Smartest Companies

Die innovativsten Firmen der Welt

| Autor: Sergio Caré

Die Redaktion des MIT Technology Review der US-Universität Massachusetts Institute of Technology wählt jedes Jahr die 50 intelligentesten Firmen. Kaum verwunderlich sind die meisten Unternehmen in den USA zu Hause.
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Die Redaktion des MIT Technology Review der US-Universität Massachusetts Institute of Technology wählt jedes Jahr die 50 intelligentesten Firmen. Kaum verwunderlich sind die meisten Unternehmen in den USA zu Hause. (Bild: MIT Technology Review)

Die Redaktion des MIT Technology Review der US-Universität Massachusetts Institute of Technology wählt jedes Jahr die 50 intelligentesten Firmen, welche innovative Technologien mit einem effektiven Geschäftsmodell kombinieren. Mit dabei sind auch deutsche und Schweizer Firmen.

Seit nun mehr acht Jahren wählt die Redaktion des MIT Technology Review die 50 innovativsten Unternehmen weltweit aus. Kaum verwunderlich: Die meisten der Firmen auf der Liste stammen aus den USA. Diese Unternehmen erschaffen, durch die Kombination wichtiger Technologien und effektiver Geschäftsmodelle, neue Märkte. Einige der Firmen auf der Liste sind bekannte Grossunternehmen des 21. Jahrhunderts, so wie Amazon oder Alphabet (Google). Andere Grossfirmen, wie IBM oder General Electric, gehören zur alten Industrie- oder Computer-Garde. Auch sie setzen auf Technologieerneuerung, um weiterhin an der Spitze vertreten zu sein. Als Zwitter gilt Apple, das schon früh die Idee der Technikkombination implementiert hatte. Die MIT-Technology-Review-Liste ist ebenfalls voller ehrgeiziger Start-ups wie SpaceX, das die Ökonomie der Raumfahrt mit wiederverwendbaren Raketen verändern will, oder Face ++, ein Pionier in der Gesichtserkennungstechnologie.

Mit dabei ist seit diesem Jahr auch ein Schweizer Unternehmen: Sophia Genetics aus Lausanne. Deutschland hat es mit Adidas und Daimler gleich zweimal unter die Top 50 geschafft. Alle diese Unternehmen dominieren die Wirtschaft. Wenn sie nicht bereits Marktführer sind, werden sie dies in naher Zukunft sein. Diese Firmen erreichen dies, indem sie die wachsende digitale Technologiekluft ausnützen, um sich von der breiten Masse abzuset- zen.

Im Schweizer Maschinenmarkt werden die drei innovativsten Unternehmen sowie das Schweizer Start-up und die beiden deutschen Konzerne mit ihren Ideen vorgestellt. Die gesamte Liste finden Sie unter: technologyreview.com/lists/companies/2017.

1. Platz: Nvidia (USA)

Bereits zum dritten Mal ist der Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Personal Computer und Spielkonsolen Nvidia Corporation unter den Top 50 der innovativsten Unternehmen vertreten. Die Firma aus Santa Clara in Kalifornien (USA) wurde 1993 gegründet und war eine der Ersten, die einen 3D-Beschleuniger-Prozessor (GPU) herausbrachte. Obwohl Nvidia immer noch den Grossteil ihres Geldes aus dem Verkauf von Grafikchips für Videospiele erwirtschaftet, hat sie sich auch als führender Anbieter von Rechenleistung für Software der künstlichen Intelligenz (KI) etabliert. Und dieser Bereich des Unternehmens wächst rapide. Der Umsatz stieg laut MIT Technology Review im Quartalsvergleich zum Vorjahr um 186 Prozent. Treibend dabei sind die Kunden aus der Automobilindustrie und Rechencenter-Betreiber. Bereits nach einem Quartal fällt der Umsatz 24 Prozent höher aus als im gesamten Vorjahr 2016. Nvidia erklärt den Anstieg dadurch, dass alle gros­sen Internet- und Cloud-Service-Provider ihre Chips nutzen, um ihre Prozesse zu beschleunigen. Ausserdem nutzen mehrere grosse Automobilhersteller, wie Toyota, ihre Technik für autonomes Fahren.

3 Mia. Dollar: So viel Geld gibt Nvidia für Forschung und Entwicklung aus, um einen neuen Rechencenter-Prozessor zu entwickeln.

2. Platz: SpaceX (USA)

Zum siebten Mal mit dabei, und kontinuierlich die Liste nach oben kletternd, ist die Firma SpaceX aus Hawthorne, ebenfalls Kalifornien (USA). Das 2002 gegründete Unternehmen ist in der Raumfahrtindustrie aktiv und wurde mit dem Ziel gegründet, Technologien für die Kolonisierung des Mars durch die Menschheit zu entwickeln. CEO und CTO der Firma ist: Elon Musk. In diesem Jahr hat SpaceX bewiesen, dass sie in der Lage sind, mit der gleichen Rakete mehrere Male in den Weltall zu fliegen und dabei Nutzlast für ihre Kunden zu transportieren. Wiederverwendbare Raketen werden die Raumfahrt günstiger und schneller machen. Für SpaceX sind sie der entscheidende Meilenstein, um ein interplanetares Transportsystem zu etablieren. Das schnell wachsende «Start-up» mit rund 4000 Mitarbeitern reduziert kontinuierlich die Zeit, um die verwendeten Raketen wieder startklar für neue Transporte zu machen – von einem Jahr auf ein paar Monate. Aktuell testen die Kalifornier ihren neuen Raketentyp, den Falcon Heavy Booster. Sie wird voraussichtlich die leistungsstärkste Rakete der Welt und Ende 2017 fertigerstellt sein.

