Wirtschaftswachstum leicht gebremst

Redakteur: Redaktion SMM

Das reale Bruttoinlandprodukt der Schweiz (BIP) expandierte im 1. Quartal 2010 gegenüber dem 4. Quartal 2009 um 0,4% und damit langsamer als in den beiden starken vorangegangenen Quartalen.Positive Wachstumsimpulse gingen vor allem von der Handelsbilanz und vom privaten Konsum aus. Negativ wirkten sich demgegenüber die rückläufige Ausrüstungs- und Bauinvestitionen auf das BIP aus. Der Staatskonsum bildete sich ebenfalls zurück. Verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresquartal stieg das reale BIP um 2,2%.

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Der private Konsum nahm im 1. Quartal erneut zu und lag 0,5% über dem Wert des Vorquartals. Zum Wachstum beigetragen haben vor allem die Rubriken Nahrungsmittel und Getränke, Nachrichtenübermittlung, Wohnen und Energie sowie die Ausgaben für Hotels und Restaurants. Eine Abnahme verzeichnete hingegen der Konsum der Rubriken Gesundheit und Unterricht. Erstmals nach drei expansiven Quartalen war der Staatskonsum wieder rückläufig (-1,4%).Die Gesamtinvestitionen nahmen im 1. Quartal um 0,8% ab. Nach zwei Quartalen mit einem robusten Wachstum bildeten sich die Ausrüstungsinvestitionen um 0,8% zurück, wobei die einzelnen Unterkategorien uneinheitliche Entwicklungen verzeichneten. Negativ entwickelten sich insbesondere die Investitionen im Bereich Metallerzeugnisse und Maschinen. Die Bauinvestitionen sanken ebenfalls um 0,8%.Die Expansion der Exporte von Waren und Dienstleistungen beschleunigte sich im 1. Quartal auf 4,8%. Die Warenexporte (+5,6%) profitierten von einer aussergewöhnlichen starken Einfluss der Rubrik ,Wertsachen" (Edelmetalle, Schmucksteine, Kunstgegenstände und Antiquitäten). Ohne Wertsachen betrug die Zunahme der Warenexporte 2,5%. Die Dienstleistungsexporte konnten ebenfalls deutlich zulegen (+2,9%). Auch das Wachstum der Importe von Waren und Dienstleistungen beschleunigte sich (+2,5%). Eine relativ starke Zunahme der Warenimporte (+3,1%, ohne Wertsachen +2,1%) stand stagnierenden Dienstleistungsimporten (+0,1%) gegenüber.Produktionsseitig waren die Auftriebskräfte im 1. Quartal 2010 relativ breit abgestützt, obschon nicht alle Sektoren positiv zum BIP-Wachstum beitragen konnten. Während die Wertschöpfung im durch die Industrie dominierten Sektor (+1,1%), im Baugewerbe (+0,9%) sowie im Bereich Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrichtendienste (+0,7%) erneut deutlich zunahm, kam es in den durch Finanzmarktdienstleistungen sowie durch öffentliche Dienstleistungen geprägten Sektoren zu leichten Wertschöpfungseinbussen von je 0,1%. In der Landwirtschaft resultierte im Vergleich zum Vorquartal ein Wertschöpfungsrückgang um 2,7%. www.seco.admin.ch