Rekordzahlen bei der Medtec Europe

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Synergieeffekte durch Begleitmessen

Nicht zuletzt durch die begleitenden Messen Südtec, Rapid World und 3C war das Angebotsspektrum sehr gross und reichte von verschiedensten Bereichen des Maschinenbaus, der Elektro-, Steuerungs-, Kunststoff-, Verbindungs- und Verpackungstechnik bis hin zu Reinraumthemen sowie Rapid-Prototyping und vielem mehr. Für Aussteller wie Besucher brachte dies viele Synergieeffekte.

Gemeinschaftsstand von Medical Cluster

Auch in diesem Jahr organisierte das Schweizer Netzwerk für Medizintechnik Medical Cluster einen Gemeinschaftsstand auf der Medtec Europe. Elf Aussteller ergriffen die Möglichkeit, Infrastruktur und Standdesign auf zirka 130 Quadratmetern zu nutzen. Das ist ungefähr die doppelte Grösse wie im Vorjahr. Die ausstellenden Unternehmen kamen aus verschiedenen medizintechnischen Bereichen: von Ingenieurdienstleistungen, Forschung und Entwicklung, Design und Messtechnik reicht die Palette bis hin zu Werkstoff- und Oberflächentechnik, Metallzerspanung, Reinigung und Elektronik. Ausserdem hatten die Aussteller die Gelegenheit, auf dem Gemeinschaftsstand am ersten und zweiten Messetag ihr Unternehmen im Rahmen eines Vortragsprogrammes vorzustellen.

Flexibilität durch Revolver mit drei Arbeitsstationen

Obwohl für Willemin-Macodel in der Schweiz die Uhrenindustrie wichtigster Umsatzmarkt ist, generiert das Unternehmen weltweit den grössten Teil seines ­Umsatzes im Bereich der Medizintechnik. Deshalb ist der Maschinenbauer aus Delémont schon zum fünften Mal auf der Medtec vertreten. Auf der Messe zeigte das Unternehmen die 508MT, ein Fräs-/Drehzentrum zur 6- bis 8-Achsen-Bearbeitung. Die Maschine bietet eine sehr hohe Flexibilität dank einer multifunktionalen Rückseitenbearbeitungseinheit.

Der Revolver mit drei Arbeitsstationen erlaubt Fräsbearbeitungen mit Spannstock, mit Gegenspindel und mit Abstützung sowie Drehbearbeitungen mit Gegenspindel, Drehen von längeren Teilen durch Abstützung der Gegenspitze und Drehen in Synchron-Bearbeitungsmodus A-Achse-Gegenspindel. Dadurch können sowohl Knochenplatten als auch Knochenschrauben auf der 508MT gefertigt werden.

Produktivität, Präzision und Flexibilität

Zum ersten Mal stellte Fehlmann auf der Medtec aus. Gemeinsam mit einem Kunden der Firma Isys aus Karlsruhe - präsentierte sich die Maschinenfabrik aus Seon auf dem Gebiet der Medizintechnik. «Die Messe wird immer grösser und wir wollten die Möglichkeit nutzen, mit einem Kunden zusammen unsere Maschinen zu zeigen. So können wir sehen, ob auch ein Publikum für Maschinenhersteller zur Messe kommt», erklärt Joachim Kohler, Technischer Berater bei Fehlmann, den Messeauftritt. Auf der Picomax 60 zeigte Fehlmann die 5-Achs-Bearbeitung einer Biodisk aus Kunststoff - einem Produkt von Isys. Die Picomax ist ein hochproduktives Präzisionsbearbeitungszentrum, die eine hohe Flexibilität bietet - für Präzisionsteile, im Formenbau oder im Werkzeug- und Vorrichtungsbau.

Die Isys Automationstechnik GmbH ist ein Unternehmen im Bereich der Mikrosystemtechnik für Metall- und Kunststoffverarbeitung, in der Prototypenherstellung und in der Werkzeugtechnik. Das Unternehmen bearbeitet neben herkömmlichen Materialien wie Stahl und Titan auch exotische Werkstoffe wie Bornitride, PEEK, Vespel oder KEL. Zwei Fehlmann-Maschinen sind bei Isys im Einsatz.

