Roboterschweisszellen optimieren Fertigungszeiten

Autor / Redakteur: SMM-Redaktion / Redaktions Team

Schraubstöcke gehören zur Basisausstattung jeder Werkstatt – in Industrie, Handwerk und zu Hause. Doch gerade die Werkstatt-Ausrüster stehen unter enormem Preisdruck aufgrund der ausländischen Billigkonkurrenz. Um seine Fertigung zu rationalisieren und die Qualität konstant zu halten, hat das mittelständische Unternehmen Ridge Tool in zwei Cloos-Roboter-Schweisszellen investiert, die optimal in die Fertigungsabläufe integriert sind.

Anbieter zum Thema

Wie in vielen Industriebereichen leiden auch die Werkstatt-Ausrüster unter einem enormen Preisdruck gegen die Billigkonkurrenz aus Osteuropa. Um gleichbleibende Qualität bei entsprechenden Stückzahlen zu realisieren, ersetzte der bekannte Werkzeugausrüster Ridge Tool in D-Gevelsberg seine bisherige Schweisstechnik durch zwei schlüsselfertige, standardisierte Kompaktzellen der Z-Serie des Herstellers Cloos und produziert heute darauf gut 300 Schraubstöcke am Tag. "Diese Zellen bieten uns viele Vorteile, denn hier arbeiten Roboter, Stromquelle und Schweisstechnik perfekt und sehr störungsfrei zusammen", sagt Werksleiter Herbert Lorbach. Und bei Bedarf lassen sie sich per Gabelstapler innerhalb der Fertigung leicht transportieren und sind schnell wieder betriebsbereit.

Doppelte Produktivität durch Optimierungen

"Die Investition in flexible Roboterzellen ist wichtig, weil wir mit kontinuierlichen Verbesserungsprozessen arbeiten", begründet Lorbach seine internationale Wettbewerbsfähigkeit. "Daher sind wir im Vergleich mit anderen Firmen doppelt so produktiv." Beim Rundgang durch die Fertigungshalle - hier gibt es eine über 100-jährige Schraubstock-Tradition - wird deutlich, wovon der ideenreiche Geschäftsführer spricht: Rund um die beiden Schweisszellen sind weitere Maschinen und Arbeitsplätze so angeordnet, dass die Mitarbeiter keine unnötigen Wege zurücklegen müssen und auch der Materialfluss von den Halbfertigteilen über die geschweissten Baugruppen bis zu den fertigen Schraubstöcken "Hand in Hand" verzahnt perfekt läuft. "So erreichen wir mit nur 13 Fertigungsmitarbeitern einen Jahresausstoss von gut 60000 Schraubstöcken in gleichbleibend hoher Qualität."

Seit der US-Werkzeugausrüster Ridge Tool aus Elyria (Ohio) 1996 den D-Gevelsberger Hersteller Peddinghaus übernahm, wurde in einer konsequenten Lean Manufacturing Strategie die Fertigung stetig optimiert, so dass der Hersteller heute mit den Qualitätsschraubstöcken - vier Modelle in unterschiedlichen Ausführungen - sehr konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt agiert. "Unsere Kunden sind der Fachhandel für Werkstattausrüster für die Industrie und Handwerker, bei denen unsere Schraubstöcke täglich im harten Arbeitsalltag im Einsatz sind und die dafür schon ein paar Euro mehr ausgeben als der Heimwerker", sagt Herbert Lorbach. Und für die Profis hat er besondere Lösungen parat wie den Schraubstock mit integrierten Rohrspannbacken, um Stangen und Rohre optimal zu fixieren oder die Schnellspannvorrichtung für noch mehr Effizienz auf der Baustelle.

Tandem und Eindraht aufeinander abgestimmt

Um einen Schraubstock zu realisieren, fallen schweisstechnisch drei Arbeitsgänge an: Auf der schnellen Tandem-Anlage werden aus dem Teller, zwei Seitenstegen und dem sogenannten Hinterbecken eine Einheit, das verstellbare Vorderteil entsteht aus Führungsschiene und Vorderbecken. Im Cloos-Tandem-Brenner werden dazu zwei dicht hintereinander angeordnete Drähte gleichzeitig gefördert und in zwei getrennten Lichtbögen abgeschmolzen. Damit dies perfekt funktioniert, sind zwei mikroprozessorgesteuerte Impulsstromquellen der Serie Quinto elektronisch synchronisiert; sie speisen zwei elektrisch isolierte Schweissstromkreise, die eine getrennte Anpassung der Schweissparameter für jeden Lichtbogen ermöglichen. Das garantiert präzise und hochwertige Nahtergebnisse.