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Was haben Sie seit dem Januar unternommen, damit Sie konkurrenzfähig bleiben?
H. Wandfluh: Wo immer möglich wurden Kosten eingespart. So haben wir mit den Lieferanten intensive Verhandlungen über bessere Einkaufsbedingungen geführt. Gewisse Produkte werden wieder selber hergestellt, um unsere eigenen Maschinen höher auszulasten. Die Produktionsmaschinen an unserem Hauptstandort sollen rund um die Uhr laufen, inklusive Wochenenden - und dies möglichst mannlos. Dazu haben wir vermehrt in die Automation der Maschinen investiert. Dies wird sich langfristig positiv auf die Produktkosten auswirken. Zudem sind alle Mitarbeitenden angehalten, unter dem Projekt WOP (Wandfluh optimiert Prozesse) kleine und grössere Optimierungsvorschläge einzubringen. In diesem Jahr kamen bereits über siebzig Verbesserungsideen zusammen, welche grösstenteils umgesetzt sind.
Reichen diese Massnahmen aus? Planen Sie zusätzliche Massnahmen?
H. Wandfluh: Wir sind uns gewohnt, uns täglich zu verbessern und Optimierungen im Sinne der Effizienzsteigerung einfliessen lassen. Investitionen tätigen wir auch in schwierigen Zeiten, dort, wo eine Massnahme schnell umgesetzt werden kann und somit eine kurze Cash-Back- Zeit erzielt wird. Investiert wird nicht nur in Infrastruktur, sondern auch in gutes Personal. Gut ausgebildetes Personal, welches wir bei Weiterbildungen unterstützen, ist wichtig für eine KMU-Firma. Und nicht zuletzt suchen wir immer neue Wirkungsfelder und innovative Produktideen. Um die weltweite Präsenz zu vertiefen und auf geografische Anpassungen schnell reagieren zu können, haben wir auch unsere eigenen Ausland-Gesellschaften gefördert und Investitionen getätigt. Damit haben wir die Möglichkeit, Teilprozesse in den entsprechenden Ländern auszuführen, nahe beim Kunden.
Sie tätigten grosse Investitionen im Ausland, in Europa und nun zuletzt in China. Verlagern Sie Ihre Produktion ins Ausland?
H. Wandfluh: Wir haben in Deutschland und England in den letzten Jahren in Gebäude und in Maschinen investiert. In China haben wir ein neues Gebäude, inklusive Montage- und Produktionsflächen bezogen. Derzeit nicht benötigte Flächen werden vermietet. Investitionen im Ausland wurden getätigt, um im jeweiligen Land konkurrenzfähig zu sein. Wir bieten komplette hydraulische Systeme an und haben uns dementsprechend einzurichten. Damit haben wir die notwendige Kundennähe, um kurze Reaktionszeiten zu realisieren und schneller und besser auf die Kundenwünsche eingehen zu können. Die Einzelventile werden in der Schweiz entwickelt und hergestellt. Das hydraulische System auszulegen und zu bauen ist dann die Aufgabe der Ländergesellschaften. Bezüglich der Ventilproduktion im Ausland werden wir genau prüfen, welche Aufgaben besser und effizienter durch eine unserer Auslandgesellschaften ausgeführt werden können. So werden zum Beispiel Ventile für einfachere Funktionen für den chinesischen Markt künftig in China gefertigt. Um die «Swiss Quality made in China» zu gewährleisten, sind im Management, in der Produktion und in der Montage jeweils Personen aus dem Mutterhaus nach China delegiert worden.
Was zeichnet ein Wandfluh-Produkt aus?
H. Wandfluh: Wir haben ein grosses Hydraulik-Ventilprogramm mit sehr vielen Spezialitäten. Sie können in unterschiedlichen Branchen und Nischen eingesetzt werden. Mit einem kompletten Miniaturprogramm lassen sich Kräfte auf sehr engen Platzverhältnissen optimal übertragen und regeln. Grosse Investitionen wurden in den letzten zehn Jahren in Proportionalhydraulik mit dazugehörender Elektronik und in explosionsgeschützte Ventile getätigt. All diese Produkte zeichnen sich aus durch hohe Zuverlässigkeit, lange Lebensdauer und Flexibilität für kundenspezifische Anpassungen und sind bestens geeignet, um in Industrie 4.0 eingesetzt zu werden.
Was raten Sie Ihren CEO-Kollegen eines CH-Unternehmens?
H. Wandfluh: Ich rate ihnen, sich konsequent auf die Stärken unseres Wirtschaftsstandortes ausrichten und kontinuierlich an der Effizienzsteigerung zu arbeiten. Wir haben in der Schweiz sehr gut ausgebildete Berufsleute, welche gerne gefordert werden und auch Herausforderungen annehmen. Geben Sie ihnen die Möglichkeit und die Kompetenz, sich im Unternehmen einzubringen. Die Unternehmung wird gefestigt, der Teamgeist wird gefördert und alle, Unternehmen und Mitarbeiter, profitieren langfristig gemeinsam.<<
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