Anbieter zum Thema
Werkzeuge für hochpräzise Bohrungen
Mit dem EWN 04-7 von Kaiser fertigt Audemars Piguet Präzisions-Bohrungen von Bauteilen verschiedener Uhrenmodelle. «Bohrungen mit einer Toleranz von + 0,002 mm / + 0,004 mm sind mit den EWN-Ausdrehsystemen kein Problem», meint Didier Rethore, Leiter des Werkes von L’Abbaye, einer von vier Produktionsstandorten. Bisher setzte das Unternehmen auf sogenannte Kanonenbohrer, welche aber die negative Eigenschaft mit sich brachten, mit zunehmender Abnützung ungenau zu werden. «Angesichts unserer hohen technischen Anforderungen ist es ein Vorteil, wenn wir den Ausdrehkopf über die Zustellschraube auf den Tausendstelmillimeter genau einstellen können.»
Mikrometerspindel mit einer Genauigkeit von Ø 0,002 mm
Die ultrapräzise, rein radiale Schneideneinstellung des Ausdrehkopfes EWN 04-7 erfolgt über das Verdrehen der dauergeschmierten, geschliffenen und im Werkzeugträger spielfrei eingepassten Mikrometerspindel mit einer Genauigkeit von Ø 0,002 mm. Der Werkzeugträger mit einem Verstellbereich von Ø 2,3 mm wird mit einer Klemmschraube verzugsfrei geklemmt und ist mit einer Aufnahmebohrung von Ø 4 mm ausgeführt.
Ebenfalls matchentscheidend sind die Spannmittel für die Präzisionswerkzeuge in der Uhrenfertigung. Hier kommt das zweite Standbein von Kaiser zum Tragen: Der Schweizer Werkzeughersteller verfügt neben den Ausdrehwerkzeugen über ein breites Spektrum an Werkzeughaltern für die Uhrenindustrie: die Spannzangenhalter des Typs MEGA Micro Chuck. Diese Mikro-Spannsysteme sind speziell für das Spannen von Fräsern und Bohrern ab Ø 0,25 mm entwickelt worden und somit für die Uhrenindustrie wie massgeschneidert.
Schrumpffutter werden ersetzt
Traditionell setzte Audemars Piguet auf Schrumpffutter. Doch hier zeichnet sich ein Wandel ab in Richtung Moderne. Der Vorteil des MEGA Micro Chuck gegenüber Schrumpffuttern ist das einfache Handling und die hervorragende Präzision.
Gegenüber Schrumpfen haben die neuen Werkzeuge den Vorteil der höheren Prozesssicherheit. Die Spannzangenhalter von Kaiser bieten eine Rundlaufgenauigkeit von 0,001 mm (!) an der Spannzangen-Nase. Die Spannmutter verfügt dabei über einen Durchmesser von lediglich 10 mm. Die schlanke Bauweise bietet beste Voraussetzungen für anspruchsvollste Bohr- und Fräsbearbeitungen auf engstem Raum.
Einfaches Handling der Kaiser-Spannzangen
D. Rethore erklärt die Umstellung auf die neuen Spannsysteme wie folgt: «Bis anhin setzten wir auf Schrumpffutter, welche wir durch die Spannzangenhalter von Kaiser nach und nach ersetzen werden. Das überaus einfache Handling der Kaiser-Spannzangen erlaubt es auch Mitarbeitenden, welche nicht tagtäglich mit solchen Werkzeugen arbeiten, ein Werkzeug präzise und längengenau einzuspannen.» Die Schrumpffutter hätten gerade bei kleinen Durchmessern und geringen Wandstärken den Nachteil, dass das Werkzeug sehr schnell geklemmt wird, führt Rethore weiter aus, was die Werkzeug-Feineinstellung erheblich erschwere.
Schweiz: Synonym für Qualität und Innovation
Wie der Beitrag zeigt, lassen sich selbst in traditionell geprägten Manufakturen die Prozesse optimieren, ohne dass die Tradition leiden muss. Ganz im Gegenteil, damit die Schweizer Uhrenhersteller auf höchstem Niveau produzieren können, sind sie auf qualitativ hochwertigste Fertigungslösungen angewiesen.
«Der Fertigungsstandort Schweiz ist Synonym für Qualität und Innovation», so Elmer. «Daher entwickeln wir unsere Werkzeuge kontinuierlich weiter, um unseren technologischen Vorsprung zu erhalten. Gleichzeitig optimieren wir unsere Entwicklungs- und Fertigungsprozesse, damit wir auch wettbewerbsfähig bleiben.» Das kommt letztlich der Schweizer Uhrenindustrie zugute. <<
(ID:43370224)
