Positive Bilanz Zunahme der Auftragseingänge in der MEM-Branche

Redakteur: Sergio Caré

Die Lage der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) präsentiert sich so gut wie schon lange nicht mehr. Dies sagt der Branchenverband Swissmem an der heutigen Pressekonferenz in Zürich.

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MEM-Industrie: Kräftige Zunahme bei Aufträgen und Umsätzen – Ertragslage jedoch noch unbefriedigend
MEM-Industrie: Kräftige Zunahme bei Aufträgen und Umsätzen – Ertragslage jedoch noch unbefriedigend
(Bild: Markus Senn)

Die Auftragseingänge in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) nahmen 2017 im Vergleich Vorjahr um +7,5 Prozent zu. «Vor allem das vierte Quartal stimmt uns für die MEM-Branche zuversichtlich», sagte Jean-Philippe Kohl, Direktor ad interim bei Swissmem, der die guten Zahlen Vortragen durfte. Der Index der Auftragseingänge erreichte im vierten Quartal 2017 gar den höchsten Stand seit 2008. Auch die Umsätze stiegen mit rund zehn Prozent deutlich an. Von dieser positiven Entwicklung bei den Bestellungen und den Umsätzen profitierten sowohl Grossfirmen wie auch KMU.

Die hohen Auftragseingänge der vergangenen Monate wirken sich auf die Kapazitätsauslastung in den Betrieben aus. Im Januar 2018 betrug sie gemäss KOF 90,6 Prozent, was deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 86,4 Prozent liegt. Auch die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der MEM-Industrie erhöhte sich im Verlauf des letzten Jahres. Sie stieg auf 322‘100 Personen an, was gegenüber 2016 ein Zuwachs von 4‘500 Jobs bedeutet. «Die Zahl an neuen Arbeitsplätze werden auch im Jahr 2018 weiter zunehmen», sagte Hans Hess, Präsident der Swissmem.

Die Güterausfuhren der MEM-Industrie wuchsen 2017 um +5,5 Prozent und erreichten einen Wert von 66,7 Milliarden Franken. Alle Absatzregionen entwickelten sich positiv. Die Ausfuhren erhöhten sich in allen drei Hauptmärkten EU +5,9, Asien +3,4 und U.S.A +7,4 Prozent. Die positive Exportentwicklung umfasste alle wichtigen Warengruppen. Am stärksten wuchsen die Ausfuhren von Metallen um +12,6 Prozent. Auch der Maschinenbau konnte mit +2,3 Prozent zulegen.

44 Prozent der MEM-Firmen klagen über tiefe Ertragslage

Das positive Bild wird lediglich durch die nach wie vor unbefriedigende Ertragslage getrübt. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Abschwächung des Schweizer Frankens zum Euro – und damit die Verbesserung der Margen – erst Mitte 2017 eingesetzt hat. Die Swissmem-Umfrage im Januar 2018 ergab, dass sich übers ganze letzte Jahr betrachtet 15 Prozent der Firmen auf Stufe EBIT in der Verlustzone befanden. Weitere 29 Prozent der Unternehmen erzielten 2017 eine nur unzureichende Marge zwischen null und fünf Prozent. Insgesamt ist die Ertragslage somit für 44 Prozent der MEM-Firmen noch immer ungenügend.

Trotzdem; insgesamt präsentiere sich die Lage der Schweizer MEM-Industrie so gut wie schon lange nicht mehr, sagte ein sichtlich zufriedener Hess. Falls die zuletzt verbesserte Wechselkurssituation zum Euro und die gute Konjunkturlage in den wichtigsten Absatzmärken anhalten, dürfte sich die positive Entwicklung in der MEM-Branche in den nächsten Monaten fortsetzen. «Die Unternehmerinnen und Unternehmen der MEM-Industrie sind diesbezüglich optimistisch», ergänzt Hess weiter. Gemäss der jüngsten Swissmem-Befragung rechnen 53 Prozent der Unternehmer für das Jahr 2018 mit wachsenden Aufträgen aus dem Ausland. Lediglich 10 Prozent befürchten einen Rückgang. Dieser Optimismus wird sowohl von Grossfirmen wie auch von KMU geteilt.

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