FEM optimiert Time-to-market-Prozess

Besucherrekord am 21. Cadfem-Usermeeting

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Management sucht oft nach zu einfachen Innovationen

Ralf Schläpfer sagte abschliessend: Oft suche das Top-Management nach zu einfachen Innovationen. Simple Produktverbesserung reicht heute aber nicht mehr aus. Erfolgreiche Unternehmen müssen immer öfter querdenken, um auch zukünftig Erfolg zu haben. Deshalb brauche es, wie in den USA üblich, auch in den europäischen Ländern eine Fehlerkultur, die Fehler nicht verurteilt, sondern zulässt und aus ihnen lernt.

Ganz entscheidend sei schliesslich positives Denken, gerade auch gegenüber neuen Technologien, ihnen müssen sich Unternehmen und Mitarbeiter aufgeschlossen zeigen und versuchen, sie wenn immer möglich in ihre zukünftigen Unternehmensprozesse zu integrieren.

Integrierende und vernetzende Digitalisierung schreitet voran

Im Bereich der Konstruktion und Entwicklung
werden das Systemengineering und die Produkt­entwicklung immer komplexer und vor allem vernetzter. Die integrierende und vernetzende Digi­talisierung schreitet stetig voran. Wie das am Beispiel des Werkzeugmaschinenbaus in Zukunft aussehen kann, zeigte Luca Roncarati in seinem Vortag auf.

Aktive Wärmekompensation per FEM in Werkzeugmaschinen

Wärmeentwicklungen in Werkzeugmaschinen können bis zu 1/10 mm Geometrieänderungen im Bereich der Spindelspitze zum Maschinentisch bewirken. Um solche thermischen Einflüsse zu minimieren, wurde von der Zellweger Ingenieurgesellschaft in Zusammenarbeit mit einem WZM-Hersteller ein Kompensationsmodell entwickelt, das per Sensorik die Wärmeeinflüsse vermisst, anschliessend diese Werte in eine reduzierte FEM-Modellstruktur einfliessen lässt und aufgrund dieser Berechnungen direkt in die CNC-Steuerung eingreift, um die geometrischen Abweichungen infolge der Wärmeeinflüsse entsprechend zu kompensieren.

Die ersten Versuche waren sehr vielversprechend. Wenn sich die Technologie durchsetzt, könnte dies der Prozesssicherheit in der spanenden Fertigung erheblichen Vorschub leisten.

FEM macht Unternehmen effizienter

Christian Ohler, ABB Schweiz AG, sagt in seinem Abschlussvortrag: Simulation diene auch dazu, Ingenieur-Leistungen effizienter zu machen. Diesen Aspekt dürfe man keineswegs unterschätzen. Letztlich diene dies auch der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Denn Simulationen helfen klar, reale Versuche zu reduzieren. Das verringere erstens die direkten Kosten, aber letztlich bringe es dem Unternehmen auch einen zeitlichen Vorsprung, um neu entwickelte Produkte möglichst schnell auf den Markt zu bringen.

Ein zweiter Aspekt sei, dass mit Simulationsverfahren das «Innenleben» technischer Systeme transparent gemacht werden könne und es dadurch verständlicher werde. Aufgrund dieser Aspekte sei FEM-Simulation eine bedeutende Schlüsseltechnologie für ABB. Der Vergleich der FEM-Simulation mit dem Experiment ist immer wichtiger, um die Simulation zu validieren und die Aussagekraft der Simulationsmodelle einordnen zu können. SMM

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