Vor 15 Jahren änderte die Ammann AG ihre strategische Geschäftsausrichtung: Aus einem Lohnfertiger für bearbeitete Weichen- und Gleisteile wurde Ammann Components, ein Systemlieferant, spezialisiert auf komplexe, hochpräzise Werkstücke. Schon bald stellten sich Erfolg und Wachstum ein – dank den motivierten Mitarbeitern und ihrem Know-how sowie dem hochwertigen Maschinenpark, den mehrere Heckert-Kompaktmaschinen dominieren. Einen weiteren Push versprechen sich die Schweizer Präzisionszerspaner von der kürzlich gelieferten Heckert H75.
Die Heckert H75 eignet sich gleichermassen zur Aluminium- wie zur Schwerzerspanung, also für ein breites Bauteilspektrum.
(Bild: Ralf Baumgarten)
Schon seit 1732 betreibt die Familie Ammann das Schmiede- und Schlossereihandwerk. 1860 gründete dann Conrad Ammann im Schweizer Ort Tägerwilen die erste Firma, eine Schlosserei, die mit vier bis sechs Mitarbeitern Holzbohrer sowie land- und forstwirtschaftliche Geräte in Serie herstellte. Der Grundstein für das Unternehmen, das seit acht Generationen noch immer in Tägerwilen ansässig ist. In dieser langen Tradition sind die letzten 40 Jahre besonders spannend.
Zu Beginn dieser Periode ging die damals auf Schmiedeteile spezialisierte Firma eine enge Partnerschaft mit einem Ingenieurbüro für Weichen und Gleistechnik ein. Ein Geschäft, das sich prächtig entwickelte. Innovative Ideen nahmen durch das Ammann-Produktionsteam Gestalt an. Zum Schmieden von Befestigungselementen kam vermehrt die Zerspanung von gegossenen Rohteilen hinzu.
Ammann investierte. Neben einem ersten, Anfang der 1990er-Jahre gekauften vierachsigen Heckert-Bearbeitungszentrum waren es vor allem die zwei 1999 angeschafften Heckert-CWK630-Maschinen, die den wachsenden Bedarf an Fräskapazität deckten.
Markus Halder, 1999 als angehender Ingenieur zum Ammann-Produktionsteam gestossen, erinnert sich: «Mit diesen äusserst stabilen Bearbeitungszentren konnten wir mit hohem Vorschub durch die Gussrohlinge fahren und bis zu 4-mm-Späne abnehmen. Das sorgte für kurze Bearbeitungszeiten und letztendlich für einen wirtschaftlichen Betrieb.» Um die Zerspanungskapazitäten weiter zu vergrössern, investierten die Verantwortlichen in eine zusätzliche Starrag-Maschine: 2006 zog die erste Heckert HEC 500 in die Fertigung ein.
Strategische Neuausrichtung
Doch die Zeiten ändern sich. 2008 war die Ammann AG durch ihren Partner nicht mehr ausreichend ausgelastet. Markus Halder: «Wir gingen sehr systematisch vor, erstellten eine Stärken-Schwächen-Analyse, die uns helfen sollte, das Geschäft neu auszurichten.»
Das Ergebnis: Die in der Schweiz herrschenden Lohnkosten waren für weniger komplexe Teile zu hoch. «Wir mussten eine Nische finden, in der unsere Stärken die anfallenden Kosten kompensieren», erklärt Markus Halder. Geschäftsführer Paul Ammann war sich der Leistungsfähigkeit seines Unternehmens bewusst: «Wir hatten damals vier Ingenieure mit grossem Engineering- und Produktions-Know-how sowie eine besondere Werkstoffkompetenz in Bezug auf Schmiede- und Gussteile. Ausserdem verfügten wir über einen hervorragenden Maschinenpark, mit dem unsere Mitarbeiter über Jahre hinweg Erfahrungen gesammelt hatten.» Das sollte für eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens in Richtung Bearbeitung von hochpräzisen Bauteilen bis zu 500er-Palettengrösse reichen.
Die Kaltakquise übernahm Markus Halder, der seitdem als Vertriebsleiter tätig ist: «Die Suche nach passenden Aufträgen war wie die nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Mit Hartnäckigkeit und dem Glück, zum richtigen Zeitpunkt anzurufen, erhielten wir von Kuka einen ersten Auftrag über die Bearbeitung von Roboter-Strukturteilen.»
