Siwssmechanic Automation ist eine der Lösungen gegen den Fachkräftemangel

Von Nastassja Neumaier 3 min Lesedauer

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Automation kann KMU-MEM helfen, den Fachkräftemangel zu entschärfen. Zudem werden die Arbeiten spannender, die Angestellten erhalten mehr Kompetenzen. Auch die Führungssysteme werden sich an die neuen Begebenheiten anpassen.

Wenn die wiederholte lineare Routinearbeit automatisiert wird, werden die Aufgaben für die Fachkräfte spannender: Sie haben Systemkenntnis und planen die Produktion.(Bild:  IstockPhoto)
Wenn die wiederholte lineare Routinearbeit automatisiert wird, werden die Aufgaben für die Fachkräfte spannender: Sie haben Systemkenntnis und planen die Produktion.
(Bild: IstockPhoto)

Mehr und mehr belastet der Fachkräftemangel die Schweizer Wirtschaft. Bis 2050 könnte die Zahl der fehlenden Arbeitskräfte in der Schweiz gemäss Ökonomen auf bis zu 1,3 Millionen Arbeitskräfte steigen. In den Quartalsumfragen für den Wirtschaftsbarometer von Swissmechanic, dem Schweizer Arbeitgeberverband der KMU in der MEM-Branche, erscheint er bei den Mitgliedsfirmen unter den grössten Herausforderungen. Bei der Umfrage für den Wirtschaftsbarometer im August 2023 bezeichneten 54 Prozent der befragten Unternehmen den Mangel an Arbeitskräften als grösste Herausforderung. Rund drei Viertel dieser Betriebe konnten in den drei Monaten zuvor ihre offenen Stellen nicht besetzen. Am meisten mangelt es an Arbeitskräften in den technischen Berufen (97 Prozent) auf Bildungsstufe Sek II (Lehrabschluss). In den letzten Jahren hat sich zudem das Mittel bei den über Headhunter gesuchten Hierarchiestufen nach unten verlagert. Neben VR- und GL-Mitgliedern kommt die Direktansprache inzwischen auch für Abteilungsleitungsfunktionen und gehobene Teamleitungen zur Anwendung.

Jetzt richtiger Zeitpunkt für Automation

Um auch in Zukunft genügend Fachkräfte zu haben und den Betrieb weiterhin zu garantieren, sind Lösungen gefragt. Eine der Lösungen für die MEM-Branche ist die Automation. Hierfür ist in der Schweiz noch viel Potenzial vorhanden. In den letzten 40 Jahren sei in vielen Ländern die Massenproduktion automatisiert worden, erzählt Gennaro Teta, CEO und Inhaber der Omnino AG und Experte in komplexer Automation, Zerspanung und Spanntechnik. In der Schweiz, wo eher hochwertige Produkte in Nischenbereichen hergestellt würden, sei die Automation etwas komplizierter und deshalb zeitverzögert. Jetzt sei aber der richtige Zeitpunkt, auch in der Nischenproduktion zu automatisieren.

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Rein theoretisch liessen sich in der Industrie 100 Prozent der wiederholten linearen Routinearbeit automatisieren. Im Endeffekt lohne es sich aber, lediglich 70 bis 90 Prozent der Routinearbeit zu automatisieren. Die letzten 20 Prozent zu automatisieren, sei enorm teuer, erklärt Markus Roth, Gründer und CEO der Roth Technik, dem Spezialisten für clevere Automations- und Robotiklösungen. Automation lohnt sich auch finanziell. «Von 8760 möglichen Arbeitsstunden im Jahr nutzen Betriebe ohne Automation nur 1000. Die Automation ist durch die Nachtarbeit innert kurzer Zeit bezahlt», sagt Teta.

Automation macht Arbeit attraktiver

Mit Automation schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Dank Automation können nicht nur fehlende Funktionen besetzt werden. Sie macht die MEM-Berufe auch interessanter. «Die Arbeiten werden spannender, die Angestellten erhalten mehr Kompetenzen. Sie haben Systemkenntnis und müssen die Produktion planen können. Ich empfehle jedem Jugendlichen: Werde Polymechaniker, Automatiker oder Konstrukteur. Denn das sind Berufe mit Zukunft», schwärmt Roth. «Ich kenne ein KMU, das investiert explizit in die neuesten Technologien, um die Mitarbeitenden zu motivieren. In den Zukunftsjobs der MEM-Branche arbeitet man selbstständig, man trägt Verantwortung, hat Kompetenz und ist stolz auf den eigenen Beruf», bestätigt Teta. René Baumann, Geschäftsführer der Gremotool GmbH sowie Dozent für Industrie 4.0 und Handling Systems im Bereich Erwachsenenbildung bei Swissmechanic, führt aus: «Planung und Ausarbeitung werden künftig in der Fertigung stattfinden. In einer Selbstorganisation wird man sich über die Strategie einigen, darüber, wer was wie macht. Der Produktionsprozess muss am Laufen gehalten werden, die Werkzeugmaschinen mannarm produzieren.»

Führungssysteme ändern

Baumann fährt fort: «Veränderung beginnt bei der Führung. Früher hat man über Hierarchie geführt, dann anhand von Prozessen. Das Stichwort der Zukunft heisst «ad hoc» – eine Kombination. Man arbeitet in Selbstorganisationen. Dem liegt folgende Erfahrung zugrunde: Wenn Menschen sich insgesamt am richtigen Platz und im richtigen Team fühlen und einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen, dann zeigen sie Motivation und Engagement. Ich habe das mit meinen Studenten ausprobiert. Es ist fantastisch, was die Teams im Bereich Handling Systems und Digitalisierung im Unternehmen in kurzer Zeit erarbeitet haben!»

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