AG eine Million Teile pro Jahr gereinigt. Potential hat die Anlage für den doppelten Durchsatz. Ein Waschzyklus dauert je nach Waschaufgabe zwischen zehn und 15 Minuten. «Mit der Qualität der neuen Anlage konnten wir einen Mitarbeiter einsparen, der jetzt für andere Aufgaben eingesetzt wird», fasst L. Marsura zusammen.

Reinigen komplexer Bauteile auf wässriger Basis

Die zweite Reinigungsanlage ist eine Palma vom Hersteller Mafac und arbeitet mit 3-Bad-Technik und wässrigem Reinigungsmedium. Diese Anlage setzt die Distec AG zur anspruchsvollen Reinigung seiner Dreh- und Frästeile sowie Teile aus der erosiven Bearbeitung ein. Viele der zu reinigenden Werkstücke weisen hochkomplexe Geometrien wie kleinste Bohrungen auf und sind aus unterschiedlichen Materialien wie Aluminium, Messing, Kupfer, Bronze, Edelstahl und hochwertigen Kunststoffen. Die Reinigung der Bauteile erfolgt durch ein Spritzfluten mit dem Medium aus Tank eins, bei Bedarf unterstützt mit Ultraschall. Es folgt ein Spülprozess mit dem Medium aus Tank zwei. Um den hohen Sauberkeitsanforderungen gerecht zu werden, folgt ein zweiter Spülprozess aus Tank drei. Über das gesamte Reinigungsprogramm kann sowohl die Rotation des Spritzsystems (Patent Mafac) als auch die Wippbewegung / Rotation des Warenkorbes festgelegt werden. Damit können schwierige Partien an den Werkstücken ganz gezielt gereinigt werden.

Vakuum-Trocknung für komplizierte Innengeometrien

An die Reinigungs- und Abtropfphase schliesst sich die Trocknung an. Dabei kommt das Impuls- und Heissblassystem zum Einsatz. Die Werkstücke werden über ein rotierendes Blassystem impulsartig mit hochreiner Druckluft abgeblasen und gleichzeitig oder wahlweise mit feinstgefilterter Heissluft beaufschlagt. Die finale Trocknung der Teile erfolgt mit einer leistungsstarken Vakuumpumpe. Vor allem bei langen Bohrungen kann bei der konventionellen Warmlufttrocknung Wasser in den Bohrungen zurückbleiben. Mit der Vakuumtrocknung wird die Feuchtigkeit zuverlässig aus den Bohrungen entfernt. «Im Werk Disentis haben wir mit der Palma eine High-End-Anlage», erklärt L. Marsura und ergänzt: «Das entspricht genau unseren Bedürfnissen und die haben die Mitarbeiter von Walter Meier perfekt verstanden. <<

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42822433 / Instandhaltung)