In den Projektgesprächen kristallisierte sich heraus, dass die Heckert HEC 500 genau die richtige Maschine für die Bearbeitung dieser grossen Gussteile ist. «Wir haben bei diesem Projekt eng mit dem Kunden zusammengearbeitet und extrem viel gelernt», resümiert Markus Halder. «Der Erfolg gab uns Selbstvertrauen und die Gewissheit, dass unsere Heckert-Kompaktmaschinen nicht nur Schwerzerspanung beherrschen, sondern auch hohe Produktivität und prozesssichere Präzision erreichen.»
Präzisionsbearbeitung grosser Teile
Ammann Components konnte sich mit dem «neuen» strategischen Angebot in verschiedenen Branchen etablieren und breit aufstellen. «Im Rückblick war unsere Entscheidung für diese strategische Ausrichtung genau das Richtige, um unser Unternehmen in die Erfolgsspur zurückzubringen», ist sich Paul Ammann sicher. «Unsere Kunden schätzen den Mehrwert, den wir ihnen bieten, indem wir für ihre Werkstücke geeignete Bearbeitungsprozesse auf Basis unseres Equipments entwickeln. So sind wir in den letzten 15 Jahren von 22 auf über 50 Mitarbeiter gewachsen und befinden uns weiterhin in einer Expansionsphase.»
Um dem Mehr an Aufträgen gerecht zu werden, investiert das Unternehmen kontinuierlich in weitere Heckert-Kompaktmaschinen. So ergänzt seit 2017 eine Heckert HEC 500 F den Maschinenpark, vor allem fürs Fräsen von Aluminiumlegierungen. Zur Schwerbearbeitung dienen die 2019 und 2020 gekauften Heckert HEC 500 Athletic.
Stand vom 30.10.2020
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group AG, Seestrasse 95, CH-8800 Thalwil, einschließlich aller mit ihr verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de/de/smm abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
«Diese hochpräzisen, kompakten Bearbeitungszentren sind für uns von zentraler Bedeutung», betont Firmenchef Ammann. «Nicht nur, dass sie uns alle Anforderungen an die Qualität der Bauteile erfüllen lassen, sie verleihen uns auch eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Werkstücke.» Schliesslich handelt es sich bei keinem Auftrag um Grossserienfertigung. «In unserer Nische bearbeiten wir eher kleine und mittelgrosse Losgrössen, die jedoch wiederkehren und insgesamt Projektlaufzeiten zwischen 5 und 20 Jahren oder noch länger haben.»
Mit hohen Kundenanforderungen wächst die Kompetenz
Heute bezeichnet sich Ammann Components als Systemlieferant für mechanische Komponenten. Dazu zählen in erster Linie Dreh- und Frästeile aus Stahl, Eisenguss und Aluminium. Gefräst werden hauptsächlich formfallende Teile, also Guss- und Schmiedeteile. Ein wichtiges Betätigungsfeld sind grosse Injektoren und deren Gehäuse, die für Schiffsmotoren oder Stromgeneratoren benötigt werden. «Das Schwierige bei deren Bearbeitung sind unter anderem 350 mm tiefe Bohrungen mit 3 mm Durchmesser, die wir mit 0,1 mm Positionstoleranz erzeugen müssen», erklärt Markus Halder. «Bei solchen Herausforderungen tüfteln wir so lange mit Werkzeugen und Kühlschmierstoffen, bis wir auf unserer Heckert HEC 500 ein prozesssicheres und wirtschaftliches Ergebnis erreichen.»
Auch die Wehrtechnik ist eine der grossen Kundenbranchen. Ob Fahrwerkskomponenten oder Unterböden für Panzer – Ammann Components liefert anspruchsvolle Bauteile und einbaufertige Baugruppen. Eine Spezialität sind Anschlussplatten für Hydraulik. «Wir fräsen die Dichtflächen zirkular ohne Absatz und erreichen Oberflächengüten von N5 – natürlich auf den von Starrag gelieferten Heckert-Maschinen», erläutert Markus Halder.
