Gewinneinbruch bei ABB

Redakteur: Redaktions Team

ABB konnte im 1. Quartal 2010 noch nicht richtig Tritt fassen. Vor allem das spätzyklische Geschäft mit Energietechnikprodukten kommt noch nicht in Fahrt.

Anbieter zum Thema

Für die ABB war das 1. Quartal 2010 schwierig. Vor allem das spätzyklische Geschäft mit Energietechnikprodukten und -systemen sowie der Prozessautomation, das stark auf Infrastrukturprojekte von Energieversorgern oder auf Anlageinvestitionen in der Industrie baut, konnte noch nicht von der steigenden Dynamik der Wirtschaft profitieren. Der Auftragseingang ging im 1. Quartal um 19% zuruück. Vor allem bei den Grossaufträgen verringerte sich der Auftragseingang. Im Vergleich zur Vorjahresperiode reduzierte sich dieser um 55% und machte noch 16% (Vj. 27%) des gesamten Auftragseingangs aus. Im Vorjahresquartal waren noch Grossaufträge im Rekordvolumen von über USD 2,5 Mrd. gebucht worden.Die Nachfrage in vielen kurzzyklischen Industriemärkten von ABB wie der Bauindustrie fürhte in den Divisionen Industrieautomation und Antriebe sowie Niederspannungsprodukte zu einem Auftragsplus, das den Rückgang bei den Grossaufträgen aber nicht ausgleichen konnte.Der Umsatz im 1.Quartal reduzierte sich im Verlgeich zum Vorjahresquartal um 11% auf USD 6934 Mio. Das operative Ergebnis auf Stufe EBIT sank um 18% auf USD 709 Mio und das Konzernergebnis beläuft sich auf USD 464 Mio. (-29%).KostensenkungsmassnahmenABB setzt ein Kostensenkungsprogramm um, um die Kostenstruktur des Unternehmens an die sich rasch verändernden Marktbedingungen anzupassen und die Profitabilität zu sichern. Das Programm zielt darauf ab, die Unternehmenskosten (sowohl Herstellungs- als auch Verwaltungskosten) gegenüber dem Niveau von 2008 bis Ende 2010 nachhaltig um insgesamt USD 3 Mrd. zu senken. Erreicht werden sollen die Einsparungen vor allem durch einen optimierten Einkauf, interne Prozessoptimierungen und die Anpassung der weltweiten Fertigungs- und Engineeringbasis von ABB. Damit sollen die Kosten sinken, die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden und den geographischen Nachfrageverschiebungen Rechnung getragen werden. Im ersten Quartal wurden Einsparungen von über USD 300 Mio. erzielt, wobei die grössten Beiträge aus der Anpassung der globalen Ressourcen und der Optimierung des weltweiten Einkaufs stammten. AusblickDas Wachstum der Basisaufträge gegenüber dem vierten Quartal 2009 scheint darauf hinzudeuten, dass ABB in den kurzzyklischen Geschäftsfeldern in den meisten Regionen die Talsohle erreicht hat – auch wenn dieses Auftragsplus zum Teil auf den üblichen saisonalen Trends beruht. Gestützt wird diese Ansicht durch die aktuelle Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und der Industrieproduktion, insbesondere in den Schwellenländern, die wichtige Wachstumstreiber für das kurzzyklische Geschäft sind.Im Hinblick auf die langzyklischen Geschäftsfelder von ABB, die den Grossteil des Portfolios ausmachen, bleibt der Ausblick für den restlichen Jahresverlauf 2010 uneinheitlich.In allen Regionen muss die Energieinfrastruktur aufgebaut und modernisiert werden, einschliesslich erneuerbarer Energien und Smart Grids. Steigende Energie- und Rohstoffpreise fördern die Nachfrage nach Automationslösungen von ABB, mit denen die Betriebskosten gesenkt, die Produkt- und Prozessqualität verbessert und die Produktivität gesteigert werden können. Zudem deuten stabile oder erhöhte Kundeninvestitionen – wenn auch von einem sehr niedrigem Ausgangsniveau ausgehend – in Sektoren wie der Papier- und Zellstoffindustrie, Schiffbauindustrie, Metall- und Bergbauindustrie darauf hin, dass sich einige spätzyklische Geschäftsfelder im Jahr 2010 möglicherweise langsam erholen werden.Die Investitionszurückhaltung auf Seiten der Energieversorger, Verzögerungen bei der Vergabe von grossen Energieprojekten und der zunehmende Wettbewerb im Energiesektor werden die Nachfrage jedoch kurzfristig voraussichtlich beeinträchtigen.