Die Kunst der Präzision

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Kunden wollten auch Drehteile

Von der guten Kundenbetreuung und der Qualität der gelieferten Frästeile überzeugt, wollten im vergangenen Jahr mehrere Kunden auch Drehteile bei Microart fertigen lassen.

Anstatt zu antworten: «Drehen ist nicht in unserem Leistungsspektrum», nahm Microart den Wunsch auf, sah sich nach einem qualifizierten Mitarbeiter um und anschliessend nach einer geeigneten Maschine. Alexander Artmann erläutert die Aktion: «Die rezessive Lage hatte den grossen Vorteil, dass hervorragende Facharbeiter auf dem Markt zur Verfügung standen. Auch die Maschinenpreise waren vergleichsweise niedrig. Für uns als wachsendes Unternehmen also gewissermas­sen ein Glücksfall. Fürs Drehen konnten wir einen exzellenten Facharbeiter gewinnen, der bereits die Maschinenauswahl begleitete.»

Drehteile werden immer komplexer

Nach der strategischen Entscheidung «pro Drehen» war klar, dass die passende Maschine wiederum einen «Mehrwert» bieten musste. Angesichts der immer komplexer werdenden Teile mit Dreh- und Fräsanteil entschieden sich Artmann, Kerscher und Co. dafür, dass die Drehmaschine einen leistungsstarken Revolver mit angetriebenen Werkzeugen, Y-Achse und eine Gegenspindel besitzen musste.

Die Wahl des Herstellers hat sich das Entscheiderteam nicht leicht gemacht. «Wir wollten nicht nur eine Maschine kaufen, wir wollten einen Partner haben, mit dem wir in unserem Betrieb den Drehbereich aufbauen können», erläutert Michael Kerscher. «Daher haben wir grossen Wert auf die Qualität, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Maschine gelegt. Gleichzeitig mussten wir uns sicher sein, dass der Service und Support dauerhaft gewährleistet ist. Die beste Kombination haben wir schliesslich bei Mori Seiki und in der NL2500 SY/700 gefunden, die alle Erwartungen erfüllte.»

Die Drehmaschine für Komplettbearbeitung

Ende 2008 wurde sie installiert und trug von Anfang an dazu bei, dass die Akzeptanz von Microart als Anbieter komplexer Drehteile mit jedem Auftrag wuchs. Gerhard Artmann lobt: «Die Mori Seiki NL2500 SY hat sich hervorragend bewährt. Damit war klar, dass wir bei diesem Anbieter bleiben.» Schon bald orderte Microart zwei weitere Mori Seiki NL2500 Y - mit angetriebenen Werkzeugen und Y-Achse, jedoch ohne Gegenspindel. Sie wurden im Oktober 2009 und im Januar 2010 in Betrieb genommen.

Fräsleistung des Drehzentrums beeindruckt

Zerspanspezialist Artmann hebt besonders den Mori-Seiki-Revolver hervor: «Da ich ursprünglich vom Fräsen her komme, hat mich die Fräsleistung der angetriebenen Werkzeuge sehr beeindruckt. Durch den integrierten Antriebsmotor lässt sie sich durchaus mit Fräsmaschinen vergleichen.»

Der von Mori Seiki entwickelte Revolver ist nach dem BMT-Prinzip (Built-in Motor Turret) aufgebaut. Das heisst, er verfügt über einen integrierten Servomotor, der je nach Bedarf in spezielle Werkzeughalter einklickt und Fräs-, Bohr- oder Schleifwerkzeuge direkt antreibt. Dadurch werden Hitzeentwicklung und Vibrationen auf ein Minimum reduziert, was sich im Bearbeitungsergebnis deutlich bemerkbar macht. Die bessere Kraftübertragung bewirkt ausserdem eine bis zu vierfache Bearbeitungsleistung gegenüber konventionellen Revolverköpfen.

Schwer und schwerst zerspanbare Werkstoffe

Die NL2500 eignet sich gleichermassen für Schrupp- und Schlichtbearbeitung. Die erforderliche Stabilität erhält sie vom steifen Maschinenbett und durch besonders breite Flachführungen in der X-Achse. Spezielle Konstruktionsmerkmale von Spindel, Schlitten und Gegenspindel ermöglichen die hohe Präzision. Daher ist sie für das von Microart zu bewältigende Drehteilespektrum geradezu prädestiniert.

Genauigkeiten im 1/100-mm-Bereich

Die zu bearbeitenden Materialien sind überwiegend schwer und schwerst zerspanbare Werkstoffe, meist Edelstähle, aber auch Aluminiumlegierungen, die ihre Tücken haben. Gerhard Artmann geht ins Detail: «Einfache Drehteile ohne zusätzliche Bohr- und Fräsbearbeitung werden bei uns gar nicht erst angefragt. Dafür fordern unsere Kunden fast durchs Band hohe Genauigkeiten im 1/100-mm-Bereich nicht nur im Durchmesser, sondern auch bei Form- und Lagetoleranzen. Ausserdem müssen wir Oberflächen mit einer Rauheit von Ra=0,4 µm und kleiner erzeugen.»

Für den ersten Drehspezialisten bei Microart sind das immer wieder neue Herausforderungen, aber keine Probleme. Er hat sich mit den Mori Seiki NL2500 schnell angefreundet, auch wenn er vorher auf einem anderen Fabrikat gearbeitet hatte. Durch Schulung, Support und die bedienerfreundliche Steuerung war er in kürzester Zeit in der Lage, komplexeste Konturen zu programmieren und zu zerspanen. Sein Wissen gab er auch an die vier zusätzlichen Mitarbeiter des Drehbereichs weiter, die im letzten Jahr eingestellt wurden.

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