Prozessstabilität

Fliessmontage als Antwort auf Frankenschock

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Alles im Fluss – Studer mit neuer Fliessmontage

Die neue Fliessmontage ergibt sich aus der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Verbesserung aller Unternehmensprozesse, die Studer systematisch durchführt. Seit 2008 gibt es dafür das Effizienzprogramm Puls, das als Unternehmensphilosophie für alle Bereiche relevant ist. Das Programm beinhaltet einen weitreichenden Werkzeugkasten, mit dem heute sämtliche Prozesse und Abläufe im Unternehmen permanent verschlankt und effizienter gestaltet werden.

Nachdem Studer bis 2011 in Standplatzmontage und dann in diskontinuierlicher Taktmontage produziert hatte, wird nun seit Oktober letzten Jahres kontinuierlich im Fluss montiert. Es wurde aber nicht nur die reine Fliessmontage umgesetzt, die Massnahmen reichen vielmehr über die gesamten Wertschöpfungsprozesse vom Kunden zum Kunden. Die Ziele, die damit verbunden werden, sind eine effizientere Produktion, die Senkung der Durchlaufzeiten und die verbesserte Umsetzung von Kundenanforderungen.

Komplette Montage der Maschinen

Konzipiert wurde die Fliessmontage für das gesamte Studer-Produktportfolio. Nachdem die Maschinen die letzte Station der Linie passiert haben, sind sie zur Auslieferung bereit. In der Linie werden konstruktive Anpassungen wie spezielle Messsteuerungen oder kundenspezifische Spannsysteme integriert, vor allem wurden auch die Laservermessung und das Abnahmeschleifen in den Fluss integriert. «Wir machen heute alles auf einem Band, alles im Fluss», bezeichnet das Gerd König, Geschäftsführer von Studer. Aufgeteilt ist die Fliessmontage dafür in 16 Stationen, die in einem U angeordnet sind. Auf dem ersten Schenkel des U wird mit einem normalen Schienensystem gearbeitet. Auf dem zweiten, wo die Laservermessung und das Abnahmeschleifen der Maschine in Bewegung stattfinden, gibt es ein hochpräzises Fördersystem von 40 m Länge, das dem Prinzip einer grossen, hochgenauen Werkzeugmaschinenführung entspricht. Die Linie ist auf ein Einschichtsystem mit zweimal vier Stunden ausgelegt. Die unterschiedlichen Arbeitsinhalte, die an den einzelnen Schleifmaschinen auszuführen sind, werden über die Stationsdichte reguliert. Die 16 Stationen sind in 4 Segmente eingeteilt, in denen pro Station bis zu 4 Mitarbeiter die hochkomplexen Maschinen montieren.

Die Bereitstellung der erforderlichen Montageteile erfolgt direkt aus dem Lager, zum Teil auch über Kanban. Alle vier Stunden wird für die nächsten vier Stunden angeliefert, was die Bereitstellung sämtlicher benötigter Teile und Werkzeuge einschliesst. Neu ist auch, dass heute die komplette Baugruppenmontage direkt neben der Wertschöpfung in die Halle integriert ist. Sie liefert heute just in time in die Linie. Ausgeliefert werden die fertigen Schleifmaschinen dann entweder direkt an End- oder interne Kunden.

Hohe Prozessstabilität, hohe Liefertermintreue

Die Kunden profitieren von dem neuen Fertigungskonzept durch eine deutlich höhere Prozessstabilität. «Weil die Prozesse heute genauer definiert sind, werden wir zugleich auch noch nachhaltiger», sagt König. «Und wir werden effizienter und verkürzen die Durchlaufzeiten.» Der theoretische Ausstoss der Fliesslinie beträgt derzeit zwei Maschinen pro Tag. Produziert wird dabei ausschliesslich nach Kundenauftrag. In dem volatilen Markt für Schleifmaschinen kann Studer mit dem neuen Fertigungskonzept flexibel und liefertreu auf die wechselnden Marktbedürfnisse reagieren. Dabei könnte der Ausstoss aufgrund des hohen Flexibilitätsgrades im Konzept sogar relativ unkompliziert erhöht werden. Das gesamte Projekt Fliessmontage wurde in dreieinhalb Jahren umgesetzt. Die Investitionssumme umfasst mehrere Millionen Schweizer Franken. <<

(ID:43886165)