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Erste Phase: Identifizierung
Sobald ein Mitarbeiter ein neues Werkzeug braucht, weist er sich aus. Das kann durch Eintippen eines persönlichen Codes oder Einlesen einer Strichkodierung geschehen, womit er unbeschränkten Zugriff auf das Lager hat. Über eine Schnittstelle bucht der Benutzer das gewünschte Teil aus dem Lager ab.
Diese Schnittstelle kann eine Tastatur, eine Maus und ein Bildschirm oder ein Tastfeld und ein Lesegerät für Strichkodierungen sein. Sobald die für jedes Werkzeug jeweils individuell programmierte Stückzahl erreicht wurde, findet eine Aufstockung des Lagerbestands statt.
Automatische Nachbestellung
Diese Nachbestellung kann auf unterschiedliche Weise stattfinden und richtet sich nach den Gepflogenheiten des betreffenden Unternehmens. Einige Unternehmen schicken alle Bestellungen an den Einkaufsbeauftragten, der dann über sie zu entscheiden hat und sie als Sammelbestellung einmal wöchentlich aufgeben kann. Das System kann aber auch regelmässig eingesetzte Werkzeuge direkt per E-Mail beim Werkzeuglieferanten bestellen
Vollständige Statistik
Die Software gibt Auskunft über alle Entnahmen und Rückgaben. Die Abfrage dieser Daten ermöglicht eine präzise statistische Analyse.
Beispielsweise wäre es möglich, den Einsatz des gleichen Werkzeugs bei der spanabhebenden Bearbeitung des gleichen Warenpostens durch zwei verschiedene Mitarbeiter miteinander zu vergleichen und so Prozessoptimierungen zu erzielen. Möglicherweise verbraucht ein Mitarbeiter eine grössere Anzahl von Werkzeugen, verkürzt eventuell aber gleichzeitig die Bearbeitungszeit an den spanabhebenden Maschinen. So kann eine bessere Kostentransparenz erzielt werden.
Zweite Phase: Entriegelung
Sobald der nachgefragte Gegenstand in der Datenbank der Anlage gefunden wurde, erhält der Benutzer eine Quittung mit der Angabe des Standorts.
Nun sind mehrere Möglichkeiten denkbar. Im Falle eines Standardwerkzeugs wird dieses in unmittelbarer Nähe abgelegt sein. Die betreffende Schublade wird unter gleichzeitiger Angabe seiner Position auf dem Bildschirm entriegelt. Handelt es sich beim Gegenstand um ein Werkzeug für die Presse, also um einen Gegenstand grösserer Abmessungen, erhält der Benutzer ganz einfach die entsprechende Adresse, also zum Beispiel: Lager Nord, Gang A, Höhe 3 (Hebezeug einsetzen).
Vielseitig einsetzbar
Der TM-Werkzeugautomat ist vielseitig einsetzbar und kann bestimmte Abteile mit grösster Diskretion und unter strengem Verschluss verwalten. Weiter ist er imstande, Schränke sowie mehr oder weniger offene Bereiche zu verwalten und ist nicht nur mit den Gühring-Werkzeugen, sondern auch anderen Marken kompatibel. Ausserdem beschränkt er sich nicht auf die Werkzeugausgabe, sondern kann auch Verbrauchsgüter wie Batterien für Messgeräte, Düsen für Kleberpistolen, Schutzhandschuhe, Blasocut-Kühlschmierstoffe, Polierscheiben ausgeben.
Bei klassischen Einsätzen, wie der spanabhebenden Bearbeitung, erhält das Bedienungspersonal einen Ausdruck mit den Strichkodierungen der gewünschten Werkzeuge und hat die Möglichkeit, nach einer Vorsortierung die betreffende Liste in den Werkzeuglader der CNC einzugeben.
Bilanz der ersten Einsatzmonate
Laut Beat Niederhauser, Produktionsleiter des Werks Burg, sanken die Werkzeugkosten bereits nach knapp sechs Monaten. Die Anlage arbeitet zur Zufriedenheit aller, kann aber noch verbessert werden. Jeder Mitarbeiter ist in der Lage, eine Liste seiner Favoriten zu erstellen.
Allerdings ist die anfängliche Erfassung der Daten und Eigenschaften für jedes Werkzeug sehr aufwendig, so Beat Niederhauser. Dafür werden spätere Abfragen deutlich vereinfacht. Die Werkzeugdaten sind mit einer Beschreibung sowie einer kleinen Abbildung versehen, um das spätere Erkennen einfach und rasch zu gestalten.
Autor
Jean-René Gonthier, Chefredaktor MSM
Information
Gühring (Schweiz) AG
Grundstrasse 15, 6343 Rotkreuz
Tel. 041 790 15 15, Fax 041 790 00 50
info@guehring.ch, www.guehring.ch
Anwender
Eichenberger Gewinde AG
Grenzstrasse 30, 5736 Burg
Tel. 062 765 10 10, Fax 062 765 10 55
info@gewinde.ch, www.gewinde.ch
