Bedeutungswandel der Berufsarbeit
>> Die Nachfrage auf dem Stellenmarkt nach Universitäts-Abschlüssen führt immer mehr dazu, dass die Berufsbildung an Attraktivität verliert. Jugendliche, die sich für eine Berufslehre entscheiden, müssen sich schon früh mit dem Berufswahlprozess auseinandersetzen und können den Entscheid nicht hinaus- zögern.

Weitläufig haben gewisse handwerkliche Berufe das gesellschaftliche Ansehen verloren. Dabei wirken die Überzeugungen, dass man in handwerklichen Berufen dreckige Hände kriegt, schlecht verdient und zudem fünf Tage in der Woche mit nur fünf Wochen Ferien voll ausgelastet ist, abschreckend. Gute Schüler ziehen die Option Berufslehre gar nicht in Betracht. Sie bevorzugen viel mehr den prestigeträchtigen Weg über eine weiterführende Schule an eine Hochschule zu gelangen. Analysen zeigen weiter, dass Schüler aus hohen Sozialschichten signifikant bessere Schulleistungen erbringen als Kinder aus sozial benachteiligtem Elternhaus. Die Schüler aus hohen Sozialschichten schaffen auch öfters, bei gleichen Schulleistungen in der Primarschule, den Übertritt in einen höheren Schultyp an der Sekundarschule (SKBF, 2007). Urs Moser (2004) schreibt in seinem Buch „Jugendliche zwischen Schule und Berufsbildung“, dass die Jugendlichen und Eltern die gesellschaftliche Anerkennung der Berufslehre deutlich schlechter beurteilen als die schulische Ausbildung an einem Gymnasium.
SWISSMECHANIC ist gefordert gegen diese Tatsachen anzukämpfen und zusammen mit den Sektionen ein professionelles Lehrstellenmarketing aufzubauen.
Die Jugendlichen müssen im Berufswahlunterricht an den Volksschulen möglichst früh ein erstes Mal mit den MEM-Berufen in Kontakt kommen. Dazu braucht es SWISSMECHANIC-Informationsveranstaltungen oder packende Referate von Fachpersonen. Für die schulisch begabten und technisch interessierten Jugendlichen müssen in den SWISSMECHANIC-Betrieben attraktive Schnupperlehrangebote zur Verfügung stehen. Über Berufsbildungsmessen zur Berufs- und Schulwahl, in Kombination mit informativen SWISSMECHANIC-Berufsbroschüren, gilt es, Jugendliche und deren Eltern abzuholen. Denn bei den meisten Schülern gelten die Eltern, vor den Volksschullehrern, als wichtigste Gesprächspartner in Bezug auf die Berufswahl.
Unsere SWISSMECHANIC-Internetlinks gilt es bei den Berufsberatungsstellen und Volksschullehrern bekannt zu machen. Das Internet, mit seinen verschiedenen Einsatzmöglichkeiten, ist bei den medialen Informationsquellen das zentrale Medium.
Die meisten der erwähnten Massnahmen sind am Laufen. Ob sie fruchten, wird sich zeigen. Zentral ist nach wie vor, dass wir gemeinsam den Kampf angehen und versuchen, als Gewinner vom Platz zu gehen. SWISSMECHANIC kämpft mit Ihnen. <<
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