Das 35 Mitarbeiter starke Unternehmen in Ettiswil LU hat in den letzten Jahren viel in das Personal, die Infrastruktur und den Maschinenpark investiert. Damit hat das Unternehmen die Kapazitäten deutlich erhöht und ist für grösser bauende Präzisionswerkstücke in der fertigungstechnischen Spitzenklasse positioniert. Bauteile bis X 5500 mm und Y 1500 mm sowie automatisiert gefertigte kubische Teile bis ø 1200 mm sind heute die Kernkompetenzen der IBOR AG. In Zukunft will das Unternehmen erheblich investieren, um noch grössere Werkstücke bearbeiten zu können.
Manuel Meier (CEO) sorgt für ausgezeichnete Rahmenbedingungen für die Mitarbeitenden, was sich letztlich in der ausgezeichneten Unternehmensentwicklung widerspiegelt.
(Bild: Thomas Entzeroth)
Bevor Sie weiterlesen, lohnt ein Blick auf die Webseite der IBOR AG. Es ist eine Spielerei – aber eine aussagekräftige: In Echtzeit wird angezeigt, wie stark die verschiedenen CNC-Fräsmaschinen während der nächsten vier Wochen ausgelastet sind. Marco Segattini: «Wir sind in einem hektischen Umfeld positioniert, und da ist es als Kunde wichtig, sofort zu wissen, mit welchen Ressourcen bei der IBOR AG zu rechnen ist.» Ein Traumwert ist der Anteil der Neuteile für die Entwicklung wie auch der Neuprojekte mit 75%.
Fräsen von kleinen bis grossen Bauteilen
Die IBOR AG hat sich auf das Fräsen von kleinen bis grossen Bauteilen spezialisiert. Sie hat ihre Produktion perfektioniert. So verfügt beispielsweise jede Maschine über eine geschliffene Rasterplatte, die fest auf dem Maschinentisch installiert ist. Das sorgt für höchste Flexibilität und Effizienz beim Einrichten und Spannen der Werkstücke in der Maschine. Bearbeitet werden 70% Aluminium und 30% Stahl- wie auch Rostfrei-Materialien. Vom Einzelteil bis hin zu mittelgrossen Serien wird ein sehr breites Teilespektrum abgedeckt, bis hin zu 5-Achs-Simultan-Bauteilen.
Damit der Nachschub an qualifizierten Fachkräften sichergestellt ist, werden jedes Jahr ein bis zwei Polymechaniker ausgebildet. Neben dem hohen Mass an Eigenverantwortung und dem abwechslungsreichen Aufgabengebiet sorgen Top-Anstellungsbedingungen, modernste Arbeitsplätze, Benefits wie regelmässige Ausflüge oder die kontinuierliche Weiterentwicklung im personellen und technologischen Bereich für eine hohe Motivation. Die guten Rahmenbedingungen äussern sich in einer geringen Fluktuation, wodurch sich wiederum das innerbetriebliche Know-how stetig verbessert. Manuel Meier (CEO) legt grossen Wert auf die Selbständigkeit der Mitarbeitenden – es sind fast ausschliesslich Polymechaniker. Sie erledigen alle Arbeitsschritte von der Programmierung über die Fertigung bis zur Endkontrolle der Teile selbst. Praktisch jede Maschine verfügt über einen eigenen CAM-Arbeitsplatz, an dem die 3D-Daten verarbeitet und die Programme erstellt werden.
15 CAM-Plätze auf 19 CNC-Maschinen
Eine besondere Stärke der IBOR AG ist deren CAM-Kompetenz. Für 19 Bearbeitungszentren stehen 15 CAM-Arbeitsplätze zur Verfügung, ein CAM-WZM-Verhältnis, das rekordverdächtig ist. Warum die IBOR AG auf eine derart hohe Anzahl an CAM-Arbeitsplätzen setzt, liegt auch am hohen Anteil von Neuaufträgen, die entsprechend effizient mit dem CAM-System programmiert werden müssen, um die enorm kurzen Lieferzeiten zu ermöglichen. Ob Maschinen- oder Metallbau, Automation, Energie und Umwelt, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik oder Fahrzeugbau, die Komponenten gehen in alle Branchen. Selbst in Rennwagen sind Teile aus Ettiswil genauso anzutreffen wie in Helikoptern. Bemerkenswert ist die aktuell noch äusserst geringe Exportquote: 99% der produzierten Ware gehen an Schweizer Firmen.
Investitionen in die Zukunft
Die IBOR AG hat von 2020 bis 2023 in weitere Nachbargrundstücke investiert und somit das Betriebsareal von 3150 auf 7450 m2 vergrössert. Manuel Meier: «Nun haben wir genügend Platz, um unsere Ideen und Wachstumsziele am Standort Ettiswil/LU in den nächsten Jahren zu verwirklichen. Unser Kompetenzzentrum für Polymechaniker wird ausgebaut.» Die erste Etappe startet im Frühling 2024 mit einem 1350 m2 grossen Anbau für zusätzliche Produktionsfläche, Büros, Schulungsräume und grosszügige Aufenthaltsräume. Parallel wird die bestehende Halle energetisch saniert inklusive der Installation einer Photovoltaikanlage mit über 400 000 kWh Leistung pro Jahr. In Planung ist die Investition in ein Bearbeitungszentrum, das die strategische Ausrichtung auf die CNC-Grossteilebearbeitung ermöglicht, um für den Standort Schweiz, aber auch für D- und A-Kunden gross bauende komplexe Komponenten mit kurzen Lieferzeiten zu fertigen. Manuel Meier: «Wir haben exzellente Fachleute, die gerne grosse Komponenten bearbeiten, und einige davon freuen sich auf die nächste, grössere Herausforderung. Welche Maschine es dann sein wird, wird im wahrsten Sinne des Wortes eine grosse Überraschung sein. Apropos Explosionsgefahr: Damit die aktuelle Werkhalle nicht auseinanderbricht, wird sehr weitsichtig in neue Produktions- und Logistikflächen investiert.»
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Stand vom 30.10.2020
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