Jubiläum Kanya AG: Erfolg geht weiter mit Bachtel Group

Redakteur: Sandra Ullmann

Die Kanya AG aus Rüti, Tochterunternehmen der Bachtel Group, feierte 2014 ihren 40. Geburtstag. Ein Jubiläum, das alle mit Stolz und Zufriedenheit erfüllt. Dieser Erfolg ist vor allem auf die wertvolle Zusammenarbeit mit den Kunden und Partnern zurückzuführen – und auf die treuen, motivierten und bestens qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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Die beiden Inhaber der Bachtel Group: v. l. André Müller und Clemens Ruckstuhl.
Die beiden Inhaber der Bachtel Group: v. l. André Müller und Clemens Ruckstuhl.
(Bild: Kanya)

Kanya lebt einen Firmen- und Führungsstil, der wieder aktuell wird: Den Kontakt mit den Menschen pflegen und den Kunden gut zuhören. Aus der kleinen Einfrau-Firma hat sich die Kanya zu einem flotten Unternehmen im Zürcher Oberland mit heute über 40 Mitarbeitenden gemausert. In all den Jahren hat das Unternehmen nur Geld ausgegeben, das es verdient hat, und ist langsam, aber stetig gewachsen. Gewinne wurden und werden in Maschinen und Arbeitsmittel oder in neue Märkte reinvestiert, auch nach der Übernahme der Kanya 2008 durch die Bachtel Group. Diese hat auch gleich ein Werk in China gebaut und beabsichtigt auch in Rüti eine beachtliche Flächenerweiterung durch einen Anbau. 2017 soll in die USA expandiert werden.

Blick zurück

Die 1974 in der Schweiz gegründete Kanya ist ein bekannter Anbieter eines Aluprofil-Baukastens. 2008 wurde die Kanya durch André Müller und Clemens Ruckstuhl von den ehemaligen Gründern Gertrud Rüegg und Walter Bär übernommen. André Müller leitet die Kanya seither als Geschäftsführer. Der umfangreiche Kanya-Alu-Baukasten wird für Maschinengrundgestelle, -einhausungen und Sicherheitstürlösungen, aber auch für ergonomische Arbeitsplatzlösungen und Betriebsmittel eingesetzt. Mit über 40 Mitarbeitern erarbeitet Kanya in Rüti / Zürich Komplettlösungen für Kunden in der Maschinen-, Automations- und Produktionsindustrie. Weltweit arbeitet Kanya mit langjährigen Vertriebspartnern zusammen. Durch dieses Netzwerk sind die Alu-Profile, Zubehörkomponenten und Systemlösungen fast weltweit verfügbar.

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Interview

Die Eigentümer der Bachtel Group, André Müller und Clemens Ruckstuhl, wie sie kurz nach der Übernahme der Kanya die Jahre der wirtschaftlichen Flaute meisterten und was sie für die Zukunft planen.

André Müller und Clemens Ruckstuhl, Sie mussten die Kanya AG schon kurz nach der Übernahme 2008 durch die schwierigen Gewässer einer Weltwirtschaftskrise steuern. Wie haben Sie diese Aufgabe gemeistert?

André Müller: Zum einen durch das, was in solchen Situationen unerlässlich ist: Strikte Kostenkontrolle. Als klar wurde, dass wir nach wie vor über ein gutes finanzielles Polster verfügten, haben wir den Schalter umgelegt und investiert mit dem Ziel, den bestehenden Kundenstamm zu erweitern. Das sollte sich auszahlen.

Wie stehen Sie heute da?

Clemens Ruckstuhl: Die Kanya AG ist auf dem Schweizer Markt das führende Unternehmen in der Alu-Profilsystemtechnik mit einem starken Standbein im Export. Wir sind bestens aufgestellt.

Sie waren beide früher als Unternehmensberater tätig, um danach selbst unternehmerisch tätig zu sein. Wie fühlt sich dieser Seitenwechsel an?

A. Müller: Für mich war es der Schritt in die unternehmerische Verantwortung, und ich habe diesen Schritt noch keinen Augenblick bereut. Wir haben die Firma nicht übernommen, um sie von Grund auf umzukrempeln, sondern organisch und ganz im Sinne der vorherigen Eigentümer weiterzuentwickeln.