Eigene Wirbelwerkzeuge

Dihawag ist dem Schweizer Fachpublikum vor allem als Händler für Hartmetallwerkzeuge und Maschinenausrüstungen bekannt. Aber das Unternehmen ist nicht nur Vertreter für Werkzeuge von Zecha und Horn, sondern es stellt auch eigene Wirbelwerkzeuge zur Fertigung von Aussengewinden her. Die Konstruktion wird dabei im Haus durchgeführt, die Fertigung erfolgt aber durch Zulieferer. «Am Anfang waren wir einfach Lieferant der Schneiden, haben aber bald festgestellt, dass der Träger ungenau war. So haben wir entschieden, den Träger selber zu bauen», begründet der Technische Leiter Christoph Schlaginhaufen diese Entwicklung. Die Gewindewirbelköpfe für Wirbelmesser und Wirbelplatten arbeiten mit einem Rundlauffehler von kleiner als 0,01mm und sind sowohl in modularer und in Monoblocausführung erhältlich. Die Wirbelmesser und Wirbelplatten sind für sämtliche Systeme und Grössen geeignet und das Profil wird auf Grund der Einsatzparameter berechnet.

Bearbeitung von Keramik mit Trockeneiskühlung

Auch das Zulieferunternehmen für Medizintechnik und Präzisionsmechanik Innotool aus Erlen zeigt zum wiederholten Mal seine Fertigungskompetenz auf der Medtec. Neu ist das Unternehmen auch aktiv in der Zerspanung von Keramik zur Herstellung von Zahnimplantaten aktiv. Der Trend im Dentalbereich geht eindeutig von der handwerklichen Fertigung zur industriellen Herstellung und für Zulieferer im Medizintechnikbereich ein mögliches Standbein. Mit neuen Verfahren kann der Zahn gescannt werden und mittels der 3D-Daten der Zahn zerspant werden. Insgesamt ist dieser Prozess etwa 30 Prozent kostengünstiger. Allerdings erfordert die Zerspanung von Keramik besondere Kennt­nisse und Voraussetzungen. Der Einsatz von Diamantwerkzeugen ist zwingend, die thermische Empfindlichkeit von Diamant stellt höhere Anforderungen an den Kühlschmierstoff wie sie beispielsweise Trockeneis bietet. Die Innotool AG beliefert Medizintechnikhersteller wie die Zimmer GmbH, Smith & Nephew Orthopaedics AG, Synthes oder Thommen Medical.

Wärmebehandlung in der Medizintechnik

Seine Hard-Inox-Servicemodule für die Medizintechnik stellte die Härterei Gerster aus Egerkingen auf der Medtec vor. Mit dem Modul Economy bietet die Härterei standardisierte Vakuumbehandlungen mit Druckgasabschreckung an und damit eine qualitativ hochwertige Wärmebehandlung von chirurgischen Instrumenten. Einen erhöhten Verschleiss- und Korrosionswiderstand von Produkten aus rostfreien Stählen gewährleistet das Servicemodul Performance, welches moderne, thermochemisch geführte Vakuumbehandlungen mit Druckgasabschreckung (Hard-Inox-P) beinhaltet. Das Verfahren ermöglicht eine Stickstoffaufnahme um 0,25 bis 0,5 Gew.-% Stickstoff bei einer Aufsticktiefe von 0,2 bis 0,5mm. Diese Randaufstickung bewirkt eine Härtesteigerung von rund 4 bis 10 HRC. Spezielle also nicht standardisierte Wärmebehandlungen im Vakuumofen oder in Schutzgasöfen bietet das Unternehmen für Werkstücke mit werkstoffspezifischen oder bauteilespezifischen Anforderungen an die Wärmebehandlung.

Von der Textilmaschine zur Medtec-Industrie

Die Oerlikon Heberlein Ceramics ist auf die Bearbeitung von Hochleistungskeramiken spezialisiert. Das ursprünglich im Textilmaschinenbau tätige Unternehmen ist immer mehr auch im medizintechnischen Markt tätig und seit Anfang 2010 ISO-13485-zertifiziert. Die Kernkompetenzen des Unternehmens liegen in der Bearbeitung von Klein- und Kleinstteilen aus AlO, ZrO, SiN und SiC. Dazu gehören die Grünbearbeitung von AlO und ZrO, das Sintern, die Hartbearbeitung wie Honen, Grandieren, Laserschneiden, Läppen und Schleifen sowie die Laserbeschriftung sowie die Baugruppenmontage. Das Unternehmen verfügt über Kapazitäten für die Bearbeitung von Prototypen bis hin zu mittelgrossen Serien.

Autor

Anne Richter, Redaktorin SMM

Information

www.medteceurope.com

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