Scuderia Ferrari: Beschleunigte Datenverarbeitung Big Data in hohem Tempo

Redakteur: Luca Meister

In der Formel 1 ist eine blitzschnelle Datenverarbeitung inzwischen unverzichtbar. Das gilt nicht für die Telemetrie während des Rennens, sondern auch für die Forschungslabors, in denen die Antriebe der Boliden getestet werden: Dank einer kombinierten Hard- und Softwarelösung von SKF können die Ingenieure der Scuderia Ferrari nun in Echtzeit die Vorgänge in den einzelnen Prüfkammern für Antriebseinheiten verfolgen.

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Am 20. März startete die Scuderia Ferrari nicht nur mit höchstleistungsfähigen SKF-«Racing-Lagern» in die neue Formel-1-Saison, sondern auch mit einem Zustands-Überwachungssystem von SKF.
Am 20. März startete die Scuderia Ferrari nicht nur mit höchstleistungsfähigen SKF-«Racing-Lagern» in die neue Formel-1-Saison, sondern auch mit einem Zustands-Überwachungssystem von SKF.
(Bild: Ferrari)

mei. Die ersten Überlegungen der Scuderia Ferrari, ihre Prüfkammern zu modernisieren, begannen bereits 2011: Damals deutete sich an, dass der altgediente 2,4-Liter-V8-Saugmotor – bedingt durch eine Regeländerung – bald Geschichte sein würde. In den Startlöchern stand ein komplett neues Antriebskonzept aus einem 1,6-Liter-V6-Turbo zuzüglich Elektromotor inklusive Rückgewinnungssystem auf Basis von kinetischer und thermischer Energie. Angesichts dieser drastischen Änderung war klar, dass der Rennstall eine neue Generation von Testanlagen benötigte.

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Hinzu kam, dass bis dato nicht alle Prüfkammern mit speziellen Systemen zur kontinuierlichen Überwachung des Vibrationsverhaltens von Antriebskomponenten ausgestattet waren. «Wir mussten wirklich zu jeder einzelnen Prüfkammer hingehen, um uns anzuschauen, was genau dort vor sich geht», erinnert sich Mario Kuluridis, Teamleiter für Prüfanlagen sowie die mechanische und hydraulische Entwicklung in der Testabteilung für Antriebssysteme. «Ein Online-Check von hochfrequenten Daten in Echtzeit war schlicht nicht möglich. Dadurch war die Fehlersuche zu langsam. Ausserdem liessen sich so keine Prognosen über die Lebensdauer von Komponenten auf Basis von Trendwerten erstellen.»

Tuning für mehr Datenspeed

Auf der Suche nach alternativen Überwachungssystemen wandten sich Kuluridis und sein Team schliesslich auch an SKF. Zwar arbeiten die Scuderia Ferrari und SKF schon seit 1947 zusammen, aber im Rahmen dieser Partnerschaft ging es bislang vor allem um spezielle Racinglager. Dennoch fanden auch die Elektronikexperten beider Seiten einen gemeinsamen Ansatzpunkt: die «IMx»-Plattform von SKF samt «Aptitude Observer»-Software. IMx bietet Zustandsüberwachung, Anlagenschutz und vorbeugende Instandhaltungsplanung in Echtzeit. Der Haken an der Sache: Die Standardausführung der SKF-IMx-Plattform ist eigentlich für Anwendungsgebiete wie etwa Windenergieanlagen entwickelt worden. Deren Zustandsüberwachung erfordert viel weniger Datenmengen, viel weniger Kanäle und viel weniger Rechenoperationen bzw. -geschwindigkeiten als das, was die Scuderia Ferrari nun für ihre Höchstleistungs-Teststände benötigte. Ergo galt es für die SKF-Ingenieure, ihre IMx-Plattform zu «tunen».

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