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Verlustabschätzung und Einsparpotenzial
Aufbauend auf den gemessenen dB-Wert ist eine Software verfügbar, mit deren Hilfe der ungefähre jährliche Verlust in Schweizer Franken ermittelt werden kann. Manuell muss der Systemdruck, der Preis für eine Kilowattstunde Strom sowie die Betriebsdauer des Kompressors (durchschnittliche Betriebszeit und Produktionstage pro Jahr) eingegeben werden. Das Ergebnis ist eine übersichtliche Excel-Tabelle, die optional mit Reparaturanweisungen ergänzt werden kann. Nach Abschluss der Reparaturen ist das Eingesparte in Franken und Prozent sichtbar. Die Abschätzung der Kosten anhand der Ultraschallmessung ist mit einer Genauigkeit von 10 bis 15% möglich ? eine Genauigkeit, die bei dieser Anwendung völlig ausreicht. Die Software erlaubt weiterhin den Aufbau eines kompletten Instandhaltungsprogramms. Verschiedene Standorte mit getrennten Anlagen und zugewiesenen Maschinen können verwaltet werden, Parameter, Bilder und sonstige Informationen lassen sich hinterlegen. Rundum alles, um die Instandhaltung so einfach und effektiv zu gestalten wie irgendwie möglich.
Ein umfangreiches Zubehör, das fast jeder Hersteller anbietet, erleichtert die Inspektion markant. Für weit entfernte Objekte kann eine Art Trichter (Long Range Modul) auf den Sensor aufgesetzt werden. Dieser wirkt ähnlich wie ein Tele-Objektiv und auch kleine Leckagen können in grös-serer Entfernung, wie z.B. unter der Hallendecke, geortet werden. Für sehr weit entfernte Komponenten ist ein Parabolspiegel erhältlich. Dieser ist bei empfindlichen Systemen jedoch nur für wirklich grosse Distanzen erforderlich (die typische Anwendung ist die Prüfung von Bauteilen an Hochspannungsleitungen). Ebenso teleskopartige, ausziehbare Sensoren oder Gummiaufsätze machen das Audit in der Praxis deutlich komfortabler.
114 Lecks gefunden - ein Kompressor eingespart
Bei einem mittelständischen Lohnverpackungsunternehmen konnten im Rahmen eines eintägigen Druckluftaudits 114 Leckstellen unterschiedlicher Grösse festgestellt werden. Zu bemerken ist, dass der Kunde vor der Untersuchung mit dem Ultraschallgerät bereits seine Anlagen an einem Wochenende, an dem alle lauten Anlagen ausser Betrieb waren, geprüft und die hörbaren Undichtigkeiten beseitigt hat. Der Grund für diese weitere Dienstleistung war die Überlegung, in einen zusätzlichen Kompressor zu investieren. Durch die sich häufig ändernden Kundenanforderungen baut das Unternehmen oft Maschinen auf und ab. Die Produktion ist über drei Stockwerke verteilt und umfasste zum Inspektionszeitpunkt dreizehn Verpackungsmaschinen. Die Druckluft erzeugen zwei zentral aufgestellte 18,5-kW-Kompressoren, die an der oberen Leistungsgrenze arbeiten.
Mit Leckmarkern (leuchtende, gut sichtbare Etiketten) wurden die gefundenen Stellen für die Reparatur und spätere Nachprüfung markiert. Manche Mängel konnten direkt während der Inspektion behoben werden. Die Anschaffung eines weiteren Kompressors wäre ohne die Aufdeckung und Behebung der 114 Leckagestellen unumgänglich gewesen. Durch die zielgerichtete Beseitigung der festgestellten Verluste im Rohrleitungsnetz konnte der Maschinenpark um zwei Anlagen erweitert werden, ohne dass zusätzlich in einen neuen Kompressor investiert werden musste. Die meisten Fehlstellen waren undichte Manometer an den Wartungseinheiten, Steckverbinder in der pneumatischen Anlagensteuerung (Kleinlecks), defekte Absperrventile und grosse Lecks wurden an Schnellkupplungen gefunden. Insgesamt sind bewegliche Komponenten stärker von Leckagen betroffen als fest installierte Leitungen. Am konstant bestehenden Rohrleitungsnetz sind nur vereinzelt Fehlstellen aufzuspüren. Letztendlich konnte durch das Druckluftaudit ein neuer Kompressor eingespart werden, die bestehenden Kompressoren laufen weniger (Energieeinsparung) und die betriebsstundenabhängigen Wartungskosten werden sich ebenfalls reduzieren.
Unterstützt durch EnergieSchweiz
Von staatlicher Seite wirbt das Programm «EnergieSchweiz» vom Bundesamt für Energie in der praxisorientierten Kampagne «Effiziente Druckluft» für die Energieeinsparpotenziale bei Druckluftanlagen.
Die komplette Ultraschalltechnologie mit allen Anwendungen und Untergruppen kann äusserst komplex sein. Es gibt von verschiedenen Organisationen Schulungs- und Zertifizierungslehrgänge. Die aus der zerstörungsfreien Prüfung kommende Norm EN 473 sieht eine Zertifizierung von Level 1 bis 3 vor. Beschränkt man sich auf die Druckluftleckortung, ist eine Einweisung meistens ausreichend. Durch die schnellen Erfolge und die einfache Nachprüfbarkeit der gefundenen Fehlstellen ist die Technologie auch für nicht versierte Anwender geeignet.
Eine weitere interessante Applikation ist die Prüfung von Absaugungen oder Vakuumsystemen. Auch hier geben Lecks einen verräterischen Ton im Ultraschallbereich von sich.
Autor
Boris A. Horn, Manager NDT Application, Pergam-Suisse AG
Information
Pergam-Suisse AG
Talacker 42, 8001 Zürich
Tel. 043 268 43 35
b.horn@pergam-suisse.ch
www.pergam-suisse.ch
