Swissmechanic-Lehrmeisterclub, Besichtigung der Pilatuswerke in Stans
Interessierte Club-Mitglieder nahmen die Gelegenheit des Swissmechanic-Lehrmeisterclubs war, vor Ort hinter die Kulissen des Swiss-Made-Flugzeugbauers Pilatus zu schauen.
Von Roland Stoll, Leiter Berufsbildung
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Pünktlich um 9.30 Uhr am 16. Juni 2009 besammelten sich 12 wissensdurstige und neugierige Mitglieder des Swissmechanic-Lehrmeisterclubs, um hinter die Kulissen des Swiss-Made-Flugzeugbauers Pilatus zu schauen.
Herr Waldispühl, ein ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung, erklärte anschliessend den Ablauf der Führung. Als Erstes wurde die Gruppe in den Filmraum geführt. Dort stellte man den Lehrmeistern die Pilatus Flugzeugwerke AG anhand einer Powerpoint-Präsentation kurz vor. Mit über 1300 Mitarbeitern, davon 100 Lernenden, gilt Pilatus als einer der grössten Arbeitgeber in der Zentralschweiz. Die 1939 gegründete Pilatus Flugzeugwerke AG ist heute weltweit führende Herstellerin von einmotorigen Turboprop-Flugzeugen und die einzige Schweizer Firma, die Flugzeuge und Trainingssysteme entwickelt, baut und auf allen Kontinenten verkauft. Die Firma ist zudem lizenziert, verschiedene Flugzeugtypen zu warten und umzubauen. Derzeitiges Paradepferd ist der PC-12, der fast zu 80 Prozent in die USA und nach Kanada geht. Alle 2-3 Tage verlässt heute eine Maschine das Herstellerwerk. Im Jahr 2010 sollte die tausendste Maschine ausgeliefert werden. Mit dem PC-21, dem neusten Kind der Pilatus, haben sie als Trendsetter ein absolut fortschrittliches Trainingsflugzeug entwickelt. Nach dem tragischen Unglück des zweiten Prototypen im Januar 2005 wurden die Flugzeuge nochmals überarbeitet und weiterentwickelt. Mittlerweilen wurde im Jahr 2008 mit dem PC-21 ein Umsatz von 661 Millionen erzielt. Dabei wurden insgesamt 114 Flugzeuge ausgeliefert.
Da Pilatus die Flugzeuge zu einem überwiegenden Teil vor Ort herstellt, konnten die Teilnehmer im Anschluss an die Präsentation die Vielseitigkeit des Flugzeugbaus aus nächster Nähe erleben.
Die Lehrmeister sahen, wie Formteile, zum Beispiel Flügelrippen, Umlenkrollen für die Steuerseile, Karbonteile aus Kohlefasern und vieles mehr hergestellt wird. Zum einen werden die Teile gefräst und anschliessend in die richtige Form gepresst oder die Werkstücke werden aus dem vollen Material herausgefräst. Da staunten die Teilnehmer schon gewaltig. In der nächsten Abteilung konnte verfolgt werden, wie die verschiedensten Werkstücke gegen Korrosion behandelt werden und die fertig montierten Flugzeuge im gegenüberliegenden Spritzraum die endgültige Lackierung erhalten.
In der Montageabteilung der neuen Flugzeuge sahen die Teilnehmer die verschiedenen Bauetappen, wie Zusammenbau der Flügel oder Montage des Triebwerkes. Übrigens, wenn die anwesenden Lehrmeister soviele Nieten anbringen müssten, die an so einem Flieger montiert werden, bekämen sie sehr wahrscheinlich Alpträume.
Am Schluss der Besichtigung waren alle Teilnehmer davon überzeugt, dass Swiss-Made bei Pilatus nicht nur ein Schlagwort ist, sondern gelebt und umgesetzt wird. Eine solch grosse Fertigungsvielfalt unter einem Dach sucht seinesgleichen, zumal immer auf kundenspezifische Wünsche eingegangen werden muss.
Im Namen aller Beteiligten bedanken wir uns bei Herrn Waldispühl, der uns durch diesen interessanten Vormittag geführt hat.
