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Ressourcenschonend bauen dank Robotern
Es geht aber nicht nur um Ästhetik, sondern auch um Ressourceneffizienz. Türmt ein Roboter Backsteine aufeinander, nennt man dies additive Assemblierung. Im Gegensatz dazu steht die heute weitverbreitete subtraktive Bauweise, wo Material zum Beispiel mit einer Fräsmaschine abgetragen wird. Dabei entstehen Abfallprodukte. Modulares Bauen, bei dem man von einer kleinen Einheit ausgehend in die Grösse baut, hat daher das Potenzial, Ressourcen zu schonen.
Ein weiteres Beispiel, wie Roboter dazu beitragen, dass Materialien sparsam eingesetzt werden, ist die Herstellung von gewundenen Betonformen ohne den Einsatz einer Schalung. Roboter schweissen dafür Drahtgerüste zusammen, die mit Spritzbeton gefüllt werden. Da die Schalung entfällt, die es beim herkömmlichen Betongiessen benötigt, spart diese Bauweise Ressourcen – vor allem, wenn es sich um einmalige Projekte und nicht um eine Massenproduktion handelt.
Multidisziplinäre Teams werden die Ärmel hochkrempeln
Sobald das neue Labor nun Tür und Tor öffnet, können multidisziplinäre Forschungsprojekte umgesetzt werden. Denn um diese weltweit einzigartige Anlage auf Herz und Nieren zu testen, ziehen Architekten, Ingenieurwissenschaftlerinnen, Robotikspezialisten und Material- und Computerwissenschaftlerinnen als Teil des Nationalen Forschungsschwerpunktes (NFS) Digitale Fabrikation, der an der ETH Zürich beheimatet ist, am gleichen Strick. 20 Prozent der Nutzungszeit soll ausserdem externen Nutzern zugesprochen werden. So sollen andere Fakultäten der ETH, aber auch andere Forschungsinstitute an der fortschrittlichen Technologie forschen können.
Unter anderem soll auch das Bauen im Labor simuliert werden. Dabei wird die Situation eines Roboters auf der Baustelle nachgestellt. Was braucht es, damit sich ein Roboter in einer typischerweise unstrukturierten Gegend auf einer Baustelle zurechtfindet? Es muss eine Art von künstlicher Intelligenz entwickelt werden. Schliesslich muss sich die Maschine mit gewissen einprogrammierten Regeln in der unvorhersehbaren Situation zurechtfinden. Eine Herausforderung, deren Lösung wohl schon bald die Gebäude prägen wird, in denen wir heute aufwachsen und alt werden, einkaufen und ausgehen, arbeiten und studieren. SMM
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