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Automatisierung von Anfang an
Da sich diese anspruchsvolle Teilevielfalt nur mit einem hochmodernen Maschinenpark und weitgehender Automatisierung wirtschaftlich bearbeiten lässt, verfolgte Andreas Baumgartner von Anfang an das Ziel höchster Flexibilität in der Produktion.
Sichtbarer Beweis dieser Strategie ist die sich über die Jahre hinweg lückenlos ergänzende Automatisierung: von den Spannsystemen für die ersten Erodier- und Fräsmaschinen in der Gründungsphase bis hin zu den heute eingesetzten Handlinggeräten und den produkt- und verfahrensübergreifenden Palettensystemen.
Schritt in die Zukunft: durchgängige Palettisierung
Schon während seiner Zeit als Angestellter beschäftigte sich Andreas Baumgartner mehr als 16 Jahre lang mit dem Thema Palettensysteme. Deshalb war es nur nahe liegend, dass er schon bei der Gründung des eigenen Unternehmens eine durchgängige Palettisierung beim Fräsen, Erodieren und Messen anstrebte. Beginnend mit der manuellen Beschickung hat er seitdem alle Stufen der Automatisierung mitgemacht und die jeweils aktuellsten Systemvarianten installiert.
Einen entscheidenden Schritt in Richtung Zukunftssicherung wagte er mit dem Bezug der eigenen Räume bei gleichzeitiger Verdoppelung der Produktionsfläche. Zeitgleich mit der Beschaffung neuer Maschinen und Bearbeitungszentren installierte er zum Beschicken einer Schneiderodiermaschine Charmilles 6050 einen Palettenwechsler Work Partner 2 von System 3R. Ein Jahr später folgte eine Schneiderodiermaschine 4040 SL vom gleichen Hersteller, die in die Zelle mit dem Work Partner 2 integriert wurde.
Selbst bei Losgrösse 1 automatischer Produktionsablauf
Der schon bei der Beschaffung des Palettenwechslers geplante spätere «Ausbau» zur Zweimaschinenbeschickung stellte die potentiellen Lieferanten vor allem wegen der Relation Aufstandsfläche zu Magazininhalt vor einige Probleme.
Wegen des breiten Produktspektrums sollte im Magazin jeder oder zumindest jeder zweite Platz zu belegen sein und auch bei Losgrösse 1 einen mannlosen, automatischen Produktionsablauf ermöglichen
Sehr hohe Magazinbelegung
Die Grundlage für diese hohe Magazinbelegung bildeten die vorwiegend selbst entwickelten Spannmittel zur Aufnahme verschiedener standardisierter Grundrahmen, Paletten und Spannstöcke.
Dieses Konzept erfordert zwar gegenüber den sonstigen Standardeinrichtungen im Palettenwechsler etwas mehr Platz, erlaubt dafür aber eine deutlich höhere Produktionskapazität. Garant dieser Flexibilität ist das Spannsystem Unimatic von System 3R mit der integrierten Schwalbenschwanzführung. Sie erlaubt die einfache und präzise Aufnahme aller Spannvorrichtungen.
Basierend auf seiner langjährigen Erfahrung formulierte der Firmeninhaber im Pflichtenheft seine Vorstellungen hinsichtlich Aufstellfläche, Magazinkapazität, Flexibilität und Mehrmaschinenbestückung. Nach diesen Kriterien wurden dann die verschiedenen Angebote bewertet, bis schliesslich die Vorschläge und Produkte von System 3R Schweiz AG den Zuschlag erhielten. Das Konzept des Automatisierungsspezialisten aus dem Kanton St. Gallen mit dem Palettenwechsler Work Partner 2 übertraf die anderen Anbieter vor allem hinsichtlich geringerer Aufstandsfläche, grösserer Magazinbestückung, flexiblerer Handhabung sowie der Ausbaumöglichkeit zum Beschicken von zwei oder mehr Maschinen.
Abgerundet wurde die Planungsphase durch die sachkundige Beratung der System-3R-Spezialisten, deren Konzeptionsvorschläge zur Ausstattung des Roboters sich weitgehend mit den Vorstellungen von Andreas Baumgartner deckten.
Beschickung: erst eine, dann zwei Schneiderodiermaschinen
Bei einer Aufstellfläche von 1895 x 1835 mm enthält das Magazin des Work Partner 2 in der Standardausführung sechs bis acht Regalebenen, bei kleineren Werkstücken können aber auch bis zu zehn Ebenen für Werkstücke und Werkzeuge genutzt werden.
Durch das Laden von der Frontseite her ist das Gerät extrem bedienfreundlich. Die Magazinkapazität beträgt beim Fräsen und Erodieren maximal 80 kg pro Position oder 400 kg pro Regalebene. Die für Firma ANB konzipierte Ausführung enthält 5 Ebenen zur Aufnahme der Spannvorrichtungen in Unimatic-Haltern.
Weitere Pluspunkte betreffen die Struktur, Handhabung und Vernetzungsfähigkeit der Software. Sie ist nach oben offen, auch für gängige ERP-Lösungen geeignet und verhindert dadurch manche Schnittstellenprobleme. «Bei der Installation des Handlinggerätes - es ist unter anderem auf das Haltersystem Unimatic von System 3R abgestimmt - und bei der Erweiterung zur Zweimaschinenbeschickung gab es keine Schwierigkeiten und auch keine Schnittstellenprobleme», betont Andreas Baumgartner.
Bearbeitungspriorität eines Auftrags einfach änderbar
Mit der Kapazität von 24 Werkstückpaletten im Work Partner 2 lässt sich die meist unter hohem Termindruck stehende Arbeit sehr effektiv organisieren und dabei auch die Bearbeitungspriorität eines Auftrags einfach verändern. Die modulare Software für die flexible Automation gewährleistet, dass das Bearbeitungsprogramm auch bei chaotischer Beladung die richtige Palette zur richtigen Zeit einwechselt und wieder einlagert. Zusätzliche Sicherheit bei der unbemannten Schicht gibt die Status-Abfrage per SMS.
30 Prozent Umsatzsteigerung pro Maschine
Durch die kürzeren und vor allem exakt planbaren Durchlaufzeiten der Erodierzelle - Messungen der Arbeitsergebnisse zwischendurch sind jederzeit möglich - lassen sich jetzt die Lieferzeiten noch besser einhalten und es kann vor allem sehr kurzfristig auf Express-Aufträge reagiert werden. Beispielsweise wenn während der Revision eines Kraftwerks die durch Schweissen reparierten Turbinenschaufeln trotz enormen Zeitdrucks hochgenau nacherodiert werden müssen.
Autor
Wolfgang-D. Schenk, Fachjournalist
Information
System 3R Schweiz AG
Gérard Brunner
Wilerstrasse 98, 9230 Flawil
Tel. 071 394 13 50, Fax 071 394 13 60
gerard.brunner@system3r.com
www.system3r.ch
Anwender
ANB Boumi AG
Andreas Baumgartner
Sandgasse 33, 5736 Burg AG
Tel. 062 771 08 80, Fax 062 771 08 81
anb@werkzeugbau.ch, www.werkzeugbau.ch
