Auf dem Stand
der Technik

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Wenig Zeit

Vom Know-how her ist die Brachiosaurus-Form nicht überragend anspruchsvoll. Die Herausforderung war die extrem bemessene Zeit. Mehr als sechs bis acht Wochen stehen eigentlich nie für eine solche Form zur Verfügung. Bei dem Werkzeug für den Brachiosaurus bat der Kunde um eine zusätzliche Vorverlegung des Termins, da für die Verpackung vorab Fotos benötigt wurden.

«Ohne Visi könnten wir zusperren», sagt Norbert Neubauer, Geschäftsführender Gesellschafter bei Möderer. Der ganze Bereich des Formenbaus hat sich so entwickelt, dass ohne den Einsatz von CAD/CAM die technischen Anforderungen nicht mehr erfüllt werden könnten. Früher wurden die Elektroden manuell gefräst und Informationen auf Papier weitergegeben. Seit dem Einsatz von Visi wurden die Fehlerquellen eindeutig reduziert, da alles von einer gemeinsamen 3D-Basis her kommt. Die Zeitersparnis ist laut Norbert Neubauer massiv. Seit 1999 ist Visi bei dem Formenbauer im Einsatz; anfänglich wurden nur die Fräsprogramme im Haus erstellt, die Konstruktion des Werkzeugs lieferte ein auswärtiges Büro. Seit 2001 läuft die gesamte Prozesskette bei Möderer vor Ort ab.

2005 folgte der Einstieg ins HSC-Fräsen und die Elektrodenfertigung wurde innerhalb eines Tages von Kupfer auf Graphit umgestellt, was die Fräszeiten um 40 bis 50 Prozent verkürzte.

Neue Fünfachs-Fräsmaschine

Kürzlich wurde bei Möderer mit der OPS 550 eine Fünfachs-Fräsmaschine eingeführt, die weitere Rationalisierungsvorteile bringen soll. Mit einer Aufspannung kann dann vielseitiger bearbeitet werden, was kürzere Werkzeuge und eine kürzere Durchlaufzeit bedingt. Neben den reduzierten Werkzeugkosten wird die Oberfläche des gefrästen Materials verbessert. Insgesamt werden die Laufzeiten erhöht und die Mannzeiten verringert, so dass die Wirtschaftlichkeit zunimmt.

Zusätzlich ist diese Fünfachs-Fräsmaschine mit einer Automatisierung ausgestattet, so dass jetzt Elektrodenrohlinge automatisch eingewechselt werden können. Diese Möglichkeit bestand vorher nicht.

Wie schnell wird sich die neue Fräsmaschine amortisieren? Norbert Neubauer erwartet eine schnelle Amortisation aufgrund der hohen Automatisierung. Ausserdem kann die Maschine sofort zum Dreiachsfräsen eingesetzt werden. Das entsprechende Vormodell steht bereits in der Produktionshalle.

Was heute Stand der Technik ist, lässt sich mit dem Stand von vor einem Jahr nicht mehr vergleichen, meint der Geschäftsführer. Ganz abgesehen vom Stand von vor fünf oder zehn Jahren.

Entscheidung für Visi

Bereits 1996 bestanden erste Kontakte zwischen Möderer und Mecadat, dem deutschen Distributor von Visi. Bei Möderer interessierte man sich damals für die CAM-Software, die Mecadat vor Visi vertrieben hatte. «Das Interesse war schon da, die Investitionsneigung allerdings noch gering», erzählt Norbert Neubauer. Als die Jahrtausendwende anstand, musste sich Möderer nach einer neuen Softwarelösung umsehen, da die zuvor verwendete nicht weiterentwickelt wurde. Visi ? das 1997 von Mecadat im deutschsprachigen Raum eingeführt wurde ? bot bereits damals die Durch-gängigkeit von der Datenbearbeitung über CAD und CAM bis zur Fertigstellung des Werkzeugs. Diese Durchgängigkeit unterschied Visi von den Wettbewerbern und war für den Formenbauer neben dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ein wesentlicher Grund, sich für Visi zu entscheiden. Sechs Arbeitsplätze sind im Moment bei Möderer installiert.

