Datenmanagement-System erhöht Anlagenverfügbarkeit

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Die laufende Produktion auf der sicheren Seite

In solchen Fällen schafft ein Datenmanagementsystem wie das nachfolgend beschriebene namens «versiondog» Abhilfe. Dessen Funktionsweise ist einfach zu verstehen: Wird eine Änderung an einem vorhandenen Programm nötig, lädt der mit der Änderung betraute Mitarbeiter die aktuelle Version vom Server in seinen Arbeitsbereich (check-out). Hier programmiert er die neue Softwareversion und testet sie. Sind die Änderungen abgeschlossen, analysiert das System das Programm logisch und zeigt im Detail inhaltliche Änderungen an. Neben den automatisch ermittelten Informationen, wer wann das Programm geändert hat und warum, können hier zusätzlich die geänderten Stellen kommentiert werden. Sobald der Mitarbeiter wieder eine Netzwerkverbindung zum Server hergestellt hat, kopiert das System die neue Softwareversion auf den Server (check-in).

Mit Vorteil automatisch sichern

Hält sich jeder an diese Vorgehensweise, sind auf der Steuerung und im Datenmanagementsystem immer die aktuellen Versionen. «In der Praxis wird der check-in aber schon einmal vergessen», weiss Werner Schnäbele, Geschäftsführer der Softwarefirma Auvesy. Hier schafft eine automatische Sicherung Abhilfe, die einmal am Tag die Software aller Steuerungen mit der im zentralen Server hinterlegten Version vergleicht. Stösst sie dabei auf Unterschiede, wird der Anlagenbetreiber sofort informiert und kann gezielt eingreifen. Zugleich wird die geänderte Version automatisch als Backup im System gesichert.

Daneben übernimmt das System auch die Sicherung von Sollwerten, was beispielsweise bei einer Simatic S7 nicht ganz trivial ist. Schliesslich werden gerade beim Optimieren Prozesse ständig angepasst. Gehen diese Daten verloren, steht zwar keine Anlage still, sie arbeitet aber nicht so effizient wie sie könnte. Deshalb werden auch Optimierungsversionen automatisch archiviert.

Auch im normalen Arbeitsalltag von Nutzen

Geschäftsführer Schnäbele hat seit vielen Jahren Erfahrung mit der Entwicklung und dem Einsatz von Datenmanagementsystemen in der Automatisierungstechnik. Die eingangs beschriebenen und viele weitere Szenarien kennt er aus der Praxis. Er erklärt: «Es sind ja nicht nur schlimme Szenarien, die sich mit einem Datenmanagementsystem vermeiden lassen. Auch der ganz normale Arbeitsalltag lässt sich mit dem Einsatz unseres Systems verbessern.

Aktuelle Dateiversionen werden schnel-ler gefunden und es passieren weniger Fehler, weil immer mit der richtigen Version gearbeitet wird, unnötige Doppelarbeiten lassen sich vermeiden. Das erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern spart auch Kosten und steigert noch dazu die Qualität». Ein weiterer Vorteil des Datenmanagementsystems liegt darin, dass jederzeit klar nachvollziehbar ist, wer wann welche Änderung gemacht hat.

Besondere Herausforderungen stellen sich dem Datenmanagement in Firmen, in denen aus Sicherheitsgründen das Netzwerk der Produktion strikt von der Bürowelt getrennt ist. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn in der Produktion noch alte und damit virenanfällige Betriebssysteme eingesetzt sind. Trotzdem will man regelmässig die Softwarestände der Anlage sichern.

Hier eignet sich der mobile «versiondog»-Server. Er kann zum Beispiel auf einem Notebook installiert werden, das dann vor Ort in der Anlage als mobiler Backup-Server fungiert. Zum Sichern der Softwarestände in der Produktion wird das Notebook an die Anlage angeschlossen, der Sicherungs- und Vergleichslauf gestartet, nach Abschluss das Notebook wieder vom Netz getrennt, im Büro an den Server angeschlossen und mit diesem synchronisiert.

Vorteile auch für Anlagenbauer und Systemintegratoren

Nicht nur für den produzierenden Endkunden bringt ein Datenmanagementsystem Vorteile. Mit einem solchen System lassen sich im Problemfall die Ursachen allgemein schneller aufdecken: Hatte die Software von Anfang an einen Fehler oder wurde bei der Inbetriebnahme die Software angepasst und dabei das Problem verursacht? Dank lückenloser Dokumentation können Fehler nicht nur schnell gefunden und behoben, sondern auch Verantwortlichkeiten eindeutig geklärt werden. Weil alle Beteiligten auf die gleichen Stände zugreifen, lässt sich zudem vieles bereits aus der Ferne prüfen und kostspielige Reisen können eingespart werden. Daneben erleichtern geordnete Änderungsprozesse Zertifizierungen, beispielsweise nach ISO 900x, VDA 6.4, FDA 21 CFR 11 oder GxP.

Einsatz auch vor Ort

Auch vor Ort beim Kunden bringt ein Datenmanagementsystem Vorteile wie zum Beispiel folgender: Während der Inbetriebnahme hat der Inbetriebnahme-Ingenieur oft keinen direkten Zugang zum zentralen Datenserver. Trotzdem nimmt er in der Regel noch zahlreiche kleinere und grössere Änderungen an der Software vor, die es zu dokumentieren gilt. Auch hier ist der mobile «versiondog»-Server» die ideale Lösung. Er kann zum Beispiel auf einem Notebook installiert werden und ermöglicht dann vor Ort die Versionierung sowie das Dokumentieren und Sichern von Änderungen. Sobald wieder die Möglichkeit besteht, eine Netzwerkverbindung zum Hauptserver aufzubauen, synchronisiert der mobile Server seine Daten mit der Zentrale.

Viele verschiedene Branchen kommen in Kontakt mit Pflege und Entwicklung von Automatisierungssoftware. Weil jeder Bereich spezielle Anforderungen an Versionierungssoftware stellt, werden neben einer Lösung für die automatisierte Produktion auch angepasste Varianten für Systemintegration und für den Anlagen- und Serienmaschinenbau angeboten.

Transparenz bis zum Bit

Im Gegensatz zu Versionierungssystemen für die PC-Software-Entwicklung, bei denen Programmdateien auf ASCII- oder binärer Ebene verglichen werden, sind bei Systemen für Automatisierungssoftware die Anforderungen wesentlich höher; sie müssen die Inhalte der unterschiedlichsten Datentypen «verstehen». Dadurch wird ein logischer Vergleich möglich, der dem Anwender Informationen liefert, mit denen er etwas anfangen kann. Das vorgestellte System unterstützt hier die wesentlichen Datenformate, die in der Automatisierungsbranche vorzufinden sind.

Mit dem so genannten Smart Compare zeigt die Software auf einen Blick alle Unterschiede an, übersichtlich und für den Anwender verständlich. «Damit das jederzeit möglich ist, passen wir unser Datenmanagementsystem auch konsequent an Änderungen bei den Datenformaten an», erläutert Werner Schnäbele, «so dass unser System beispielsweise auch nach Einführung einer neuen S7-Manager-Version diese noch verstehen kann».

AutorenNora Crocoll, Dipl. Ing. (FH), Alex Homburg, Dipl. Wirt.-Ing. (FH), beide Redaktionsbüro Stutensee

InformationAuvesy GmbH & Co KG, D-76829 LandauVertretung in der SchweizWito Automation AGBergerstrasse 228570 WeinfeldenTel. 071 626 58 80Fax 071 626 58 81info@wito-ag.ch www.wito-ag.ch

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