Südkoreanisches Fernsehteam bei Victorinox

Redakteur: Redaktion SMM

Koreas Probleme sind gross, viele Jugendliche sind arbeitslos. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen und gangbare Wege aufzuzeigen, schaut sich ein koreanisches Fernsehteam die Berufsbildungssysteme anderer Länder an. Ihre Aufmerksamkeit richten sie auch auf die Schweiz, wo die Jugendarbeitslosigkeit im Verhältnis sehr klein ist. Diese Woche drehte das Fernsehteam bei Victorinox einen Beitrag, der im Frühjahr 2010 ausgestrahlt werden soll.

h.sch. Das Berufsbildungssystem in Korea ist zu einseitig, zu viel Schule, zu wenig praktische Erfahrung. Nahezu 85 Prozent aller Jungen drücken während 16 Jahren die Schulbank. Sie sind gewohnt aus der Brieftasche der Eltern zu leben.

Die Jungen in Südkorea kennen keine Berufslehre, sondern lediglich das Gymnasium. Hier müssen sie sich für eine Fachrichtung entscheiden. In der Schweiz ist es anders. 70 Prozent der Jugendlichen beginnen nach der Schule mit der Berufslehre, durchlaufen eine wertvolle duale Berufsausbildung.

Diesem interessanten Bildungssystem widmet das Fernsehteam aus Korea seinen Beitrag. Es werden Firmen besucht, die auch im fernen Heimatland bekannt sind, Ausstrahlung haben und als Muster für das koreanische Ausbildungssystem dienen können.

Das Team machte Aufnahmen von Lernenden und ihren Ausbildnern. Bereichert wird der Beitrag durch Interviews mit Berufsleuten, Technikern und Ingenieuren, die ihren Ausbildungsweg über den dualen Bildungsweg gemacht haben.

Die Koreaner sind begeistert vom sehr gut funktionierenden System. Sie sind fasziniert, wie man Berufsschule und Praxis zusammenbringt. Sie staunen, weil die Jugendlichen nach einer Berufslehre sofort im Betrieb eingesetzt werden können. Der Staat muss nicht regulierend eingreifen, denn die Betriebe bieten nur so viele Ausbildungsplätze an, wie die Wirtschaft benötigt. Zudem übernehmen die Ausbildungsbetriebe den grössten Teil der anfallenden Ausbildungskosten. Sobald die Lernenden selbständig produktive Arbeiten verrichten können, tragen sie zu einem guten Kostenverhältnis bei.

Besonders interessiert sind die Koreaner auch von den Möglichkeiten der Weiterbildung nach der Berufslehre. Berufsmatura, modulare Weiterbildung, Techniker- und Ingenieurstudium stehen in der Schweiz allen offen.