Investitionen für die Zukunft
Nun ist es nicht so, dass Starrag als Maschinenlieferant fest gesetzt wäre. Vor jedem Kauf vergleichen die Verantwortlichen intensiv mit mehreren infrage kommenden Maschinen: Passen sie zur strategischen Ausrichtung? Stimmen Leistung, Verfügbarkeit und Serviceangebot? «Wir wollen uns mit jeder neuen Maschine verbessern, noch genauer werden, noch flexibler», sagt Markus Halder. «Aber wir stehen trotz unseres Nischendaseins in einem strengen Wettbewerb, sodass wir unsere Preise nicht beliebig gestalten können. Für realistische Stückkosten müssen die Maschinen über sehr viele Jahre zuverlässig präzise funktionieren.»
Bei den 4-Achs-Zentren konnten sich stets die Starrag-Maschinen durchsetzen. Für sie sprechen zum einen die langjährige gute Erfahrung, zum anderen ihr stabiler Maschinenaufbau und die von Ammann Components geschätzte, über viele Jahre gleichbleibend hohe Qualität und Produktivität. Erst vor kurzem wurde eine der ersten Heckert-Maschinen ausgetauscht, eine CWK630 – nach 23 Jahren permanentem Einsatz im Schichtbetrieb. «Die hat sich gerechnet», freut sich der Vertriebsleiter, der auch Mitglied der Geschäftsleitung ist. Ähnliches verspricht er sich von der Ersatzinvestition in das neue Kompaktbearbeitungszentrum Heckert H75, das im Mai 2023 in Betrieb genommen wurde.
Neue Kompaktbaureihe für erhöhte Prozesssicherheit
Das Nachfolgemodell der erfolgreichen Heckert HEC 500 bringt einige Verbesserungen und vielversprechende Optionen mit sich. Paul Ammann entschied sich zum Beispiel, die Heckert H75 mit einer vorbereitenden Kühlung im Rüstraum ausstatten zu lassen: «Da wir keine klimatisierte Halle besitzen, bringt uns das Spülen mit dem Kühlmittel enorme Vorteile. Auf diese Weise werden die Teile so temperiert, dass kaum Unterschiede zur Bearbeitungstemperatur bestehen und keine Spannungen im Bauteil auftreten.»
Dies kommt dem Produktionsteam vom ersten Tag an entgegen. Denn auf der Maschine werden grosse Getriebegehäuse aus Aluminium bearbeitet, für die der Kunde eng tolerierte Achsabstände vorgibt. Gerade Aluminium reagiert auf Temperaturunterschiede empfindlich. Jedes Grad bedeutet bei diesem Getriebegehäuse eine Ausdehnung von 0,02 mm.
Begeistert zeigt sich Paul Ammann auch von der Spindel mit ihrem maximalen Drehmoment von 950 Nm und einer Drehzahl von bis zu 12 500 min-1. Damit eignet sich das BAZ gleichermassen zur Aluminium- und für die Schwerzerspanung, also für ein breites Bauteilspektrum.
Um die Flexibilität zu maximieren und die Rüstzeiten auf ein Minimum zu senken, wurde die Heckert H75 mit einem grossen Werkzeugspeicher ausgestattet. Das Turmmagazin bietet mit seinen vier gekoppelten Türmen einen Vorrat von knapp 400 Werkzeugen.
Automatisierung im Blick
Der etwas kleinere Footprint – bei sogar etwas grösseren Verfahrwegen – kommt Ammann ebenfalls gelegen, denn derzeit ist die räumliche Situation beengt. «Das wird sich ändern», freut sich der Geschäftsführer. Denn es steht ein Umzug bevor. «Wir sind in der Planung schon so weit, dass wir im 3D-CAD-Modell durch die Hallen spazieren können.»
Da Ammann Components mit allen Investitionen langfristig plant, hat sich der Umzug bereits auf die Heckert H75 ausgewirkt, wie Paul Ammann sagt: «Im Augenblick haben wir zwar noch keinen Bedarf und auch keine Möglichkeit zu einer Automatisierung. Aber am neuen Standort werden wir die Heckert H75 und die Heckert HEC 500 mit einem Palettensystem zu einem mannarmen Fertigungssystem ausbauen. Daher war es uns wichtig, dass die H75 zur Heckert HEC 500 voll kompatibel ist, sodass man keinen zweiten Rüstplatz braucht. Wie wir es erwartet haben, erwies sich unser Partner Starrag als flexibel und nahm die erforderlichen Anpassungen beim Y-Weg sowie beim Palettenwechsler vor.»