Automatisierungssystem steuert und überwacht neue Sesselbahn
Im Skigebiet Ovronnaz im Wallis ist mit einer neuen Sesselbahn das allererste Projekt mit dem neuen Automatisierungssystem PSS 4000 von Pilz realisiert worden. Dieses Automatisierungssystem bietet eine Lösung für alle Aufgaben der Maschinensteuerung und Sicherheitstechnik sowie für die Bereiche Diagnose und Visualisierung.
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Projektiert und gebaut wurde die 4er-Sesselbahn von der Firma Garaventa AG in Goldau. Die Frey AG Stans war als Unterlieferant für die gesamte elektrische Ausrüstung zuständig und arbeitete dabei Hand in Hand mit der Firma Pilz. Die neu erbaute Bahn ersetzt den bislang an diesem Hang betriebenen Schlepplift und überwindet einen Höhenunterschied von 254 m.
Das PSS 4000 steuert und überwacht die komplette Sesselbahnanlage: Die Module des Automatisierungssystems befinden sich je in der Antriebs- und Bergstation der Sesselbahn und kommunizieren über das Echtzeit-Ethernet Safetynet p via Lichtwellenleiter miteinander. Der sichere Betrieb der Sesselbahn, unter anderem Not-Halt-Kreise, Geschwindigkeit, Sicherheits- und Betriebsbremse sowie die Spannkraft des Seils, wird durch das neue Automatisierungssystem zuverlässig überwacht. Zudem übernimmt dieses alle Standard-Steuerungsfunktionen, vom Hauptantrieb über das Einstiegsförderband bis hin zur Spannung des Seils. Hinzu kommt die Steuerung und Regelung der Bremsen.
Die Verzahnung von Sicherheit und Standard in einem einheitlichen Steuerungssystem ermöglichte, Funktionen von zuvor mehreren Steuerungen auf eine zu konzentrieren und damit Schnittstellenprobleme deutlich zu reduzieren.
Ein System für alle Automatisierungsaufgaben
Das System PSS 4000 ermöglicht, die Vorteile einer dezentralen Steuerungsstruktur zu nutzen ohne die damit normalerweise einhergehende zunehmende Komplexität in Kauf nehmen zu müssen. Die mit der Zusammenschaltung mehrerer Steuerungen einhergehenden Schnittstellen-Probleme können gar nicht erst entstehen. Damit lässt sich durch die Dezentralisierung - wenn identische Steuerungsprogramme und -teilfunktionen verwendet werden - ein höherer Grad an Wiederverwendbarkeit erreichen und der Grad der Standardisierung erhöhen. Dies wiederum erlaubt einen modularen Aufbau von Maschinenelementen, so dass gleiche Teile mit geringem Aufwand wiederverwendet werden können. Die Vorteile zeigen sich in einer höheren Verfügbarkeit durch lokale Fehlerreaktionen sowie einer höheren Produktivität infolge kürzerer Reaktionszeiten des Gesamtsystems. Darüber hinaus reduziert sich der Aufwand für das Engineering.
Software-Plattform für leichten Einstieg
Die Tools der zugehörigen Software-Plattform PAS 4000 sind mit einheitlichen Daten- und Benutzerschnittstellen aufeinander abgestimmt. Das erleichtert nicht nur den Ein- oder Umstieg auf das neue Automatisierungssystem, sondern vermeidet auch Mehrfacheingaben und minimiert Fehlerquellen. PAS 4000 bietet die nach IEC 61131-3 etablierten Programmiersprachen an, die durch einen eigenen, sehr einfach anzuwendenden Editor ergänzt werden.
Einen zentralen Aspekt stellt die komponentenorientierte Programmierung dar. In einer beliebig erweiterbaren Bibliothek stehen geprüfte Software-Bausteine für gängige Funktionen zur Verfügung. Neu ist, dass diese Bibliothek durch eigene Komponenten erweitert werden kann. Mit PAS 4000 lassen sich Standard-Steuerungsfunktionen und erstmals auch Sicherheitsfunktionen vollständig symbolisch erstellen und verwalten. Erst in einem späteren Schritt wird diese Zuordnung (Mapping) auf die Hardware übertragen. Der Vorteil dabei ist eine grösstmögliche Flexibilität bei der Realisierung einer Applikation.
Das PSS 4000 ist als Automatisierungssystem für alle Branchen ausgelegt: für den Maschinen- und Anlagenbau ebenso wie für das produzierende Gewerbe. Ein System, das einfach zu bedienen ist und bei dem die Anforderungen an die Sicherheit von Mensch und Maschine von Anfang an berücksichtigt sind.