Schulung selbstverständlich

Zurzeit arbeiten acht Angestellte des Formenbauers mit Visi. Neben der fünftägigen Basisschulung besuchen sie die jährlich stattfindenden Updateschulungen, die Mecadat regional anbietet. «Das ist ein wichtiger Gesichtspunkt für viele Kunden: Unsere Updateschulungen finden an 13 verschiedenen Orten statt», erläutert Karl Rohrmüller, Prokurist und Vertriebsleiter von Mecadat. An den Schulungen für das diesjährige Hauptrelease haben etwa 900 Leute teilgenommen.

Für die Programmierung der Fünfachs-Fräsmaschine haben zwei Mitarbeiter von Möderer bereits bei der letzten Updateschulung erste Eindrücke sammeln können. Darüber hinaus gibt es vor Ort noch eine spezielle, auf den Kunden und die Maschine zugeschnittene Schulung, die zwei Tage dauert.

Zusammenarbeit

In den zehn Jahren, seit Visi bei Möderer im Einsatz ist, gab es noch nie ein Problem mit der Software. «Wegen Visi stand die Fertigung noch nie», sagt Norbert Neubauer. Er ist sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. Die Hotline steht zur Verfügung, und bei Fragen kann man Daten hinschicken und wird prompt bedient. Laut Neubauer bekommt man einen so umfassenden Service nicht so leicht. Konkrete Wünsche fallen dem Geschäftsführer ad hoc nicht ein, da der Kontakt zwischen Möderer und Mecadat sowieso sehr intensiv ist und Änderungswünsche laufend behandelt werden.

Investition in die Software

Bei Möderer ist die Investitionsbereitschaft ungebrochen. Das Modul für die Fünfachs-Fräsmaschine ist bereits im Haus. Das EDM-Modul für die Senkerodiermaschine erweitert demnächst das Portfolio. Bis jetzt werden die Werte manuell eingegeben, die-se Fehlerquelle will Neubauer so schnell wie möglich abschaffen und den digitalen Prozess innerhalb von Visi bis zur Senk-erodiermaschine komplett abbilden. Das Modul Visi Flow für die Rheologie hat sich das Unternehmen ebenfalls schon vorführen lassen. Allerdings gibt es dafür noch zu wenig Anfragen von Kundenseite, so dass sich die Anschaffung im Moment noch nicht rentiert.

In beiden Bereichen im Einsatz

Neben dem Formenbau wird Visi auch in der Lohnfertigung ? dem zweiten Standbein von Möderer ? intensiv eingesetzt. Wie Norbert Neubauer berichtet, wurden früher die Einzelstücke für den Modellbereich von Hand gefertigt und Änderungen in Papierform weitergegeben. Inzwischen hat sich durch Visi auch in diesem Bereich die Fehlerquote deutlich verringert.

Die gute Qualität, die Möderer von seinem Softwarelieferanten verlangt, setzt das deutsche Unternehmen auch im eigenen Haus als Standard an. Neben einwandfreier Arbeitsleistung legt Norbert Neubauer auch Wert auf absolute Termintreue. Der wirtschaftliche Erfolg gibt ihm dabei Recht. In den letzten fünf Jahren hat sich der Umsatz beinahe verdoppelt, nach dem Umzug 2007 steht mit 1600 Quadratmeter fast die doppelte Produktionsfläche zur Verfügung wie in den Jahren zuvor. Neben der grösseren Fläche bietet der Umzug allerdings noch weitere Vorteile: Die Produktionshalle ist klimatisiert, was den hochgenauen Maschinen zugutekommt. Durch die neue Krananlage in der Halle kann der Formenbauer Werkzeuge mit einem Gewicht von bis zu 10 Tonnen produzieren.

Autor

Doris Bindl

Information

Mecadat CAD/CAM Computersysteme GmbH

Hagenaustrasse 5

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Anwender

Möderer Werkzeug- und Formenbau GmbH

Kleeäckerstrasse 2

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