Scuderia Ferrari: Beschleunigte Datenverarbeitung

Big Data in hohem Tempo

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Der Scuderia Ferrari schwebte ein integriertes, drahtloses System vor, das bei hochfrequenten Vibrationstests einzelne Elemente des Prüflings überwachen konnte. Um die IMx-Plattform an das Volumen und die Geschwindigkeit des dabei anfallenden Datenflusses anzupassen, konzipierte SKF eine erweiterte Lösung. Dazu gehörte unter anderem zusätzliche Hardware, die in die bereits vorhandene Infrastruktur zu integrieren war. Dabei mussten die Experten darauf achten, dass sich auch das gesamte, neu geschnürte Hardwarepaket über dieselbe Oberfläche steuern lässt: Den Prüfingenieuren der Scuderia Ferrari war sehr daran gelegen, beispielsweise Messungen zu starten oder auch Ergebnisse anzeigen lassen zu können, ohne dafür ständig zwischen verschiedenartigsten Applikationen bzw. Geräten wechseln zu müssen. Zudem wünschte sich das Team ein erweiterbares System mit regelmässigen Updates, bis zu 30 zusätzliche Sensoren und die Möglichkeit, Routineberechnungen in kurzen Zyklen durchzuführen.

Effizienzsteigerndes Frühwarnsystem

2013 nahm die Scuderia Ferrari das auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnittene System in Betrieb – rechtzeitig vor Inkrafttreten der Regeländerung in Sachen Antriebskonzept. Heute verarbeitet die «getunte» Plattform bis zu 100 000 Messungen pro Sekunde. Sie kann komplexe Analysen vornehmen und die Ergebnisse an das Telemetriesystem schicken, so dass die Entwicklungsingenieure in der Lage sind, den Status des Prüflings online zu überprüfen. Angesichts der enormen Datenmengen sind die Berechnungs- und Übertragungsgeschwindigkeiten des Systems dabei von entscheidender Bedeutung: Die «Aptitude Observer»-Software fasst die Beobachtungen zehn bis zwanzig Mal pro Sekunde zu überschaubaren Ergebnissen zusammen. «Das hilft dem Team, sich auf Resultate statt Daten konzentrieren zu können», betont Kuluridis.

Den Prüfingenieuren zufolge liegen die Vorteile auf der Hand: Jetzt lassen sich die Vorgänge in den einzelnen Prüfkammern in Echtzeit beobachten. Ausserdem ermöglichen speziell für die Plattform entwickelte Analyseverfahren und Diagnosen die Identifizierung und Behebung potenzieller Probleme, bevor daraus kostspielige Stillstände werden. Anders ausgedrückt: Da Schäden zu Verlusten einzelner Antriebskomponenten oder im schlimmsten Fall des gesamten Prüflings führen könnten, erhöht das neue «Frühwarnsystem» die Effizienz der kompletten Prüfeinrichtung. «Gefahr erkannt, Gefahr gebannt», bestätigt Kuluridis: «Sobald wir gewisse Unregelmässigkeiten feststellen, tauschen wir das problematische Teil aus. Danach können wir sofort weitermachen. Dadurch haben wir Schäden und Ausfallzeiten spürbar reduziert.»

Ob sich die neue Prüftechnik auch positiv auf die Rennergebnisse der Scuderia Ferrari auswirkt, wird sich in der alktuellen Formel-1-Saison herausstellen. <<

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