Energieeffizienz statt Polemik!
>> Die verheerenden Ereignisse in Japan haben rund um den Globus neue Diskussionen in Gang gesetzt. In der Schweiz ist der politische Prozess rund um die zukünftige Energieversorgung abrupt auf Feld eins zurückversetzt worden. In einer Sache sind sich jedoch wohl alle einig: Die Risikominimierung bei der Stromproduktion sowie die Versorgungssicherheit sind am ehesten dann gewährleistet, wenn die Schweiz 100% des Bedarfes, und das bezogen auf sämtliche Energieträger, selber decken kann. Doch zu welchem Preis?.

Gegner wie Befürworter der Kernkraftenergie fühlen sich auf den Plan gerufen und fordern die sofortige Abschaltung der Anlagen beziehungsweise die besonnene Ursachenanalyse der Katastrophe, um nicht voreilige Schlüsse zu ziehen. Dabei gerät eine Frage komplett in den Hintergrund, welche schon vor der Katastrophe in Japan im Fokus hätte stehen sollen. Nämlich die Frage nach der Energieeffizienz. Das Optimierungspotential im Energiehaushalt ist nach wie vor immens. Bei der Wahl des Energieträgers gilt es auf der Produktionsseite endlich eine Gesamtenergiebilanz zu beachten. Bei Solarzellen ist zu berücksichtigen, dass zur Herstellung ein enormer Energiebedarf notwendig ist, und bei Kernkraftwerken ist ebenfalls die Stilllegung der Produktionsanlagen sowie die Lagerung und Entsorgung nuklearer Abfälle miteinzurechnen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auf der Verwendungsseite muss festgehalten werden, dass das Bewusstsein für einen sparsamen Stromverbrauch leider immer noch fehlt. Man rufe sich den steigenden „Beleuchtungswettbewerb“ im Garten während der Weihnachtszeit in Erinnerung, um auch hier ein Beispiel anzubringen.
Das Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau (EKT) bietet in seinem Förderprogramm den Unternehmungen eine Energieeffizienz-Diagnose an. Spezialisierte Firmen analysieren dabei die Energieversorgung und erstellen eine Ist-Aufnahme des Energieverbrauches, um anschliessend einen konkreten Massnahmenkatalog zur Senkung des Energiebedarfs vorzulegen. In einem zweiten Schritt wird die Wirtschaftlichkeit der Energienutzung in den betrieblichen Abläufen untersucht, um eine Gesamtenergiebilanz der Unternehmung zu erhalten. Die Verantwortlichen erhalten damit ein Instrument, um im eigenen Betrieb gezielt den Energiebedarf zu senken, Kosten zu sparen und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die Investitionen zur Senkung des Stromverbrauchs kommen notabene wieder dem Gewerbe zugute und nicht zuletzt leistet der Unternehmer damit einen nachhaltigen Beitrag zur Umwelt.
In wenigen Jahren und durch das tragische Unglück in Japan vielleicht schon etwas früher, werden wir gezwungen sein, die Zukunft unserer Energieversorgung neu aufzustellen. Dazu braucht es eine energetische Gesamtbetrachtung zu einer nachhaltigen Versorgung - zu einem erschwinglichen Preis. <<
Peter Schütz
Mitglied der Politischen Kommission SWSISSMECHANIC,
Präsident Thurgauer Gewerbeverband (TGV)
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