10 Prozent: So viel Rabatt bietet SpaceX seinen Kunden an, wenn diese ihre Ware mit bereits genutzten Raketen in den Weltall schiessen lassen.

3. Platz: Amazon (USA)

Amazon nutzt nicht erst seit Kurzem eine breite Palette an KI-Technologie, um die Mensch-Maschine-Interaktion und somit das Shopping-Erlebnis zu verbessern. Dabei nutzt sie KI aus dem Bereich der Computer Vision, ein Forschungsgebiet, das Robotern bzw. Computern versucht das Sehen und Erkennen beizubringen, des maschinellen Lernens, das Wissen aus Erfahrung generiert, und der Computerlinguistik, in der die natürliche Sprache durch einen Computer verarbeitet und verstanden wird. So wie Alexa. Der Sprachsteuerungsassistent kontrolliert bereits jetzt schon mittels Sprachbefehle TV-Geräte oder Autos und wird darum als nächste wichtige Rechenplattform gehandelt. In Seattle im Bundesstaat Washington (USA), wo Amazon seinen Hauptsitz hat, versuchen sie nun einen realen Gemischtwarenladen zu etablieren. Kunden gehen in den Laden, scannen mit der App auf ihrem Smartphone den Artikel, den sie kaufen wollen, und marschieren danach raus, ohne an der Kasse anstehen zu müssen. Amazon nutzt KI, Kameras und Sensoren, um die vom Kunden ausgewählten Produkte zu identifizieren und sie automatisch in Rechnung zu stellen.

12 000: So viele Programme wurden von Softwareentwicklern für Alexa geschrieben.

30. Platz: Sophia Genetics (SUI)

Sophia Genetics ist ein Bio-Tech-Unternehmen aus Saint-Sulpice nahe Lausanne und der einzige gelistete Vertreter aus der Schweiz unter den Top-50-Firmen des MIT Technology Review. Das 2011 gegründete Start-up rangiert mit seinen KI-basierten vollautomatischen Analysen von DNS-Sequenzen auf Platz 30, einen Platz vor Tesla. Mit ihren DNS-Analysen soll z. B. Krebs schneller erkannt werden.

Das Unternehmen erhebt für die Nutzung seines Tools pro Analyse eine Gebühr von seinen Kunden, vornehmlich Krankenhäuser und Ärzte. Durch die steigende Zahl der Patientenanalysen wird sich laut Sophia Genetics die Aussagekraft stetig verbessern. Bereits jetzt zählen 334 Spitäler in 53 Ländern aus Afrika, Europa und Südamerika zu den Kunden des Schweizer Unternehmens.

127 000 ist die Zahl der getesteten Patienten bis zum jetzigen Augenblick.

38. Platz: Adidas (DEU)

Das erste deutsche Unternehmen und ebenfalls seit diesem Jahr vertreten ist der Hersteller von Sportartikeln Adidas. Der Sneaker-Produzent will die Art und Weise seiner Schuhproduktion verändern und eröffnet dafür im Verlauf dieses Jahres eine automatisierte Smart-Factory in Ansbach (DEU). Auf diese Weise wollen sie lokal und auf Anfrage produzieren. Eine ähnliche Fabrik will Adidas auch in den USA eröffnen. Mit Mikrofabriken dieser Art können sie schneller auf Modetrends reagieren und auf individuelle Kundenwünsche eingehen. Damit verschiebt das Unternehmen seine Produktion aus Asien in die jeweiligen Märkte. Gleichzeitig arbeitet Adidas mit einer 3D-Druckerei zusammen, um neue Produktionswege zur Herstellung neuer Materialien zu entwickeln. Die besten Produkte wollen sie in ihren Schuhen verwenden. Adidas testet bereits an 150 verschiedenen Varianten von Elastomeren für ihre Zwischensohlen, die zukünftig in einem 3D-Drucker hergestellt werden sollen.

300 Mio. paar Schuhe produziert Adidas jedes Jahr, die meisten davon in Asien.

46. Platz: Daimler (DEU)

Die Daimler AG will dieses Jahr den Urban eTruck der breiten Öffentlichkeit präsentieren, ein komplett elektrisch betriebener Lastkraftwagen (Lkw). Der Dreiachser mit 26 Tonnen wird laut Mercedes-Benz in Nutzlast und Performance einem Lkw mit Verbrennungsmotor ebenbürtig sein. Die Batteriekapazität des Elektro-Lkws ist modular aufgebaut. Als Basisbestückung dient ein Batteriepaket aus Lithium-Ionen-Akkus und eine Gesamtkapazität von 212 kWh. Daraus resultiert eine Reichweite von bis zu 200 km, üblicherweise ausreichend für eine Tagestour im Verteilerverkehr.

Lastwagen dieses Typs sind ein wichtiges Puzzleteil, um die schädlichen Abgas- und Lärmemissionen in den Städten zu reduzieren. Aber angesichts der hohen Kosten und des hohen Gewichts für die Akkumulatoren wird es so schnell keine Langstrecken-Lkws geben, die komplett nur mit Elektroantrieb bewegt werden können. Nichtsdestotrotz, der eTruck soll bis 2020 auf den Markt kommen. Daimler arbeitet daneben auch an der Fahrzeugkonnektivität und am autonomen Fahren für seine Autos. Dafür haben sie in Zusammenarbeit mit Nvidia ein KI-Projekt lanciert. Die KI erkennt den Strassenverlauf und errechnet für den Fahrer anstehende Beschleunigungs- und Bremsmanöver für mehr Effizienz.

Bei leichten Verteiler-Lkw ist Daimler mit dem Fuso Canter E-Cell bereits seit 2014 in intensiver Kundenerprobung. SMM

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