MEM-Industrie leidet unter Frankenstärke

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Getrübte Geschäftserwartung

Dass sich die Lage in der MEM-Industrie zunehmend verdüstert, zeigt sich auch in den Geschäftserwartungen der Unternehmen. Nachdem im ersten Quartal erst 13,9% der befragten Unternehmen eine pessimistische Einschätzung für die folgenden 12 Monate abgaben, hat sich dieser Wert im zweiten Quartal verdoppelt (27,8%). Die aktuellen Zahlen der MEM-Branche, die deutlich eingetrübte Stimmungslage in den Unternehmen sowie die weltweite Abkühlung der Konjunktur deuten darauf hin, dass der Industrie schwierige Monate bevorstehen.

Abwertung dringend notwendig

Peter Dietrich, Präsident Swissmem gab klar zum Ausdruck, dass der MEM-Industrie kurzfristig einzig eine deutliche Abschwächung des Schweizer Frankens helfen könne. Falls das nicht geschähe, würden im Herbst in vielen Unternehmen einschneidende Entscheide fallen. Es drohe nicht weniger als ein breiter Verlust der industriellen Substanz in der Schweiz. Swissmem begrüsse daher ausdrücklich das Vorgehen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Schwächung des Schweizer Frankes, ergänzte Dietrich. Von der SNB erwartet Swissmem, dass sie den eingeschlagenen Weg konsequent weiter verfolgt. Falls nötig, muss sie ihr Vorgehen verschärfen.

Eine derart ausserordentliche Situation rechtfertigt aus Sicht Swissmem auch einmalige, zeitlich begrenzte und gezielte Nothilfemassnahmen. Diese Massnahmen sollen Unternehmen entlasten, die aufgrund der Frankenstärke akut in ihrer Existenz bedroht sind. Swissmem erwartet von der Arbeitsgruppe des Bundesrates, dass ein Teil des Hilfspaketes auf solche kurzfristig wirkenden Massnahmen ausgerichtet wird.

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