NASA-Mission «InSight» Im Mars rumpelt es

Redakteur: Sergio Caré

Den Puls auf dem Planeten Mars fühlen?Die unbemannte «InSight»-Mission der NASA macht es möglich. Sie bringt geophysikalische Instrumente auf den roten Planeten, die es erlauben, sein Inneres zu erforschen. Das Schweizer Unternehmen Syderal und die ETHZ sind Teil der Mission.

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(Bild: NASA)

Bern – Anfang Mai trat die amerikanische Sonde «InSight» von Kalifornien aus ihre Reise zum Mars an. Ihr Ziel: Messdaten zum besseren Verständnis des Aufbaus des roten Planeten sammeln. Zentraler Bestandteil der NASA-Mission ist ein Seismometer, welches unter der Leitung von Frankreich gemeinsam mit Deutschland, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den USA entwickelt und gebaut wurde. Mit dem Wissen, Können und den Erfahrungen von Geophysikern und Ingenieuren der ETH Zürich, welche zusammen mit der Privatindustrie das elektronische Gehirn des Seismometers beigesteuert haben, ist die Schweiz wiederum Teil einer Weltraummission, von der bahnbrechende Resultate erwartet werden.

Die Sonde «InSight» soll den Mars mit verschiedenen wissenschaftlichen Instrumenten aushorchen und vermessen. Wichtige Beiträge für diese Wissenschaftsmission wie die der von Deutschland beigesteuerten Wärmeflusssonde stammen aus Europa. Auch das «Seismic Experiment for Interior Structures» (SEIS) stammt aus europäischer Produktion: Unter der Leitung des Institut de physique du globe de Paris wurde ein Seismometer entwickelt, welches allen Widrigkeiten der Reise, der Landung und des Marswettes widerstehen soll und dabei Frequenz, Ursprung und Echos von Marsbeben messen soll. Zusammen mit US-Komponenten, insbesondere dem «Rotation and Interior Structure Experiment», wollen die Wissenschaftler den Aufbau des Planeten besser verstehen und damit neue Erkenntnisse erlangen, um bestehende Theorien über die Entstehung von Planeten zu bestätigen oder zu verwerfen. Der Schweizer Beitrag für «InSight» wurde unter der Leitung der ETH Zürich zusammen mit dem Galser Elektronikunternehmen Syderal SA als Industriepartner entwickelt. Es handelt sich um die «Electronic Box» von SEIS, die Versorgungs- und Steuerungseinheit, welche die Sensoren mit Strom versorgt, deren Messdaten empfängt, zwischenspeichert, aufbereitet und zur Weiterleitung an die Bodenstation bereithält. Während für Syderal das Projekt mit dem Start der Trägerrakete abgeschlossen sein wird, wird für das Team der ETHZ das Abenteuer mit der Inbetriebnahme von «SEIS» auf der Marsoberfläche einen weiteren Höhepunkt darstellen. Mit seinem gesammelten Wissen aus der Erdbebenforschung, das insbesondere auch in das Design der «Electronic Box» und die darin stattfindende Signalaufbereitung eingeflossen ist, wird das ETHZ-Team weiterhin eine zentrale Rolle in der Mission spielen. Obwohl bereits etliche Versuche, Seismometer auf dem Mars zu platzieren, fehlgeschlagen sind, besteht heute die berechtigte Hoffnung, dass dank «InSight» und «SEIS» die Forschung zur Theorie der Planetenentstehung einen wichtigen Schritt vorwärts machen kann.

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