C. Ruckstuhl: Alles andere wäre auch vermessen und letztlich unsinnig gewesen. Wir sind beide keine Techniker, und die Kanya AG lebt von der Technik. Walter Baer, der Vorbesitzer und Mitgründer der Kanya AG, ist nach wie vor in der Geschäftsleitung als Entwickler für die Firma tätig. Im Prinzip lebt diese Firma von gut qualifizierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auf sie haben wir vom ersten Tag an gesetzt und wollen dies auch weiter tun: Wir wollen gute Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Kanya AG?

C. Ruckstuhl: Wir folgen weiter der bewährten Strategie eines technologiegetriebenen Unternehmens mit einem breiten Kundenstamm, das sich durch Innovation, hohe Qualität und Kundennähe auszeichnet. Evolution statt Revolution heisst das Motto.

Die Kanya AG ist eine Tochterfirma der von Ihnen gegründeten Bachtel Group. Sie haben 2013 mit der Übernahme der deutschen Altratec und der Gründung eines Werks in China stark expandiert. Was sind die Gründe und Ziele?

A. Müller: Wir möchten die Bachtel Group als weltweit führenden Anbieter von modularen technischen Komponenten und daraus modular zusammengebauten Halb- beziehungsweise Komplettfertiglösungen für die Maschinen-, Automations- und Automobilindustrie etablieren. Das soll einerseits durch organisches Wachstum der Tochterfirmen, anderseits durch weitere Übernahmen von Unternehmen realisiert werden, die zu den bestehenden Geschäftsbereichen komplementär sind.

Wie passt die Altratec in dieses Konzept?

C. Ruckstuhl: Nun, wir hatten uns schon eine ganze Weile umgesehen. Bei der Altratec passte schliesslich alles: Die Firma hat sich basierend auf einem modularen Aluprofilsystem für Anwendungen im Bereich Transfer- und Fördertechnik eine starke Marktposition aufgebaut. Sie ist ähnlich technologiegetrieben wie die Kanya AG, und wir haben zu den früheren Eigentümern ein ausgezeichnetes Verhältnis. Nun sind wir dabei, Synergien im Verkauf mit gemeinsamen Messeauftritten und der Nutzung unseres weltweiten Vertriebsnetzes für Altratec umzusetzen. Altratec und Kanya bleiben operativ aber weitgehend unabhängig.

Und die Fabrik in China?

A. Müller: Wir haben diese Produktionsstätte gebaut, nachdem ein Schweizer Kunde mit starkem Standbein in China uns angefragt hatte. Mit dem Auftrag haben wir eine Grundauslastung. Das ist natürlich eine gute Voraussetzung, um auf diesem nicht ganz einfachen Markt Fuss zu fassen. Die Fabrik findet sich in Suzhou unweit von Shanghai, wo viele europäische Grossfirmen und bestehende Kunden tätig sind. Bis 2017 planen wir die Eröffnung eines weiteren Standortes in den Vereinigten Staaten.

Sind weitere Firmenakquisitionen geplant?

C. Ruckstuhl: Da sind wir offen, und das eine oder andere Gespräch ist auch am Laufen. Aber Firmenübernahmen macht man nicht über Nacht. Und wir bleiben unserer industriellen Strategie treu. Eine neu übernommene Firma muss unsere bestehende Palette ergänzen und nicht konkurrenzieren. Aber wir haben zuerst noch einige andere Aufgaben zu lösen.

Welche?

A. Müller: Bei der Kanya AG steht die Erweiterung der Produktionsfläche von 2300 auf 3500 Quadratmetern in einem Anbau zum bestehenden Fabrikgebäude an. Zudem ist das begonnene Lean-Management-Projekt mit aller Konsequenz voranzutreiben, um für unsere Mitarbeiter und damit auch für unsere Kunden ständig Verbesserungen zu realisieren. Das verlangt uns einiges ab. In China gilt es, qualifiziertes einheimisches Personal weiter einzuarbeiten und zu entwickeln, um hochwertige und innovative Lösungen bieten zu können wie in Europa. Kurz: Wir überstürzen nichts, sondern gehen mit solider Arbeit Schritt für Schritt voran. <<

In SMM 5 können Sie ein Interview mit Tanja Bell, Geschäftsführerin Kanya, China, lesen.

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