Aussenhandel Deutschland-Schweiz 2009 im steilen Abschwung
Das Jahr 2009 war eines der schwersten seit dem 2. Weltkrieg für den Wirtschafts-verkehr zwischen Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein. Nur 1975 erlebte die deutsche Exportwirtschaft einen noch stärkeren Rückgang ihrer Exporte in die Schweiz. In der Gegenrichtung mussten 2009 die Schweizer Exporteure sogar den grössten Rückgang ihres Absatzes nach Deutschland seit 1946 hinnehmen.
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Ungeachtet der sich im Herbst 2009 wieder positiv entwickelnden konjunkturellen Tendenzen in der Weltwirtschaft, kam der Aussenhandel zwischen Deutschland und der Schweiz bis zum Jahresende nicht aus der Talsohle heraus. 2008 Rekordwert von 106,6 Mrd CHFWährend im Vorjahr noch einmal ein Rekordwert beim Handelsvolumen 2008 von 106,6 Mrd. CHF erreicht wurde, gingen die Im-porte und Exporte zusammengenommen im Jahr 2009 auf 89,1 Mrd. CHF zurück. Dies be-deutet den grössten Rückgang des Handelsvolumens der beiden Länder seit 1975. Die Schweizer Exporte nach Deutschland fielen gegenüber dem Vorjahr um -15,7% auf 35,2 Mrd. CHF und die Importe aus Deutschland verzeichneten einen Rückgang um -16,9% auf 53,8 Mrd. CHF.Deutschland blieb auch nach diesem regelrechten Einbruch des gegenseitigen Warenaus-tausches der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Mit einem Importmarktanteil von 33,6% bezog die Schweiz die meisten Güter vom nördlichen Nachbarn, gefolgt von Italien mit 11,2% und Frankreich mit 9,6% der Schweizer Importe. Auch im Export der Schweiz nahm Deutschland als Absatzmarkt mit einem Anteil von 19,5% die erste Stelle ein, vor den USA mit 9,8% und Italien mit 8,5% der Schweizer Exporte.Stärkster Einbruch seit dem 2. WeltkriegWenngleich auch die Import- bzw. Exportmarktanteile im Vergleich zum Vorjahr nur gering abnahmen und sich weiterhin in der langjährig gewohnten Grössenordnung bewegten, machte sich die nur zäh bewegende konjunkturelle Entwicklung in Deutschland für die Schweizer Exporteure deutlich bemerkbar. Sie mussten den stärksten Einbruch ihrer Lieferungen nach Deutschland seit dem 2. Weltkrieg hinnehmen, wobei erschwerend der starke Schweizer Franken Kurs gegenüber dem Euro hinzukam.Ein wenig positive AussichtenDie enge Verzahnung und die ähnliche Wirtschaftsstruktur beider Länder boten wenig ge-genseitige konjunkturstabilisierende und -kompensierende Effekte. Die konjunkturelle Ent-wicklung verlief in weiten Teilen synchron in die Rezession – mit ein Grund für den extremen Einbruch des gegenseitigen Handels und der Dienstleistungen. Der schweizerisch - deut-sche Handel kommt auch zu Beginn des Jahres 2010 nur schwer in Gang und zeigt kumuliert per Ende Februar noch ein Minus von über 2%, wobei die bereits wiedererstarkte Dynamik im Welthandel im Februar 2010 schon wieder ein Plus von 2,3% brachte. Für die kommenden Monate erwartet die Handelskammer die Fortsetzung des positiven Trends.
