Kleinigkeiten für
die Medizintechnik

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Das Geheimnis steckt im EDM-Kompetenzzentrum

Welche Verfahren ermöglichen derartige Rekordleistungen - Das Stichwort lautet Electro Discharge Machining (EDM) beziehungsweise Funkenerosion. Die Mainzer haben im Jahr 2007 ein EDM-Kompetenzzentrum gegründet, mit dessen Hilfe sie das von ihnen mitentwickelte Verfahren «erosives» Drehen auf dem Markt etabliert haben. Bei diesem Verfahren rotiert das Werkstück in einer standardmässigen Erodiermaschine in einer zusätzlichen Achse, die quer zum aufgestellten Draht positioniert wird.

Neumann: «Auf diese Weise kann ich entsprechende Strukturen am Bauteil erzeugen. Es können damit Teile hergestellt werden, die früher undenkbar waren. Die Anwender können mit einer Indexierachse inzwischen sogar Hinterschnitte erzeugen, die mit anderen Verfahren wie Schleifen oder Drehen nicht herstellbar sind.» Der Grund: Bauteile mit 20 bis 30 Mikrometer Durchmesser (zum Vergleich: ein menschliches Haar ist 40 bis 120 Mikrometer dick) lassen sich beispielsweise nicht mehr sicher schleifen, drehen oder fräsen, weil sie wegen der eingebrachten Werkzeugkräfte sofort abbrechen würden.

Inzwischen läuft erosives Drehen auf allen Erodiermaschinen namhafter Hersteller. «Ich bin mir daher sicher, dass es auf der Metav Neuheiten in Sachen erosives Drehen zu sehen gibt», erklärt Neumann. «Allerdings ist die erzielbare Präzision stark abhängig vom Benutzer-Know-how und vor allem von der eingesetzten Technologie.»

Titan-Würfel zur Eichung der Genauigkeit

Messtechnik ist eine IMM-Spezialität. Eine der neuesten Entwicklungen entstand für die Medizintechnik. Die Aufgabenstellung: Zur Eichung der Genauigkeit von Computertomografen (CT) gab es bisher nur einen Prüfkörper mit eingeklebten Kugeln, mit denen sich die jeweilige Position im Raum nur in einem bestimmten Rahmen genau bestimmen liess. Gemeinsam mit der Physikalisch-Technischen Prüfanstalt PTB in Braunschweig haben die Mainzer ein neues so genanntes Normal geschaffen. Es handelt sich um einen kleinen Titan-Würfel mit einer Kantenlänge von zehn Millimetern, in den die Mainzer auf drei Seiten sehr genaue Strukturen eingebracht haben.

Auf einen Mikrometer exakt

Für Experten: Die so genannte Messrestunsicherheit beträgt weniger als ein Mikrometer, und die Strukturtoleranzen liegen zwischen plus/minus zwei bis drei Mikrometer. Die Präzision reicht dem Leiter der Feinwerktechnik noch nicht aus. «Wir wollen dieses Normal aber jetzt mit Blick auf die Genauigkeit der Strukturen weiter verbessern», erklärt er. «Zukünftig sollen Hersteller und Anwender von Fräs- und Erodiermaschinen diesen Prüfkörper ebenfalls einsetzen.»

InformationInstitut für Mikrotechnik Mainz GmbH Frank NeumannAbteilungsleiter FeinwerktechnikCarl-Zeiss-Strasse 18-20D-55129 Mainz Tel. +49 6131 990 180Fax +49 6131 990 182neumann@imm-mainz.dewww.imm-mainz.deVerein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V.Corneliusstrasse 4D-60325 Frankfurt am MainTel. +49 69 7560810Fax +49 69 756081 11vdw@vdw.de, www.vdw.de

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