Die Krise schweisst zusammen?
... was bisher nicht zusammengehörte, könnte man meinen, wenn man die Schlagzeilen von den beiden an der Spitze stehenden Werkzeugmaschinenherstellern Gilde-meister AG und Mori Seiki Co., Ltd. letzte Woche vernommen hat. Beide Unternehmen haben eine enge Kooperation vereinbart. Was heisst das für die Zukunft der beiden Grossen des Werkzeugmaschinenbaus?
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Zugegeben, die Schlagzeile vom 23. März hat es in sich: Mori Seiki und Gildemeister spannen zusammen (SMM berichtet auf Seite 10). In den Bereichen Produktion, Einkauf, Maschinenentwicklung als auch Vertrieb und Service ist eine enge Zusammenarbeit geplant. Die Kooperationen in den hochsensiblen Bereichen wie Entwicklung und Vertrieb zeigen, dass die Partnerschaft fast schon eheähnliche Züge annimmt. Bisher waren die beiden Unternehmen Top-Konkurrenten. Und Konkurrenz belebt schliesslich das Geschäft. Das soll jetzt auf einmal anders sein? Beide Konzerne setzen ab jetzt auf Teamarbeit. Möglich, dass es hier einige Ansätze gibt, die erfolgsversprechend sind.
Die derzeitige Krise setzt den WZM-Unternehmen zu, die Auslas-tungen sinken dramatisch. So fertigt Mori Seiki etwa seine Spindelmotoren und Kugelumlaufspindeln selbst, hier setzte Gildemeister auf Zulieferteile - das kann die Auslastung dieser Komponenten beispielsweise in Japan wieder auf Vordermann bringen. Auch die Vertriebsstrukturen der beiden Konzerne haben regionenspezifische Stärken und Schwächen; auch hier steckt ein nicht unerhebliches Potential. Schliesslich sind die beiden Führungsköpfe Dr. Rüdiger Kapitza (CEO Gildemeister) und Dr. Masahiko Mori (Vorstandsvorsitzender Mori Seiki) Spitzenkräfte, die ganz genau wissen, was sie machen, um erfolgreich am Markt zu agieren. Man darf gespannt sein, wie sich die Kooperation in Zukunft entwickelt.
Ihr
matthias_boehm@vogel-media.ch
