Werkzeuge optimieren Prozesssicherheit
Hochinteressant war der SMM-Besuch bei der BSZ Stiftung an den beiden Standorten Steinen und Einsiedeln. Die jeweiligen Fertigungsspezialisten versuchen bei den Zerspanungsprozessen immer das Optimum herauszuholen. Optimum heisst in ihrem Fall eine sehr hohe Prozesssicherheit mit möglichst geringem Werkzeugverschleiss. Dafür werden unter anderem mehrheitlich Iscar-Werkzeuge auf möglichst steifen Maschinen eingesetzt. Als Folge konnte die Produktivität teilweise beinahe verdoppelt werden.
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Eine Vorbemerkung zur BSZ Stiftung: Die Stiftung ist in verschiedenen Fachbereichen (Elektro, Holz, Metall, Montage usw.) tätig. Sie nimmt einerseits einen wichtigen sozialen Auftrag wahr, indem sie Menschen mit leichter bis schwerer Beeinträchtigung beschäftigt. Die BSZ Stiftung ist andererseits als Unternehmen und Zulieferer für den Werkplatz Schweiz tätig und steht mit weiteren Unternehmen im Wettbewerb.
Der SMM hat die beiden Metallbereiche der BSZ Stiftung in Steinen und Einsiedeln besucht und musste erkennen, dass ein sozialer Auftrag und eine effiziente Produktion alles andere als ein Widerspruch sind - ganz im Gegenteil.
Aufgrund der Tatsache, dass viele der beschäftigten Menschen mit Beeinträchtigungen, welche die Maschinen bedienen, zum Teil nur einfache Aufgaben ausführen können, muss der technologische Prozess von den Gruppenleitern absolut perfekt und bis ins letzte Detail geplant werden.
Martin Pfyl, Abteilungsleiter Fertigung am Standort Steinen, meint dazu: «Wir versuchen, wenn immer möglich, die Werkstücke auf der Maschine komplett zu fertigen, denn komplexe Handarbeit wie Umspannen usw. ist für unsere Mitarbeitenden eher schwierig. So werden beispielsweise auch die Fasen oft in der Maschine abgefräst. Der gesamte Ablauf steht und fällt mit dem Gruppenleiter. Er ist verantwortlich, dass die Menschen mit Beeinträchtigung am richtigen Ort eingesetzt werden und die Maschinen für sie optimal eingerichtet sind», bringt es Martin Pfyl auf den Punkt.
Meinrad Müller, Gruppenleiter Mechanik am Standort Steinen, ergänzt: «Die Menschen, welche hier arbeiten, sind recht selbständig. Ich habe zum Beispiel einen Mitarbeiter in meiner Gruppe, welcher die Maschine selbständig einrichtet. Entscheidend ist, welche Art Beeinträchtigung die Mitarbeitenden haben. Martin Pfyl betont in diesem Zusammenhang: «Herr Müller als Gruppenleiter muss seine Mitarbeitenden mit einer Beeinträchtigung sehr gut kennen. Er muss erkennen, ob und wie sie einsetzbar sind. Das kann von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde erheblich variieren. Hier müssen wir sehr flexibel agieren.»
Möglichst stabile Prozesse
Umso wichtiger ist es, dass die Fertigungsprozesse möglichst prozessstabil laufen. An beiden Standorten stehen Dreh- und Frästeile im Vordergrund. Beim Besuch der SMM-Redaktion konzentrierte man sich am Standort Steinen auf einen Dreh-Prozess mit Bohr-, Gewinde- und Ab-stech-Operationen. Am Standort Einsiedeln stand der Fräsprozess im Vordergrund, ebenfalls mit Bohr- und Gewindeoperationen.
